Wortgenau interpretiert Festspiel der deutschen Sprache mit Mozart, Schiller und Hölderin

Außenansicht des Goethe-Theaters Bad Lauchstädt.
das Festspiel wird im Goethe-Theater in Bad Lauchstädt gefeiert Bildrechte: MDR/Goethe-Theater Bad Lauchstädt

Am Freitag beginnt in Bad Lauchstädt zum 15. Mal das Festspiel der deutschen Sprache. Bis zum 18. Oktober stehen Lesungen, Konzerte und Theaterabende auf dem Pogramm des Goethe-Theaters. Bei dem Festival steht für Gründerin und Leiterin Edda Moser immer die deutsche Sprache selbst im Mittelpunkt. "Da wird gutes Theater gemacht insofern als ich gesagt habe, Regie kommt nicht infrage. Regie ist die deutsche Sprache", erklärt Moser, die mit ihrem Festival einen Gegenentwurf zum sogenannten Regietheater präsentiert.

Edda Moser 4 min
Bildrechte: imago images / Sven Simon

Klarheit der deutschen Sprache

In diesem Jahr stehen mit der "Entführung aus dem Serail" und der "Zauberflöte" auch die beiden wichtigen Singspiele von W.A. Mozart auf dem Pogramm. Es sind Werke, die der Kammersängerin Edda Moser gut vertraut sind – immerhin gilt sie als gefeierte Mozartinterpretin. Diese Erfahrung hat sie auch bei der szenischen Einrichtung einfließen lassen: "Da 'Die Zauberflöte' ein Stück ist, das ich sehr oft gesungen habe, wusste ich ganz genau, was man machen kann und wie die Sänger sein müssen. Ich habe großen Wert auf die Klarheit der deutschen Sprache gelegt und so wurde ein Weg eingschlagen, der genau dem entspricht, was ich mir erhofft habe."

Schillers "Kabale und Liebe" wird ebenso aufgeführt wie "Der Raub der Sabinerinnen", der Schwank von Franz und Paul Schönthan. Außerdem geht es in den nächsten Tagen um Kirche und Politik sowie die Hölderlin-Rezeption in der DDR. Ein weit gespanntes Themenfeld, zusammengehalten von der Liebe zur deutschen Sprache, die Festspielgründerin Edda Moser zweifellos mit ihrem Publikum verbindet. Von der Sehnsucht nach einer Heimkehr in die deutsche Sprache schwärmt sie gerne und hofft auf einen tröstenden Effekt bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Edda Moser gründete das Festspiel der deutschen Sprache 2006 in Rudolstadt aus der Liebe zu ihrer Muttersprache, wie sie selbst sagt. Schon im Folgejahr zog sie nach Bad Lauchstädt, wo das Festival seitdem jährlich stattfindet.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 09. Oktober 2020 | 10:10 Uhr