Die Schauspielerin Marie Bäumer erhält den Preis für die Beste weibliche Hauptrolle in den Film 3 Tage in Quiberon
Charly Hübner übergibt der gerührten Marie Bäumer die Lola für die beste Schauspielerin Bildrechte: dpa

68. Deutscher Filmpreis "3 Tage in Quiberon" räumt ab

"3 Tage in Quiberon" über Romy Schneiders Leben wurde beim Deutschen Filmpreis als bester Film ausgezeichnet. Marie Bäumer wurde zudem als beste Schauspielerin geehrt und Emily Atef bekam die Lola für die beste Regie.

Die Schauspielerin Marie Bäumer erhält den Preis für die Beste weibliche Hauptrolle in den Film 3 Tage in Quiberon
Charly Hübner übergibt der gerührten Marie Bäumer die Lola für die beste Schauspielerin Bildrechte: dpa

"3 Tage in Quiberon" ist der große Gewinner des 68. Deutschen Filmpreis. Das Romy-Schneider-Drama von Emily Atef erhielt die Goldene Lola als bester Film sowie sechs weitere Trophäen. Silber ging an das NSU-Drama "Aus dem Nichts" von Fatih Akin und Bronze an "Western" von Valeska Grisebach. Der Film der deutsch-iranischen Regisseurin Atef handelt vom Leben der legendären Schauspielerin Romy Schneider. Emily Atef erhielt die Lola für die beste Regie

Beste Schauspielerin: Marie Bäumer

Eine Frau spielt mit ihrer Tochter auf dem Bett, während ein Fotograf die beiden fotografiert.
Favorit: "3 Tage in Quiberon" Bildrechte: 2018 PROKINO Filmverleih GmbH

Marie Bäumer wurde als beste Schauspielerin für ihre Rolle als Romy Schneider ausgezeichnet worden. "Ich bin sooooo glücklich, ich freue mich so unglaublich", rief Bäumer völlig überwältigt und fast in Tränen aufgelöst. Für sie sei mit diesem Film die Leidenschaft für das Kino noch einmal neu entfacht worden. Für ihre sensible Darstellung war Bäumer bereits bei der Berlinale gefeiert worden - am Ende aber leer ausgegangen. Bei der Lola-Gala gingen Bäumers Konkurrentinnen Diane Kruger ("Aus dem Nichts") und Kim Riedle ("Back for Good") leer aus.

"Ich bin sooooo glücklich, ich freue mich so unglaublich"

Marie Bäumer

Die Lola für die beste weibliche Nebenrolle erhielt die Österreicherin Birgit Minichmayr, die Romys Freundin Hilde spielt. Für die beste männliche Nebenrolle wurde Robert Gwisdek ausgezeichnet, der in dem Film den "Stern"-Reporter Michael Jürgs spielt. Der Film von Emily Atef erhielt auch die Preise für die beste Filmmusik sowie für die beste Kamera/Bildgestaltung. Er war mit zehn Nominierungen als der große Favorit ins Rennen gegangen

Bester Schauspieler: Franz Rogowski

Christian (gespielt von Franz Rogowski) schenkt  Marion (gespielt von Sandra Hüller) einen Geburtstagskuchen.
"In den Gängen" Bildrechte: MDR/Sommerhaus Filmproduktion/Anke Neugebauer

Als bester bester Schauspieler wurde Franz Rogowski ausgezeichnet für seine Rolle in der Liebesgeschichte "In den Gängen" geehrt. In dem Film vom Leipziger Regissuer Thomas Stuber spielt der 32-Jährige einen jungen Angestellten in einem Großmarkt, der sich in eine Kollegin verliebt - nach einem Drehbuch von Clemens Meyer.

Die Lola für das beste Drehbuch bekamen Regisseur Fatih Akin und sein Co-Autor Hark Bohm für "Aus dem Nichts". Die Lola für den besten Kinderfilm ging an "Amelie rennt". Als bester Dokumentarfilm wurde "Beuys" von Andres Veiel über den Künstler Joseph Beuys (1921-1986) gekürt.

Ehren-Lola für "Nordsee ist Mordsee"-Regisseur Hark Bohm

Zwei Preisträgern war die Lola, die als deutsches Pendant zum Oscar gilt, schon vorher sicher. Der 78-jährige Regisseur, Schauspieler und Autor Hark Bohm ("Nordsee ist Mordsee") ist Lola-Ehrenpreisträger und wurde für herausragende Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet. Die undotierte Lola für den "besucherstärksten deutschen Film des Jahres" ging an Autor und Regisseur Bora Dagtekin für die Komödie "Fack ju Göhte 3" mit mehr als sechs Millionen Besuchern.

Debatte um Sexismus

Die Präsidentin der Deutschen Filmakademie, Iris Berben, sagte zu Beginn der Veranstaltung, die längst überfällige Debatte um Sexismus und Machtmissbrauch in der Filmbranche müsse ohne Häme und Ausgrenzung geführt werden. Sie wehre sich dagegen, dass Männer per se unter Generalverdacht gestellt würden. Aber wo es Einschüchterung und Mobbing gebe, müsse es heißen: "Eure Zeit ist vorbei. Nehmt euch mal 'ne Auszeit." Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sagte: "Gleichberechtigung haben wir erst dann, wenn die künstlerischen Leistungen von Frauen ebenso anerkannt sind wie die von Männern."

Die Lolas sind die wichtigste Auszeichnung für das deutsche Kino. Durch die Gala vor 1.900 promineten Gästen führte Schauspieler Edin Hasanovic. Im letzten Jahr hatte "Toni Erdmann" fast alle Lolas abgesahnt.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 27. April 2018 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. April 2018, 15:02 Uhr