Jennifer Beals in Flashdance
Jennifer Beals tanzte 1983 im Kultfilm "Flashdance" Bildrechte: imago/Entertainment Pictures

Vor 35 Jahren Als die Musik aus "Flashdance" die Charts anführte

Egal ob "Saturday Night Fever", "Dirty Dancing" oder "Flashdance". In den 1980er-Jahren waren Musikfilme die großen Abräumer an den Kinokassen. Ebenso erfolgreich waren ihre Soundtracks. 1983 eroberte die Musik aus "Flashdance" die Charts. Dabei kam der Film mit einer erstaunlich eindimensionalen Story aus.

von Thomas Hartmann, MDR KULTUR

Jennifer Beals in Flashdance
Jennifer Beals tanzte 1983 im Kultfilm "Flashdance" Bildrechte: imago/Entertainment Pictures

Bei der Oscarverleihung 1984 gönnt sich Hollywood mal was ganz Besonderes. Denn die Dame, die freudestrahlend "Flashdance... What A Feeling" zum Besten Song kürt, ist keine andere als Jennifer Beals. Die hat gerade einen riesigen Erfolg gelandet und weltweit die Herzen der Kinozuschauer erobert. Ausgerechnet mit  "Flashdance", dem so populären Musik- und Tanzfilm, in dem sie die Hauptrolle der "Alex" spielt und aus dem der Oscargewinner stammt.

And The Winners Are: Giorgio Moroder, Keith Forsey and Irene Cara for 'Flashdance... What A Feeling'.

Jennifer Beals bei der Oscarverleihung 1984

"Flashdance" ist 1983 ein Ereignis. Weltweit. Die für den Film eingesetzten vier Millionen Dollar bringen über 200 Millionen zurück, was den beteiligten Geschäftsleuten vermutlich Tränen des Glücks in die Augen treibt. Und auch der Soundtrack, auf dem zum Beispiel Kim Carnes, Laura Brannigan, Irene Cara oder Donna Summer vertreten sind, läuft grandios. In den USA regiert er die Charts ebenso wie in Österreich. Die Westdeutschen verhelfen ihm, eifrig kaufend, für volle acht Wochen zum Spitzenplatz.

Jennifer Beals in Flashdance
Tanzszene aus "Flashdance" Bildrechte: imago/United Archives

Erstaunlich geradliniger Film

Alex also ist die Heldin in "Flashdance". Sie geht zwei sehr verschiedenen Professionen nach: Sie schweißt - und treibt Männern mit ihrem Tanz den Schweiß auf die Stirn. Abends, in einem Klub, der durchaus das fragwürdige Ambiente eines Strip-Lokals ausstrahlt, aber doch mit höherklassigen Tanzdarbietungen aufwartet. Die letzten Hüllen der Damen fallen nicht, und ihre Aufführungen tragen streckenweise avantgardistische Züge. Trotzdem: Eine Erfüllung für Alex stellt das selbstredend nicht dar. Sie will raus aus Klub und Arbeitsklamotten, als Tänzerin höher hinaus und deshalb zur Pittsburgh Dance and Repertory Company.

Jennifer Beals und Michael Nouri in Flashdance
Jennifer Beals und Michael Nouri in "Flashdance" Bildrechte: imago/United Archives

Obendrein macht ihr Chef Alex Avancen. Erst sagt sie nein, weil er nunmal ihr Boss ist. Der Widerstand aber erlischt rasch. Und so ist relativ früh klar, wohin die filmische Reise geht. Es ist geradezu erstaunlich, mit welcher Geradlinigkeit und Eindimensionalität "Flashdance" aufs große Happy End zusteuert. Da gehen Filme wie "Saturday Night Fever" oder "Dirty Dancing" doch anders vor und gönnen sich eine zweite Ebene. Der eine, in dem er die männlichen Helden der Disco-Szene als saufende Frauenfeinde, die nichts auf die Reihe kriegen, hinstellt. Der andere, in dem er ein Liebespaar aus unterschiedlichen Schichten zusammenführt. Bei "Flashdance" fehlt sowas. Auch wenn Alex mal weint.

Ein Symbol für die 80er-Jahre

Jennifer Beals in Flashdance
"Flashdance... What A Feeling" führte 1983 die Charts an Bildrechte: imago/Entertainment Pictures

Letztendlich kann Alex zufrieden sein. Es kommt ziemlich alles so, wie sie sich das erhofft. Und die Zuschauer gönnen ihr das natürlich. Zeitweilig färbt das hier gesichtete Outfit gar auf die Modeindustrie ab. Heute gilt "Flashdance" als Kult, und wird an die 1980er erinnert, wird dieser Film gern herausgeholt. Er ist so etwas wie ein Symbol für dieses Jahrzehnt geworden. Hauptdarstellerin Jennifer Beals allerdings hat - trotz vieler Rollen - an diesen Erfolg nie wieder anknüpfen können.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 21. Oktober 2018 | 13:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2018, 04:00 Uhr