Kritik an Facebook und Co. Bestseller-Autor Frank Schätzing hält Facebook für undemokratisch

Der Bestsellerautor Frank Schätzing warnt vor den Gefahren Sozialer Medien. Er ruft dazu auf, aus ihnen auszusteigen und sie erst wieder zu nutzen, wenn sie demokratisiert sind. Der Schriftsteller hatte für seinen aktuellen Science-Fiction-Thriller "Die Tyrannei des Schmetterlings" lange bei großen IT-Unternehmen im Silicon Valley recherchiert.

Der Bestseller-Autor Frank Schätzing ("Der Schwarm") hält Social-Media-Plattformen wie Facebook für undemokratisch. Schätzing sagte MDR KULTUR, die Dienste verengten unser Weltbild dramatisch. Viele Beschäftigte bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken seien zwar getrieben von der Idee, die Welt zu verbessern. Sie wollten Ungleichheiten auflösen und allen Menschen Zugang zum Netz verschaffen. Aber die Entwicklung sei in die falsche Richtung gelaufen.

Die Konzerne sind ihren Machern unter den Händen explodiert.

Frank Schätzing
Frank Schätzing: "Die Tyrannei des Schmetterlings"
Frank Schätzings aktuelles Buch "Die Tyrannei des Schmetterlings" beschäftigt sich mit Künstlicher Intelligenz Bildrechte: Kiepenheuer & Witsch

Die Algorithmen der Netzwerke seien nicht darauf ausgerichtet, uns klüger und kritischer zu machen. Stattdessen zeigten sie uns immer mehr von dem, was uns gefalle und immer weniger von dem, was uns nicht gefalle, sagte Schätzing. Wann immer wir die Dienste in dem Glauben nutzten, etwas umsonst zu bekommen, erzählten wir dem Algorithmus etwas über uns - bis er uns besser kenne als wir selbst. "Das sollten wir uns nicht gefallen lassen", meint Schätzing.

Wir sollten aus diesen Netzwerken aussteigen und erst wieder einsteigen, wenn sie demokratisiert sind.

Frank Schätzing
ILLUSTRATION - Die Schatten von Jugendlichen mit einem Laptop sind vor dem Schriftzug des sozialen Internet-Netzwerks Facebook zu sehen
Soziale Netzwerke wie Facebook hält Schätzing für gefährlich Bildrechte: dpa

Eine der Ursachen für diese Entwicklung sieht Schätzing in der Entstehungsgeschichte von Facebook. Mark Zuckerberg hatte das Netzwerk ursprünglich als Bewertungssystem für das Aussehen von Studentinnen gegründet. Schätzing meint, dass sich der Facebookgründer nie für die wirklichen Personen in den Netzwerken interessiert habe sondern nur die aus ihnen abzuschöpfende Daten im Fokus hatte.

Ich glaube, Zuckerberg hat sich nie für Menschen interessiert. Zuckerberg hat sich nur dafür interessiert, wie man sehr schnell an die Daten von Menschen kommen kann, um gezielter Produkte und Dienstleistungen zu bewerben.

Frank Schätzing

Für seinen aktuellen Science-Fiction-Thriller "Die Tyrannei des Schmetterlings" hatte Schätzing lange bei den großen IT-Unternehmen im Silicon Valley recherchiert. In dem Roman geht es um Künstliche Intelligenz.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR-Café | 18. November 2018 | 12:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. November 2018, 04:00 Uhr

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