Freiburger Barockorchester: "Mozart. Youth Symphonies" So genial komponierte schon der ganz junge Mozart

Das Freiburger Barockorchester spielt Mozart. Das ist ungewöhnlich, da sich die Musizierenden doch auf eine ganz andere musikalische Epoche spezialisiert haben. Doch genau dadurch ist das Album eine besondere Entdeckung. Das Ensemble hat sich die Werke des jungen Komponisten vorgenommen, die teilweise schon in Kinderjahren entstanden sind.

Portrait von Wolfgang Amadeus Mozart.
Die auf dem Album zu hörende Sinfonie Es-Dur KV 16 komponierte Mozart noch vor seinem 10. Geburtstag Bildrechte: imago images/KHARBINE-TAPABOR

Die Frage, ob ein auf Barockmusik spezialisiertes Orchester bei dem Wiener Klassiker Mozart nicht den selbst gesteckten Rahmen verlässt, verneint Petra Müllejans, die langjährige Leiterin des Freiburger Barockorchesters. Im Gegenteil, vom Barock zu kommen sei ein Vorteil, meint sie. Denn lange Zeit stülpte man der Mozart-Interpretation einfach den modernen symphonischen Klang über.

Freiburger Barockorchester: „Mozart. Youth Symphonies“
Das Cover des Albums zeigt das Wunderkind Bildrechte: Aparte Music

Die Erkenntnisse historischer Aufführungspraxis hielten erst mit Ensembles wie dem Freiburger Barockorchester Einzug in die Musiklandschaft. Musiker wie sie haben diese Herangehensweise bis heute kultiviert und von ihnen strahlte es auf den Rest der Musikwelt aus.

Doch bei aller Kenntnis historischer Aufführungspraxis und einem doch auch sehr schlanken und strukturierten Mozartklang – das Musikantische, das Atmende, Lebendige, das ja bei Mozart so wichtig ist, das ist diesen Aufnahmen genauso eigen.

Ungewohntes wagen

Freiburger Barockorchester
Das Freiburger Barockorchester Bildrechte: MDR/Thomas Wedel

Und dieses unakademische Herangehen war schon immer ein Markenzeichen des Freiburger Barockorchesters. Denn eine Hardcore-Ausbildung in Sachen Alter Musik, wie an der Schola Cantorum in Basel beispielsweise hatten die Freiburger eigentlich nie, sagt Müllejans die sich schmunzelnd daran erinnert, wie sie damals bei ihren ersten Versuchen in der Alten Musik von den Baslern belächelt wurden. Und wie man den Puristen dann entgegenhielt: "Dafür können wir aber super Geige spielen!"

Den jungen Mozart entdecken

Und dieses Zusammentreffen von Spielfreude und historischer Informiertheit machen diese Mozart-Aufnahmen zu einem besonders fesselnden Erlebnis.

Der junge Mozart am Klavier.
Mozart als Siebenjähriger mit seinem Vater und seiner Schwester Marianne Bildrechte: imago images/KHARBINE-TAPABOR

Es sind Sinfonien und Tänze des ganz jungen Mozart, die das Freiburger Barockorchester hier eingespielt hat. Die Musiker vermögen es, die Unbekümmertheit und Experimentierfreude des jungen Mozart mit den gerade in diesen Werken immer wieder anzutreffenden Verweisen auf die Kompositionstechniken früherer Jahre zu verknüpfen. So spielt hier auch die berühmte Violinschule von Vater Mozart eine wichtige Rolle für die Interpretationsform.

Im Ergebnis steht dann ein Aha-Erlebnis: Wie genial der junge Mozart mit eben diesen überlieferten Formen zu spielen wusste und daraus Neues zu formen in der Lage war.

Dass dieses neue Album des Freiburger Barockorchesters aber so gelungen daherkommt, hängt auch mit der langjährigen Erfahrung des Orchesters und einer großen Kontinuität von Qualität und Personal zusammen. Nicht umsonst ist man eines der führenden und gefragtesten Ensembles auf diesem Gebiet. Mit dem neuen Mozart-Album fügt man der facettenreichen Diskografie des Orchesters eine weitere spannende Farbe hinzu.

Angaben zum Album "Mozart. Youth Symphonies"
Freiburger Barockorchester
Leitung: Gottfried von der Goltz
Label: Aparte Music

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 13. Januar 2020 | 07:40 Uhr

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