Naturkunstwerke, Klangspaziergänge, Freilichtmuseen Ausflugstipps: Kultur in Sachsen unter freiem Himmel genießen

Die Museen in Sachsen haben nach der Corona-Pause zwar wieder geöffnet, Kunst und Kultur können aber auch an der frischen Luft bestaunt werden. Zum Beispiel im Bergbau-Technik-Park bei Leipzig, im Zittauer Gebirge, auf dem Malerweg im Elbsandsteingebirge oder bei einem Klangspaziergang zu Heinrich Schütz. Eine Auswahl an Ausflugstipps:

Schaufelradbagger
Ein riesiger Schaufelradbagger erinnert im Bergbau-Technik-Park südlich von Leipzig an den Kohlabbau. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Industriekultur erleben im Bergbau-Technik-Park

Wo heute Touristen und Leipziger das Neuseenland genießen, war einst ein riesiges Braunkohleabbaugebiet. Von 1937 bis 1996 wurde südlich von Leipzig Braunkohle abgebaut. Das 40 Quadratkilometer große Tagebaugebiet Espenhain brachte nicht nur Kohle für die DDR, sondern ließ auch ganze Dörfer verschwinden. Heute erinnert an all das ein Bergbau-Technik-Park auf einer 5,4 Hektar großen Ausstellungsfläche. Zwei Großgeräte aus dem ehemaligen Tagebau sind Kernstück der Ausstellung: der Schaufelradbagger 1547, 1.300 Tonnen schwer, Baujahr 1985 und das Bandabwurfgerät 1115 mit einem Gewicht von 2.400 Tonnen aus dem Jahr 1986.

Mehr Informationen Adressen:
Am Westufer 2, 04463 Großpösna

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 10 bis 17 Uhr, Saisonende: 15 November 2020

Eintritt:
7 Euro, ermäßigt 4 Euro; Kinder bis fünf Jahre sind kostenfrei


Historische Parkanlagen und Schlossgärten

Sendungsbild
Der Schlosspark Pillnitz Bildrechte: MDR/Bigalke

Barocke Statuen, weite Wasserflächen, exotische Palmengärten: Sachsens Parkanlagen und historische Gärten laden zum Verweilen ein und bieten Erholung. Viele Parks gehören zudem zu sehenswerten Schlössern, wie etwa der Schlosspark Pillnitz oder der Barockgarten Großsedlitz, nur 20 Kilometer vom Dresdner Stadtzentrum entfernt. Auch der Park rund um die Moritzburg, berühmt für "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", ist einen Besuch wert.

Auswahl an Parkanlagen

Barockgarten Großsedlitz
Parkstraße 85
01809 Heidenau

Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr
Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 4 Euro

Barockgarten Zabeltitz
Am Park 1
01561 Großenhain OT Zabeltitz

Öffnungszeiten: täglich 6 bis 22 Uhr
Eintritt: frei

Großer Garten Dresden
Hauptallee 10
01219 Dresden

Öffnungszeiten: rund um die Uhr
Eintritt: frei

Schlosspark Pillnitz
August-Böckstiegel-Straße 2
01326 Dresden

Öffnungszeiten: täglich 9 bis 18 Uhr
Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, Kinder bis 16 Jahre frei

Schlosspark Barockschloss Moritzburg
Schloßallee
01468 Moritzburg

Öffnungszeiten: täglich 6 bis 22 Uhr
Eintritt: frei

Schlosspark Lichtenwalde
Schlossallee 1
09577 Niederwiesa, OT Lichtenwalde

Öffnungszeiten: täglich 9:30 bis 18 Uhr
Eintritt: frei

Bitte beachte jeweils die aktuellen Hygiene-Maßnahmen, mehr Infos dazu gibt es auf der Website "Schlösserland Sachsen".


Magische Ruinen auf dem Berg Oybin im Zittauer Gebirge

Bergfriedhof Oybin
Die älteste Grabplatte auf dem Bergfriedhof Oybin stammt aus dem 16. Jahrhundert. Bildrechte: MDR/Viola Simank

Schon die Maler der Romantik wussten um die magische Wirkung des Oybin, unter ihnen Caspar David Friedrich oder Carl Gustav Carus. Hoch oben auf dem Berg im Zittauer Zipfel an der Grenze zu Polen und Tschechien thronen die Überreste einer alten Kaiserfestung und Klosterruine. Der gleich daneben gelegene Bergfriedhof Oybin gilt als der einzige noch bewirtschaftete Bergfriedhof Deutschlands.

Berg und Gemäuer laden zum Entdecken, Wandern und für den Ausblick auf die malerische Landschaft ein, die einst von Vulkanen geformt wurde. Auch heute wird hier noch Dampf ausgestoßen – der stammt allerdings von der Zittauer Schmalspurbahn, die auch Oybin anfährt.

Mehr Informationen Burg und Kloster Oybin sind ganzjährig geöffnet.
November bis März: 10-16 Uhr
April bis Oktober: 9-17 Uhr


Malerweg: Durch die Gemälde von Caspar David Friedrich wandern

Szenen aus der Unterwegs in Sachsen-Sendung auf dem Malerweg in der Sächsischen Schweiz.
Auf dem Malerweg in der Sächsischen Schweiz Bildrechte: MDR/Beate Werner

Von der einzigartigen Naturlandschaft des Elbsandsteingebirges, südöstlich von Dresden, ließen sich Maler wie Caspar David Friedrich zu romantischen Kunstwerken inspirieren. Entlang des Malerwegs kann man auf seinen Spuren und denen anderer Künstler wandeln.

Auf den 112 Kilometern zeigen Schautafeln die historische Landschaftskunst an eben jenen Orten, an denen sie einst entstanden ist. Die landschaftlichen und historischen Attraktionen sind hier besonders dicht: Festung Königstein, Lilienstein, Pfaffenstein, Barbarine, Kuhstall, Affensteine, Schrammsteine, Kirnitzschtal, Burg Hohnstein, Bastei und vieles mehr liegen auf dem Weg.

Infos zum Malerweg Die Strecke verläuft vom Liebethal bis Wehlen.
Länge: 112 Kilometer


Klangspaziergänge zu Heinrich Schütz

Auf einem Smartphone ist eine App mit dem Portrait des Komponisten Heinrich Schütz aufgerufen
Swalk-App zu Heinrich Schütz Bildrechte: MDR/Mandy Schalast-Peitz

Heinrich Schütz gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des Frühbarock. Mit einer Soundwalk-App kann man seinen Spuren an den Stellen seines Wirkens nachgehen, beispielsweise in Dresden, aber auch in Bad Köstritz (Thüringen) und Zeitz (Sachsen-Anhalt). Kommt man an eine Hörstation, startet automatisch eine Audiodatei: Mal berichtet ein Erzähler aus dem Leben von Schütz und mal hört man seine Musik. Die App "Swalk Heinrich Schütz" gibt es für Android- und iOS-Smartphones.


Wie Kinderspielzeug aus Holz angefertigt wird

Hans-Günter Flad ist einer der wenigen Spielzeugmacher, die noch die Kunst des Reifendrehens beherrschen. Bei den 14. Tagen des historischen Handwerks im Freilichtmuseum im Spielzeugdorf Seiffen am 18. und 19. Mai 1996 stellte er sein Können unter Beweis. Die beim Reifendrehen entstehenden Holzfiguren sind erst dann zu erkennen, wenn der Reifen zertrennt wird.
Ein Spielzeugmacher zeigt die Kunst des Reifendrehens (Aufnahme von 1996) Bildrechte: dpa

Das Erzgebirgische Freilichtmuseum in Seiffen führt in die Welt des Holzhandwerkes, das in der Gegend auch eng mit der Spielwarenfertigung verbunden ist. Bewundert werden können Werkstätten, Maschinen und Handwerkszeug zur Gestaltung von Holzspielzeug, das (nicht nur) Kinderherzen höher schlagen lässt. Auch eine Reifendreherei aus dem Jahr 1760 findet sich auf dem weiträumigen Gelände, insgesamt gibt es 14 Gebäudekomplexe, inklusive zwei Wasserkraftanlagen.

Infos zum Erzgebirgischen Freiluftmuseum Anschrift:
Hauptstraße 203
09548 Seiffen

Öffnungszeiten: täglich von 10-17 Uhr geöffnet
Preise: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro, 1,50 Euro für Kinder

Natur genießen im UNESCO-Welterbe-Park in Bad Muskau

Der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau ist einer der schönsten Landschaftsparks Deutschlands. Gerade im Frühling beginnt sich seine Pracht zu entfalten. Seit 2004 gehört die Anlage zum UNESCO-Welterbe. Auf zahlreichen gewundenen Wegen kann man die Pflanzenpracht bewundern, Brücken überqueren die Gewässer, Seen laden zum Verweilen ein und sogar einen kleinen Wasserfall gibt es.


Deutsches Landwirtschaftsmuseum Schloss Blankenhain

Deutsches Landwirtschaftsmuseum Schloss Blankenhain
Blick auf das Schloss Blankenhain Bildrechte: IMAGO

Einen Einblick in die historische Landwirtschaft kann man auf Schloss Blankenhain in Crimmitschau erlangen. In den ehemaligen Rittergutskuhställen werden Objekte des damaligen Landhandwerks gezeigt. Aber auch heute schon historisch gewordene landwirtschaftliche Gerätschaften gibt es zu sehen, wie Traktoren aus verschiedenen Epochen. Die Ausstellung beherbergt die weltweit größte Sammlung an kuriosen Eigenbautraktoren. Auch die Brauerei und die Brennerei gewähren einen Einblick in die Alkoholherstellung.

Infos zum Deutschen Landwirtschaftsmuseum Adresse:
Schloss Blankenhain
Am Schloss 9
08451 Crimmitschau

Öffnungszeiten und Eintritt:
Bis zum 15. Oktober täglich von 9-17 Uhr geöffnet.
Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro


Archeo-Pfad am Geberbach bei Dresden

Im Süden von Dresden, genauer im Stadtteil Prohlis, können Fans von Freiluftkultur prähistorische Welten entdecken. Der "Archeo-Pfad" ist ein kulturhistorischer Rundwanderweg und elf Kilometer lang. Entlang des Weges sind Info-Stelen zu finden (unter anderem am Palitzsch-Museum sowie auf dem Trutzsch), die Wanderern Wissenswertes über Funde aus der Bronzezeit, die Ziegelindustrie und eine vierfache Kreisgrabenanlage vermitteln.

Kultur und Natur in der Oberlausitz entdecken

Silberreiher an einem See
In der Oberlausitzer Teichlandschaft lassen sich zahlreiche Vögel beobachten, wie beispielsweise Silberreiher. Bildrechte: imago/blickwinkel

Zahlreiche (Rad-)Wanderwege führen durch die vielfältige Teich- und Heidelandschaft im östlichen Sachsen und ermöglichen es eine einzigartige Kultur und eine vielfältige Natur zu entdecken. Die UNESCO hat einen Teil der Landschaft 1994 als Biosphärenreservat anerkannt. Menschen mit Geduld und Glück können von den Beobachtungstürmen aus den hier heimischen Seeadler oder Kraniche beobachten. Im gesamten Gebiet finden sich außerdem alte Gutshäuser und Gehöfte, in denen die sorbische Kultur noch lebendig ist. Das Museum "Haus der tausend Teiche" hat inzwischen auch wieder geöffnet. Für einen Besuch ist jedoch eine Voranmeldung notwendig.

Kulturelle Ausflugstipps

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 07. April 2020 | 22:00 Uhr