Naturkunstwerke, Klangspaziergänge, Freilichtmuseen Ausflugstipps: Kultur in Sachsen unter freiem Himmel genießen

Trotz Corona-Pandemie öffnen die Museen in Sachsen langsam wieder ihre Türen. Kunst und Kultur können aber immer auch an der frischen Luft bestaunt werden. Zum Beispiel auf dem Malerweg im Elbsandsteingebirge, dem Archaeo-Pfad bei Dresden oder einem Klangspaziergang zu Heinrich Schütz. Eine Auswahl an Ausflugstipps:

Bad Muskau  -  Fürst Pückler Park
Das Muskauer Schloss im Fürst-Pückler-Park Bildrechte: Christoph Stelzner

Burg Kriebstein – so müssen Ritterburgen aussehen

Burg Kriebstein bei Waldheim
Burg Kriebstein bei Waldheim Bildrechte: Colourbox.de

Eindrucksvoll erhebt sich Burg Kriebstein auf hohen Felsen über einer Flussschleife der Zschopau. Die Anlage stammt aus der Spätgotik, ist seit mittlerweile über 600 Jahre voll erhalten und gilt unter anderem auch deswegen als Sachsens schönste Ritterburg.

Für Besucher interessant ist vor allem der riesige Wohnturm, der sich vom Keller der Burg bis in die aus dem Mittelalter stammenden, historisch erhaltenen Dachgeschossanlagen erstreckt. Direkt im Städtedreieck Leipzig-Chemnitz-Dresden gelegen ist Burg Kriebstein für einen Tagesausflug gut erreichbar. Wer Lust hat, abseits der Burg noch die Gegend zu erkunden, kann eine kleine Wanderung unternehmen.

Weitere Informationen Burg Kriebstein
Kriebsteiner Straße 7
09648 Kriebstein

Öffnungszeiten:
April - Oktober: Dienstag bis Freitag: 10 - 17 Uhr
Samstag/Sonntag: 10 - 18 Uhr
November: Samstag/Sonntag: 10 - 16 Uhr

Malerweg: Durch die Gemälde von Caspar David Friedrich wandern

Szenen aus der Unterwegs in Sachsen-Sendung auf dem Malerweg in der Sächsischen Schweiz.
Auf dem Malerweg in der Sächsischen Schweiz Bildrechte: MDR/Beate Werner

Von der einzigartigen Naturlandschaft des Elbsandsteingebirges, südöstlich von Dresden, ließen sich Maler wie Caspar David Friedrich zu romantischen Kunstwerken inspirieren. Entlang des Malerwegs kann man auf seinen Spuren und denen anderer Künstler wandeln.

Auf den 112 Kilometern zeigen Schautafeln die historische Landschaftskunst an eben jenen Orten, an denen sie einst entstanden ist. Die landschaftlichen und historischen Attraktionen sind hier besonders dicht: Festung Königstein, Lilienstein, Pfaffenstein, Barbarine, Kuhstall, Affensteine, Schrammsteine, Kirnitzschtal, Burg Hohnstein, Bastei und vieles mehr liegen auf dem Weg.

Infos zum Malerweg Die Strecke verläuft vom Liebethal bis Wehlen.
Länge: 112 Kilometer


Klangspaziergänge zu Heinrich Schütz

Auf einem Smartphone ist eine App mit dem Portrait des Komponisten Heinrich Schütz aufgerufen
Swalk-App zu Heinrich Schütz Bildrechte: MDR/Mandy Schalast-Peitz

Heinrich Schütz gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des Frühbarock. Mit einer Soundwalk-App kann man seinen Spuren an den Stellen seines Wirkens nachgehen, beispielsweise in Dresden, aber auch in Bad Köstritz (Thüringen) und Zeitz (Sachsen-Anhalt). Kommt man an eine Hörstation, startet automatisch eine Audiodatei: Mal berichtet ein Erzähler aus dem Leben von Schütz und mal hört man seine Musik. Die App "Swalk Heinrich Schütz" gibt es für Android- und iOS-Smartphones.


Wie Kinderspielzeug aus Holz angefertigt wird

Hans-Günter Flad ist einer der wenigen Spielzeugmacher, die noch die Kunst des Reifendrehens beherrschen. Bei den 14. Tagen des historischen Handwerks im Freilichtmuseum im Spielzeugdorf Seiffen am 18. und 19. Mai 1996 stellte er sein Können unter Beweis. Die beim Reifendrehen entstehenden Holzfiguren sind erst dann zu erkennen, wenn der Reifen zertrennt wird.
Ein Spielzeugmacher zeigt die Kunst des Reifendrehens (Aufnahme von 1996) Bildrechte: dpa

Das Erzgebirgische Freilichtmuseum in Seiffen führt in die Welt des Holzhandwerkes, das in der Gegend auch eng mit der Spielwarenfertigung verbunden ist. Bewundert werden können Werkstätten, Maschinen und Handwerkszeug zur Gestaltung von Holzspielzeug, das (nicht nur) Kinderherzen höher schlagen lässt. Auch eine Reifendreherei aus dem Jahr 1760 findet sich auf dem weiträumigen Gelände, insgesamt gibt es 14 Gebäudekomplexe, inklusive zwei Wasserkraftanlagen.

Infos zum Erzgebirgischen Freiluftmuseum Anschrift:
Hauptstraße 203
09548 Seiffen

Öffnungszeiten: täglich von 10-17 Uhr geöffnet
Preise: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro, 1,50 Euro für Kinder

Natur genießen im UNESCO-Welterbe-Park in Bad Muskau

Pückler-Park Bad Muskau Blick zum Pücklerstein
Der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau Bildrechte: MDR/Wolfgang Leyn

Der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau ist einer der schönsten Landschaftsparks Deutschlands. Gerade im Frühling beginnt sich seine Pracht zu entfalten. Seit 2004 gehört die Anlage zum UNESCO-Welterbe. Auf zahlreichen gewundenen Wegen kann man die Pflanzenpracht bewundern, Brücken überqueren die Gewässer, Seen laden zum Verweilen ein und sogar einen kleinen Wasserfall gibt es.


Deutsches Landwirtschaftsmuseum Schloss Blankenhain

Deutsches Landwirtschaftsmuseum Schloss Blankenhain
Blick auf das Schloss Blankenhain Bildrechte: IMAGO

Einen Einblick in die historische Landwirtschaft kann man auf Schloss Blankenhain in Crimmitschau erlangen. In den ehemaligen Rittergutskuhställen werden Objekte des damaligen Landhandwerks gezeigt. Aber auch heute schon historisch gewordene landwirtschaftliche Gerätschaften gibt es zu sehen, wie Traktoren aus verschiedenen Epochen. Die Ausstellung beherbergt die weltweit größte Sammlung an kuriosen Eigenbautraktoren. Auch die Brauerei und die Brennerei gewähren einen Einblick in die Alkoholherstellung.

Infos zum Deutschen Landwirtschaftsmuseum Adresse:
Schloss Blankenhain
Am Schloss 9
08451 Crimmitschau

Öffnungszeiten und Eintritt:
Bis zum 15. Oktober täglich von 9-17 Uhr geöffnet.
Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro


Archeo-Pfad am Geberbach bei Dresden

Im Süden von Dresden, genauer im Stadtteil Prohlis, können Fans von Freiluftkultur prähistorische Welten entdecken. Der "Archeo-Pfad" ist ein kulturhistorischer Rundwanderweg und elf Kilometer lang. Entlang des Weges sind Info-Stelen zu finden (unter anderem am Palitzsch-Museum sowie auf dem Trutzsch), die Wanderern Wissenswertes über Funde aus der Bronzezeit, die Ziegelindustrie und eine vierfache Kreisgrabenanlage vermitteln.

Kultur und Natur in der Oberlausitz entdecken

Silberreiher an einem See
In der Oberlausitzer Teichlandschaft lassen sich zahlreiche Vögel beobachten, wie beispielsweise Silberreiher. Bildrechte: imago/blickwinkel

Zahlreiche (Rad-)Wanderwege führen durch die vielfältige Teich- und Heidelandschaft im östlichen Sachsen und ermöglichen es eine einzigartige Kultur und eine vielfältige Natur zu entdecken. Die UNESCO hat einen Teil der Landschaft 1994 als Biosphärenreservat anerkannt. Menschen mit Geduld und Glück können von den Beobachtungstürmen aus den hier heimischen Seeadler oder Kraniche beobachten. Im gesamten Gebiet finden sich außerdem alte Gutshäuser und Gehöfte, in denen die sorbische Kultur noch lebendig ist. Das Museum "Haus der tausend Teiche" hat inzwischen auch wieder geöffnet. Für einen Besuch ist jedoch eine Voranmeldung notwendig.

Kultur in Zeiten von Corona

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 07. April 2020 | 22:00 Uhr