Tom Wlaschiha posiert 2015 auf einem eisernen Thron.
Tom Wlaschiha auf dem "Eisernen Thron", der das Ziel der Machtkämpfe in der HBO-Serie "Game of Thrones" ist. Bildrechte: dpa

Von Sachsen in die Welt der Drachen Tom Wlaschiha kannte "Game of Thrones" beim Casting nicht

Als sich Tom Wlaschiha für eine Rolle bei "Game of Thrones" bewarb, hatte er noch nie etwas von der Serie gehört. Mittlerweile ist der Sachse eine der wichtigen Figuren in dem Fantasy-Epos. Sein Schauspielstudium absolvierte er in Leipzig. Seine prägenden Schauspielerfahrungen erlebte er am Theater, woran sein Herz auch heute noch hängt.

Tom Wlaschiha posiert 2015 auf einem eisernen Thron.
Tom Wlaschiha auf dem "Eisernen Thron", der das Ziel der Machtkämpfe in der HBO-Serie "Game of Thrones" ist. Bildrechte: dpa

Seit der zweiten Staffel der international erfolgreichen HBO-Serie "Game of Thrones" gehört der Schauspieler Tom Wlaschiha zum Ensemble der aufwändig gestalteten, düsteren Fantasy-Welt. Als geheimnisvoller "Mann ohne Gesicht", Jaqen H'ghar, prägt er den Mythos entscheidend mit. Dabei kannte er die Serie überhaupt nicht, als er sich bei einem Casting für eine Rolle darin bewarb, sagte Wlaschiha im Gespräch mit MDR KULTUR. Als er sein Bewerbungsvideo an die Produzenten sandte, war die erste Staffel noch nicht im Fernsehen gelaufen, die Serie noch unbekannt. Wlaschiha hatte mit der Rolle im Fantasy-Epos anfangs sogar Berührungsschwierigkeiten:

Tom Wlaschiha
Tom Wlaschiha Bildrechte: IMAGO

Und da stand dabei 'amerikanische Fantasy-Serie' [...] Drachen kommen vor […] Ich hab die Szene gelesen und dachte: Herr Gott, was ist denn das?

Tom Wlaschiha

Für Wlaschiha ist das Spielen auf Bühne und Leinwand in Deutschland nur schwer vereinbar. Irgendwann müsse man sich dann entscheiden. In anderen Ländern sei ein Spagat zwischen Leinwand und Bühne einfacher zu realisieren, betonte Wlaschiha.

So großartig die Theaterlandschaft und das Repertoiretheater hier ist, hat es doch den Nachteil, dass Film, Fernsehen und Theater recht getrennte Metiers sind.

Tom Wlaschiha

Von Sachsen nach Westeros

Geboren 1973 im sächsischen Dohna bei Dresden, ist Wlaschiha in Bad Schandau aufgewachsen. Die Gegend um Dresden weckt bis heute in ihm Heimatgefühle. Schon als Kind wusste er, dass er einen Kreativberuf ergreifen will, liebäugelte anfangs mit einer Musikerlaufbahn, entschied sich dann jedoch für das Schauspiel.

Wlaschiha absolvierte eine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" in Leipzig. Ende der 90er-Jahre gehörte er zum Ensemble des Theaters Junge Generation in Dresden und zur Volksbühne Berlin. Dem Theater fühlt er sich bis heute verbunden, bekommt aber Theaterrollen und Filmdrehs u.a. aus Zeitgründen nicht mehr zusammen.

Tom Wlaschiha, 2016
Tom Wlaschiha Bildrechte: IMAGO

Wenn man am Theater ist, dann ist man stark beschäftigt und hat wenig Zeit zu drehen. Andersherum wäre es extrem aufwendig, wenn man im Ausland dreht und dann für zwei oder drei Vorstellungen nach Berlin, München oder Stuttgart fliegen müsste.

Tom Wlaschiha

Dreh mit Annaud und Spielberg

Wlaschiha entschied sich, vorranging in Film- und Fernsehproduktionen mitzuwirken. Er engagierte eine internationale Agentur mit Sitz in London, was ihm Rollen z.B. in Jean-Jacques Annauds Kriegsdrama "Duell - Enemy at the Gates" oder Steven Spielbergs Film "München" brachte. Gerade die Anfangszeit war aber auch sehr schwer, bekennt er, so flog er auf eigene Kosten zu 20 bis 30 Castings, aus denen sich keine Rollen ergaben.

Man muss auf alle Fälle große Ziele haben, um ein Stück weit weiterzukommen.

Tom Wlaschiha

Neben seiner bekannten Rolle als geheimnisvoller Jaqen H'ghar in der US-Fantasyserie "Game of Thrones" spielt Wlaschiha derzeit auch in der international koproduzierten Krimiserie "Crossing Lines" mit. Gemeinsam mit Ken Duken war er 2017 in dem atmosphärisch dichten Thriller "Berlin Falling" im Kino zu sehen. Jede Rolle sei für ihn gleichwertig, ob US-Produktion oder deutscher Fernsehfilm, das hängt für Wlaschiha nicht vom Budget ab.

Als Schauspieler zählt für mich, wenn die Kamera läuft. Und dann konzentriert man sich aufs Spielen und versucht, jede Rolle so gut zu spielen wie möglich. Egal ob das jetzt 'Game of Thrones' ist oder ein Studentenfilm.

Tom Wlaschiha

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR-Café | 08. April 2018 | 12:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. April 2018, 01:00 Uhr