Lukas Bärfuss
Der schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss Bildrechte: dpa

Literaturpreis Georg-Büchner-Preis 2019 geht an Lukas Bärfuss

Lukas Bärfuss
Der schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss Bildrechte: dpa

Der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss erhält in diesem Jahr den Georg-Büchner-Preis. Das gab die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt bekannt. Die Jury sieht in ihm einen herausragenden Erzähler und Dramatiker. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung gilt als renommiertester literarischer Preis im deutschen Sprachraum. Der Preis wird am 2. November in Darmstadt verliehen.

In einer distinkten und dennoch rätselhaften Bildersprache, karg, klar und trennscharf, durchdringen sich nervöses politisches Krisenbewusstsein und die Fähigkeit zur Gesellschaftsanalyse am exemplarischen Einzelfall, psychologische Sensibilität und der Wille zur Wahrhaftigkeit.

Aus der Jurybegründung

Die Dramen und Romane von Bärfuss würden die existentiellen Grundsituationen des modernen Lebens erkunden, heißt es weiterhin in der Begründung der Jury. Seine Essays begleiteten die heutige Welt mit furchtlos prüfendem, verwundertem und anerkennendem Blick. Für Lukas Bärfuss kam die Auszeichnung überraschend.

Damit kann man doch nicht rechnen. Das ist der Engelskuss, der einen da trifft. Ich hab mich über jeden Preis gefreut und jeder Künstler und Schriftsteller braucht Anerkennung. In dieser Reihe zu stehen, ist absolut bewegend und berührt mich sehr.

Lukas Bärfuss nach der Entscheidung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung

Über Lukas Bärfuss

Der 1971 in Thun geborene Schweizer debütierte 2008 mit seinem Roman "Hundert Tage", sechs Jahre später folgte der Roman "Koala". Seine Romane sind in rund 20 Sprachen übersetzt. Bärfuss hat auch Theaterstücke verfasst, die weltweit aufgeführt werden, unter anderem "Die sexuellen Neurosen unserer Eltern", das auch bereits verfilmt wurde. Lukas Bärfuss ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und wurde bereits mit vielen Preisen geehrt, z. B. mit dem Mühlheimer Dramatikerpreis (2005), dem Hans-Fallada-Preis (2010), dem Berliner Literaturpreis (2013), dem Schweizer Buchpreis (2014) und dem Johann-Peter-Hebel-Preis (2018). Er lebt mit seiner Familie in Zürich.

Renommierter Literaturpreis

Der von der Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt vergebene Büchner-Preis ist nach dem Schriftsteller, Naturwissenschaftler und Freiheitskämpfer Georg Büchner (1813-1837) benannt. Die Auszeichnung wird seit 1923 ausgelobt. 1951 wurde der Büchner-Preis in einen reinen Literaturpreis umgewandelt. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre zählen unter anderem Erich Kästner, Heinrich Böll, Christa Wolf und Elfriede Jelinek. 2018 wurde Terézia Mora mit der Auszeichnung geehrt.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 09. Juli 2019 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Juli 2019, 10:30 Uhr