Regisseur George Lucas steht neben einem Storm Trooper bei der Premiere des  Star-Wars-Films ''Return of the Sith''.
Regisseur George Lucas neben einem Storm Trooper bei der Premiere des Star-Wars-Films ''Return of the Sith''. Bildrechte: dpa

75. Geburtstag George Lucas – mit nur sechs Filmen zur Hollywood-Legende

George Lucas ist der Erfinder des Star-Wars-Universums und damit eines der größten Filmepen, die je gedreht wurden. Eine Hollywood-Legende, dabei hat er nur sehr selten Regie geführt, insgesamt nur bei sechs Filmen. Sein Ruhm hat auch mit anderen cineastischen Meisterleistungen zu tun, unter anderem durch seine Special-Effects-Firma Industrial Light & Magic, deren Arbeit die Traumfabrik entscheidend geprägt hat.

von Thomas Hartmann, MDR KULTUR-Filmexperte

Regisseur George Lucas steht neben einem Storm Trooper bei der Premiere des  Star-Wars-Films ''Return of the Sith''.
Regisseur George Lucas neben einem Storm Trooper bei der Premiere des Star-Wars-Films ''Return of the Sith''. Bildrechte: dpa

Seinen ersten Film "THX 1138" drehte George Lucas 1971. Gezeigt wird ein Überwachungsstaat der Zukunft, die Menschen sind zu bloßen Arbeitsmaschinen verkommen, Einheitskleidung und Einheitsglatzkopf sind vorgeschrieben. Die vorherrschende Farbe in "THX 1138" ist krankenhausweiß und die Kälte der Utopie spiegelt sich in der Kälte der Bilder wider. Das erschwert den Zugang zum Film, leichte Kost ist das ambitionierte Spielfilmdebüt von George Lucas ohnehin nicht. An der Kinokasse fällt sein Erstling glatt durch.

Durchbruch mit Star Wars

Carrie Fisher als Prinzessin Leia im ersten "Star Wars"-Film
Carrie Fisher als Prinzessin Leia im ersten "Star Wars"-Film Bildrechte: Imago

Sechs Jahre und zwei Filme später serviert Lucas einen Mantel- und Degenfilm, freilich verfremdet: Statt Degen werden Lichtschwerter geschwungen, statt auf Pferden jagen die Helden in Raumschiffen dahin.

Diesmal folgt das Publikum dem Regisseur mit Wollust, und nicht einmal die unvorteilhafte Schneckenfrisur einer Prinzessin kann daran etwas ändern.

Die Macht ist ganz offenbar mit ihm.

Einige Kritiker haben gesagt, meine Filme seien kitschig, altmodisch und naiv. Aber genau das ist es, was die Leute anzieht. Die Leute wollen einfach etwas Erfreuliches sehen. 'Star Wars' ist nur eine Samstagnachmittag-Abenteuerserie, die ablenken und Spaß machen soll.

George Lucas
Yoda Wachsfigur bei der Erweiterung des Berliner Wachsfigurenkabinetts Madame Tussauds mit elf neuen Figuren aus den Star Wars Filmen
Meister Yoda aus Star Wars wirkt wie ein weiser ZEN-Mönch Bildrechte: IMAGO

Nachdem sich im Zuge der 68er-Bewegung ein problembewusstes Kino in Hollywood etabliert hat, geht es Lucas in "Krieg der Sterne" darum, einen Kontrapunkt zu setzen und ganz einfach zu unterhalten.

Dafür plündert er Mythen und Religionen: Die Bibel, das Wissen der Ritterorden, Fernöstliches oder die Märchen der Brüder Grimm fließen in seinen Sternenkrieg ein.

Ergänzt um "Das Imperium schlägt zurück" (Regie: Irvin Kershner) sowie "Rückkehr der Jedi-Ritter" (George Lucas, Regie: Richard Marquand), bei denen George Lucas nur am Skript mitwirkte, entsteht ein Universum, das Kulturleben, Merchandising-Industrie und Sprachschatz bereichert.

Diese Filme machten George Lucas weltberühmt

Eine Person sitzt auf dem Boden und ist von drei Uniformierten umstellt.
Kaum zu glauben, aber: George Lucas hat insgesamt nur sechs Filme gedreht! Los ging alles mit "THX 1138", einem Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1971. Die mit kalten Bildern inszenierte Utopie erhielt einige positive Kritiken, wurde aber kein Erfolg an den Kinokassen. Bildrechte: imago images / Prod.DB
Eine Person sitzt auf dem Boden und ist von drei Uniformierten umstellt.
Kaum zu glauben, aber: George Lucas hat insgesamt nur sechs Filme gedreht! Los ging alles mit "THX 1138", einem Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1971. Die mit kalten Bildern inszenierte Utopie erhielt einige positive Kritiken, wurde aber kein Erfolg an den Kinokassen. Bildrechte: imago images / Prod.DB
Candy Clark und Charles Martin Smith, 1973
1973 folgte "American Graffiti": Lucas schrieb das Drehbuch für die Teenie-Komödie mit Rock 'n' Roll-Soundtrack und führte Regie. Die Produktion übernahm Francis Ford Coppola. Der Film spielte viel Geld an den Kinokassen ein, das Lucas unter anderem nutzte, um einen Science-Fiction-Film namens "The Star Wars" zu planen … Bildrechte: imago images / Prod.DB
Alec Guinness, Harrison Ford, Mark Hamill, Carrie Fisher, 1977
So folgte das Mammutprojekt "Star Wars: Krieg der Sterne": Ausgezeichnet mit sechs Oscars gehört es bis heute zu den finanziell erfolgreichsten Kinofilmen überhaupt. Beim Dreh wurden Zeitplan und Budget weit überschritten, die anspruchsvollen Spezialeffekte machten alles noch komplizierter. Die Anspannung trieb Lucas damals an den Rand seiner Kräfte. "Krieg der Sterne" kam 1977 in die Kinos. Bildrechte: imago images / United Archives
Harrison Ford, 1981
Für die "Indiana Jones"-Filme schrieb Lucas die Drehbücher, Regie führte Steven Spielberg. Gleich der erste Teil um den Archäologieprofessor und Abenteurer Dr. Jones wurde zum Kino-Hit, das American Film Institute wählte die Figur des Indiana Jones auf Platz zwei der größten Filmhelden. Hier ein Bild aus dem ersten Teil "Jäger des verlorenen Schatzes". Bildrechte: imago images / United Archives
Liam Neeson als Qui-Gon Jinn, 1999
Ab 1999 landet das langerwartete Star Wars-Prequel-Dreierpack in den Kinos. "Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung" wurde mit einem Einspielergebnis von 924,3 Millionen US-Dollar Lucas erfolgreichster Star-Wars-Film. Die Filme wurden teilweise allerdings heftig kritisiert, wegen absurder Handlungsstränge oder fehlenden Charmes. Bildrechte: imago images / United Archives
Michael Jackson, 1986
Sehr gut an beim Publikum kam auch der 3D-Film "Captain Eo" aus dem Jahr 1986, für den Lucas das Drehbuch schrieb und Francis Ford Coppola Regie führte. In der Hauptrolle war Michael Jackson zu sehen. Der Film war allerdings nur in Disney-Freizeitparks zu sehen. Bildrechte: imago images / Prod.DB
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Neustart 1999 mit Kritik und vollen Kassen

Ab 1999 landet dann das langerwartete Star Wars-Prequel-Dreierpack in den Kinos. Diesmal dreht Lucas alle drei Filme, aber eine glückliche Entscheidung ist das nur bedingt. Neben den satten Gewinnen fährt die Trilogie heftige Kritiken ein: wegen absurder Handlungsstränge oder fehlenden Charmes.

In der Berliner Zionskirche haben rund 400 Menschen einen Star-Wars-Gottesdienst gefeiert
Mittlerweile gibt es sogar Star-Wars-Gottesdienste, wie hier in der Berliner Zionskirche Bildrechte: IMAGO

Trotzdem stellt Lucas nach "Episode 3 - Die Rache der Sith" zufrieden fest: "Ich hätte auf keinen Fall damit gerechnet, dass das solange geht mit 'Star Wars'. Es war ein Schritt nach dem anderen, den ich gegangen bin, bis diese gesamte Geschichte erzählt war. Die Geschichte ist die Tragödie von Darth Vader. Sie beginnt, wenn er neun Jahre alt ist und sie endet, wenn er stirbt. Das ist die Geschichte."

Lucas verkündet nach "Star Wars" 1-3 wiederholt, sich nun kleineren, weniger aufwendigen Filmen zuzuwenden. Allein – es bleibt der Ankündigung. Seinen sechs Spielfilmarbeiten als Regisseur wird keine weitere hinzugefügt. Sechs Filme, das hört sich so viel nicht an. Andererseits darf nicht vergessen werden, dass Lucas in seiner Laufbahn die Effekteschmiede Industrial Light & Magic ins Leben ruft, Indiana Jones seinem Hirn entspringt oder auch der Fantasyfilm "Willow". Und überhaupt: wer ein ganzes Universum aus der Taufe hebt, dem bleibt nicht viel Zeit, sich nebenher noch um Kleinigkeiten zu kümmern.

George Lucas
George Lucas Bildrechte: dpa

Bei diesen Filmen führte  George Lucas Regie - THX 1138 (1971)
- American Graffiti (1973)
- Star Wars, Krieg der Sterne (1977)
- Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung (1999)
- Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger (2002)
- Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith (2005)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 14. Mai 2019 | 07:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Mai 2019, 04:00 Uhr

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