Gespräch Jörg Schüttauf wünscht sich mehr Filmfiguren mit Dialekt

Der Schauspieler Jörg Schüttauf wünscht sich mehr Figuren mit Dialekt. Im Gespräch mit MDR KULTUR sagte er, Figuren mit "merkwürdigem Hochdeutsch" seien häufig nicht so stimmig. Auch merkt er an: "So redet doch kein Mensch! Jeder kommt irgendwo her. Da wird überall ein anderer Dialekt gesprochen, aber eben immer Dialekt." Als Schauspieler empfindet Schüttauf es als Segen, wenn er eine Figur mit Mundart spielen darf.

Wenn man ein Gehör dafür hat und die Schnauze dazu, dann ist man oft dankbar, wenn man eine Figur mit einem Dialekt ausstatten darf. Das ist aber leider selten der Fall.

Jörg Schüttauf, Schauspieler

Er selbst habe schon ein Leben lang mit seinem sächsischen Dialekt zu kämpfen. Mittlerweile gelinge es ihm bei der Arbeit sehr gut, sagte Schüttauf bei MDR KULTUR. Aber nur zu Hause könne er sich wirklich entspannen.

Weihnachtskind mit Schauspieltalent

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In dem Film "Der Stich des Skorpion" spielt Jörg Schüttauf einen Fluchthelfer. Bildrechte: MDR/WDR/Thomas Kost

Geboren wurde Schüttauf am 2. Weihnachtsfeiertag 1961 im sächsischen Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz). Schon als kleiner Junge stand er auf der Bühne, wurde zunächst Bühnentechniker und studierte schließlich in Leipzig Schauspiel. Neben dem Spiel auf der Theaterbühne übernahm Schüttauf schon bald viele Rollen in Film und Fernsehen und wurde schnell auch im vereinten Deutschland bekannt, zum Beispiel als Ermittler in Serien wie "Der Fahnder", im "Tatort" oder zuletzt als Leipziger Oberbürgermeister in der Erfolgsserie "Bad Banks".

Schüttauf wurde schon drei Mal mit dem renommierten Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet, er erhielt ihn für "Lenz" (1992), "Viel Spaß mit meiner Frau" (1998) sowie den "Tatort: Herzversagen" (2005).

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR-Café | 30. Dezember 2018 | 12:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Dezember 2018, 04:00 Uhr