International Classical Music Awards Leipziger Label gewinnt Klassik-Oscar ICMA

Das Leipziger Label Accentus Music hat für die Doku-DVD "Gidon Kremer – Die eigene Stimme finden" einen ICMA erhalten. Für das nachdenkliche Porträt hatte Filmemacher Paul Smaczny den Geiger ein Jahr lang mit der Kamera begleitet. Die DVD enthält auch den Mitschnitt eines Konzertes, bei dem Kremer die 24 Präludien Op. 100 des Komponisten Mieczysław Weinberg spielte.

2019 brachte das Leipziger Label Accentus Music den Dokumentarfilm "Gidon Kremer – Die eigene Stimme finden" auf DVD heraus. Nun wurde dieses nachdenkliche Portrait des Künstlers mit einem International Classical Music Award geehrt.

Musiker im Gespräch
Szene aus dem Film: Gidon Kremer mit Vladimir Jurowski in Moskau Bildrechte: Paul Smaczny

Der Violinist Gidon Kremer hat nie aufgehört, nach jener Wahrheit zu suchen, die in der Tiefe und Schönheit des musikalischen Klangs verborgen liegt. "Jahrhundertgeiger" nennen ihn die Medien gern. Er spielte mit Leonard Bernstein und Herbert von Karajan, mit Nikolaus Harnoncourt und James Levine und nahm über 100 CDs auf.

Filmemacher Paul Smaczny begleitete Kremer ein Jahr lang mit der Kamera, wie der Violinist zum Beispiel mit dem Kammerorchester Kremerata Baltica in Paris und in seiner Geburtsstadt Riga spielt. Die Dokumentation erzählt von Künstlern, die ihn bis heute prägen, wie sein Lehrer David Oistrach. Sie macht deutlich, wie eng Kremers künstlerischer Werdegang mit der Musikgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und des frühen 21. Jahrhunderts verwoben ist – mit Namen Arvo Pärt, Luigi Nono oder Alfred Schnittke. Und noch eine Seite von Gidon Kremer wird in dem Film deutlich: Er versteht sich auch als Vermittler von Werten, jegliche Form von Narzissmus und Gewinnstreben sind ihm fremd.

Auseinandersetzung mit dem Werk von Mieczysław Weinberg

"Finding your own voice" mit Gidon Kremer
Cover der DVD zum Film "Finding your own voice" ("Die eigene Stimme finden") Bildrechte: Accentus Label Leipzig

In der DVD enthalten ist auch eine Aufzeichnung von "Preludes to a Lost Time" aus dem Gogol Center in Moskau: Gidon Kremer spielt die 24 Präludien Op. 100 von Mieczysław Weinberg, die er für die Violine adaptiert hat. Dieses Werk kann als ein Höhepunkt der intensiven künstlerischen Auseinandersetzung Kremers mit der Musik des Komponisten verstanden werden, der 2019 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Kremer spielt die Präludien zu Projektionen von schwarz-weiß-Bildern des litauischen Fotografen Antanas Sutkus, die die narrative Kraft der Musik auch visuell betonen.

Gidon Kremer hält Violine und Blumenstrauß
Applaus und Blumen für Gidon Kremer Bildrechte: Sergey Shoulga

Klassische Musik

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 21. Januar 2020 | 10:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2020, 10:15 Uhr