Jahresbilanz Leipziger Grassimuseum 2019 mit Besucherrekord

Seit dem Ende der Sanierung im Jahr 2010 gehört das Grassimuseum wieder zu den attraktiven Museen der Stadt Leipzig. Gleich drei Museen beherbergt das Gebäude am Leipziger Johannisplatz, jenes Haus mit seinem weithin sichtbaren Dachreiter im Art-Déco-Stil, der gestaffelten und gezackten "Goldenen Ananas". Dazu gehört das Grassimuseum für angewandte Kunst. Dort wurde jetzt öffentlich Bilanz für 2019 gezogen und von Direktor Olaf Thormann einen Vorausblick auf das Jahr 2020 gegeben.

von Ulrike Thielmann, MDR KULTUR

Tag der offenen Tür im Grassi Museum
Das Grassimuseum für angewandte Kunst ist eins von drei Museen in dem Mueseumsbau am Leipziger Johannisplatz. Bildrechte: MDR/Lily Meyer

Das Grassimuseum für angewandte Kunst zieht Bilanz für das Jahr 2019. Etwa konnte sich das Museum über Schenkungen oder Neuwerbungen im Wert von rund 1,6 Millionen Euro freuen. Darunter Porzellan der Bauhäuslerin und Burg-Künstlerin Marguerite Friedlaender, Glas aus Murano und eine großformatige Zeichnung des Nachkriegsabstrakten Fritz Winter – alles Stücke aus der Sammlung von Inge und Wilfried Funke. Seit vielen Jahren gaben die Funkes Stücke in die Sammlung. Nach dem Tod Wilfried Funke im April 2019 gelangte nun ein staatliches Konvolut von rund 1.000 Stücken in die Bestände des Grassimuseums. Die Anzahl der Neuwerbungen konnte, auch durch Schenkungen, auf 2.568 Objekte gesteigert werden. Es ist eine kontinuierliche Entwicklung seit 2014, da waren es noch 972 Objekte im Jahr. Auch die Grassimesse trägt zur Zahl der steigenden Schenkungen bei: Werke, die auf ihr ausgestellt wurden, kehren oft in Form von Zueignungen zurück.

Ausstellungsstücke der französischen Kaiserin Josefine

Einige Neuwerbungen gelangten 2019 sogleich in die Ständige Ausstellung, darunter ein kostbares Pariser Stundenbuch aus dem Jahr 1480. Im Foyer kann derzeit ein Teil der Schenkung des Sammlers Günther Sterba besichtigt werden: 44 kunstvoll mit botanischen Motiven bemalte Teller eines Dessertservices der französischen Kaiserin Josefine, die 1807 in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin hergestellt wurden. Für den Direktor des Grassimuseums Olaf Thormann liegt die kontinuierliche Steigerung an Schenkungen daran, dass sich sein Haus mit den Jahren international einen Ruf unter Sammlern erworben hat, was den Umgang mit ihnen als auch ihren Schätzen betrifft.

Ja, wir pflegen ja unsere Sammler auch ganz besonders!

Olaf Thormann, Direktor Grassimuseum

Jedoch ist die steigende Zahl der Neuwerbungen nicht der einzige Rekord, den das Grassimuseum 2019 verzeichnen konnte. Auch die Besucherzahl stieg um rund 23 Prozent weiter an, von ca. 74.000 im Vorjahr auf ca. 90.000.  Besonders erfolgreich waren dabei die Sonderschauen zum Bauhaus sowie ein Katalog, der viel Neues über die Kunstschule in Leipzig und Sachsen zutage förderte. Aber auch die Ausstellung zu 1500 Jahren Stickerei "History in Fashion" (noch bis Ende März zu sehen) brachte viele Besucher. Olaf Thormann verweist auf das vielfältige Programm seines Hauses, das mit Sonderveranstaltungen 2019 ein Viertel der Besucherinnen und Besucher locken konnte – etwa mit dem Keramikmarkt oder Grassifest.

Ausblick 2020: Emaile, Glas & Erotik

Mit Blick auf das neue Jahr bewirbt Olaf Thormann die kommenden Ausstellungen seines Hauses. Dazu gehört eine Schau, die in der Weihnachtszeit tief in das Sammelgebiet historischer Werbeschilder aus Emaille eintaucht. Außerdem Glas aus Murano präsentiert und genau zu Walpurgis schaltet das Grassimuseum für angewandte Kunst auf Erotik: "6UL. Lust und Begehren in Kunst und Design" heißt die neue Schau, die 350 Objekte zum Thema präsentiert, darunter vor allem Leihgaben.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 22. Januar 2020 | 16:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2020, 14:56 Uhr

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