Silhouette eines Mannes ist vor einem Computerbildschirm mit dem Schriftzug des Online-Netzwerks Facebook
Facebook hat sich zu einem der mächtigsten Unternehmen der Welt entwickelt. Bildrechte: dpa

Soziales Netzwerk Facebook: In 15 Jahren die Welt verändert

Der Mensch ist ein soziales Wesen und freut sich, wenn er Freunde hat. Darauf baut das soziale Netzwerk Facebook auf. Mehr als zwei Milliarden Menschen nutzen den Online-Dienst, um ihre digital-sozialen Bedürfnisse zu befriedigen. Gegründet am 4. Februar 2004, ist Facebook gerade mal 15 Jahre alt und hat in dieser Zeit die Welt grundlegend verändert. MDR KULTUR-Autor Hartmut Schade blickt auf die Geschichte des Unternehmens zurück.

Silhouette eines Mannes ist vor einem Computerbildschirm mit dem Schriftzug des Online-Netzwerks Facebook
Facebook hat sich zu einem der mächtigsten Unternehmen der Welt entwickelt. Bildrechte: dpa

Der erste Versuch geht gründlich schief. Nach ein paar Tagen ist die Seite "Facemash" wieder abgeschaltet. Zu sehen waren darauf Fotos von Studenten und Studentinnen der Harvard-University. Programmiert wurde die Seite vom Studenten Mark Zuckerberg. Er selbst sagt damals, dass einige der Leute ziemlich grauenhafte Bilder hätten. "Ich möchte beinahe Fotos von ein paar Farm-Tieren neben diese Bilder setzen und die Leute bewerten lassen, wer attraktiver ist," so der junge Zuckerberg.

Der erste Skandal zu Uni-Zeiten

Zuckerberg erlebt seinen ersten Shitstorm. Die Fotos stammen aus einem gehackten Unirechner, sind ohne Einwilligung veröffentlicht, und dass er seine Kommilitoninnen nach Aussehen bewerten lässt, missfällt vielen. Aber eben nicht allen. Zuckerbergs Erkenntnis:

Menschen sind viel voyeuristischer als ich gedacht hätte.

Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook

Die Geburt von Facebook

Gut drei Monate später ein erneuter Anlauf: diesmal legal und mit einem anderen Ansatz. Dieses Mal wäre es toll, so Zuckerberg, wenn man mit Freunden und der Familie in Verbindung bleiben könne. "Aber wir hatten keine Ahnung, dass wir dazu beitragen, dass sich das Internet in diese Richtung entwickeln würde."

Wie auch. Denn "Thefacebook" startet als Netz nur für Studenten. Erst in Harvard, dann kommen andere amerikanische und englische Eliteuniversitäten dazu. Anfang 2006 berichtet ARD-Korrespondent Tobias Armbrüster über das mittlerweile in "Facebook" umbenannte Uni-Netzwerk.

Jede Universität habe ihr eigenes Facebook-Netzwerk, in das Außenstehende nicht herein kämen, so Armbrüster. Der Korrespondent analysiert, dass sich damit eine Art Klassengesellschaft im Internet andeute. "Wer in Oxford studiert, kann sich damit einen Freundeskreis aufbauen, der auch nach dem Studium nützlich ist.“

Milliarden Nutzer auf der ganzen Welt

Zuckerberg will aber mehr als nur ein virtuelles schwarzes Brett für Studenten. Im Oktober 2006 öffnet sich Facebook für alle. Neue Funktionen kommen hinzu, ein Chat, 2009 der Like-Button. Firmen und Fans, Künstler und Kreative dürfen eigene Webseiten erstellen und für sich werben. Die Zahl der Nutzer wächst explosionsartig: von einer Million Ende 2004 auf 12 Millionen im Jahr 2006. Heute sind es 2,3 Milliarden Nutzer, 81 Millionen davon sind Fake-Accounts.

Das Ziel ist es, die Welt noch offener und besser zu machen.

Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook

Zuckerberg selbst sagt, dass er glaube, dass es allen besser gehe, wenn sie erfahren, was ihre Freunde tun. So solle man Neues kennenlernen, "zum Beispiel Restaurants entdecken, Laufstrecken finden, all diese Dinge. Deine Welt wird dadurch bereichert." Und es würde noch weitergehen, sagt er damals.

Ein Konzern als digitale Allmacht

Ein Satz, der heute manchen eher als Bedrohung denn als Verheißung klingt. Denn wie schon bei "Facemash": Privatheit und Datenschutz handhabt Zuckerberg eher lasch. Sie passen weder in sein Geschäftsmodell, das auf passgenaue Werbung setzt, noch in sein Weltbild. Denn er selbst glaube, dass die Leute mit der Zeit mehr Informationen von sich preisgeben wollen. Dies sei ein Trend, den sie weltweit beobachten, so Zuckerberg.

Ein Blick auf ein Handy mit den verschiedenen Social Media Apps, wie Facebook, Instagram, Twitter.
Facebook, WhatsApp und Instagram: Gehören alle zu einem Konzern. Bildrechte: dpa

Doch alle Kritik und Datenskandale sind bisher folgenlos geblieben. Facebook wächst und wächst. Und wer dem blauen "f" den Rücken kehrt, wechselt oft nur zu einer anderen Firma des Facebook-Imperiums: Instagram oder WhatsApp. Der Mensch als soziales Wesen sucht nach Zustimmung und Freunden. Und seien es auch nur virtuelle.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 04. Februar 2019 | 06:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Februar 2019, 04:00 Uhr

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