Landhaus Stadtmuseum Dresden Zwei Hauptwerke von Hartmut Bonk kehren nach Dresden zurück

Figuren in einem Treppenhaus - Ausschnitt aus der Figurengruppe "Society apokalyptisch" von Hartmut Bonk
Ausschnitt aus der Figurengruppe "Society apokalyptisch" von Hartmut Bonk Bildrechte: Museen der Stadt Dresden, Philipp Günther

Dresdens städtische Kunstsammlung hat zwei Hauptwerke aus dem Nachlass des sächsischen Künstlers Hartmut Bonk (1939-2019) erhalten. Die beiden jeweils mehrteiligen Werkgruppen "Figuration (Weiße Gruppe)" und "Society apokalyptisch" wurden von seiner Witwe, Frau Dr. Joscijka Abels, übergeben, wie die Museen der Stadt Dresden mitteilten. Bei den vier weiblichen Figuren der "Figuration" handelt es sich um eine Schenkung, "Society apokalyptisch" ist eine Dauerleihgabe bis Ende November.

Die Werke "Society apokalyptisch" und "Figuration"

Figuren in einem Treppenhaus - Ausschnitt aus der Figurengruppe "Society apokalyptisch" von Hartmut Bonk
Ausschnitt aus der Figurengruppe "Society apokalyptisch" von Hartmut Bonk Bildrechte: Museen der Stadt Dresden, Philipp Günther

"Society apokalyptisch" besteht aus zwölf lebensgroßen Figuren aus Polyester. Sie entstanden 1979/1980 und waren kurz vor Bonks Weggang 1982 in der Elbestadt ausgestellt. Bei ihrer erstmaligen Rückkehr für eine Schau 2009/2010 erregten sie großes Aufsehen. Bonk erfasst in diesem Werk Menschen als aktiv bewegende raumgreifende Lebewesen. Wie die Figuren angeordnet werden, hat der Künstler nicht vorgegeben: So gerät die Positionierung selbst schon zu einem Prozess. Sie sind bis Ende November 2020 im Treppenhaus des Landhauses/Stadtmuseum Dresden zu sehen.

Die "Figuration (Weiße Gruppe)" zeigt vier "geisterhaft wirkende" (Andreas Thielemann) weibliche Figuren. Mit ihren gelängten Proportionen, ihrem entindividualisierten Ausdruck und mit ihren dramatischen Gesten wirken sie bis heute wie Chiffren für die Verletzlichkeit des Menschen.

Über den Künstler Hartmut Bonk

Bonk gehörte zu den bedeutenden und innovativen Bildhauern seiner Zeit in Dresden. Er stammt aus der Pfefferkuchenstadt Pulsnitz und studierte 1961 bis 1967 bei Gerd Jäger, Hans Steger und Walter Arnold in Dresden. Danach arbeitete er freischaffend im Loschwitzer Künstlerhaus, bis 1975 mit Sandstein und danach, angeregt durch die Popkultur, mit Polyester. 1982 siedelte er nach West-Berlin über und erhielt 1988 eine Professur an der Hochschule der Künste Berlin im Fachbereich Architektur, die er bis 2004 innehatte.

Figuren in einem Treppenhaus - Ausschnitt aus der Figurengruppe "Society apokalyptisch" von Hartmut Bonk
Ausschnitt aus der Figurengruppe "Society apokalyptisch" von Hartmut Bonk Bildrechte: Museen der Stadt Dresden, Philipp Günther

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 15. Juli 2020 | 15:30 Uhr