Umfangreiches Musikprogramm Heinrich Schütz Musikfest trotzt Corona

Grit Schulze
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Das traditionelle Festival bangte lange, wie es trotz der Corona-Situation stattfinden kann. Doch die Veranstalter haben eine gute Lösung gefunden, sich den Bedingungen in den drei Bundesländern anzupassen. Bis zum 11. Oktober gibt es Konzerte in Dresden, Weißenfels, Bad Köstritz, Gera und Zeitz.

Historische Zeichnung aus dem 19. Jahrhundert, Portrait von Heinrich oder Henrich Schütz oder Henricus Sagittarius, 1585 - 1672
Historische Zeichnung aus dem 19. Jahrhundert von Heinrich Schütz (1585-1672) Bildrechte: imago/imagebroker

Das diesjährige Heinrich Schütz Musikfest findet weitgehend wie ursprünglich geplant statt. Dem Team um Intendantin Christina Siegfried ist es gelungen, fast das original geplante Programm über die Corona-Misere zu retten. Nach Wochen und Monaten des Hoffens und Bangens aufgrund der unberechenbaren Pandemie-Situation geht es nun endlich los.

Das Heinrich-Schütz Musikfest versteht sich als ein modernes Forum für die Musikkultur des 17. Jahrhunderts. Und es schlägt die Brücke ins Hier und Jetzt, mit über 40 Konzerten, unter anderem an Originalplätzen, wie in Dresden, Bad Köstritz, Gera, Weißenfels und Zeitz. Unter dem Motto "dero weitberümbte Music" kommen Musizierende aus Frankreich, Deutschland, Österreich, Dänemark und den Niederlanden. Bis zum 11. Oktober dauert das länderübergreifende Musikfest an.

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Schütz-Preis für François Lasserre

Beim Abschlusskonzert am 11. Oktober in der Marienkirche von Weißenfels wird die französische Dirigentin Françoise Lasserre den Internationalen Schütz-Preis überreicht bekommen. Die studierte Mathematikerin beschäftigt sich seit Mitte der 80er-Jahre mit dem Werk von Schütz und hat dieses immer wieder auch in Konzerten und Kursen lebendig vermittelt. In Frankreich betrat sie damit Neuland, in Deutschland wird sie dafür mit dem Heinrich-Schütz-Musikpreis geehrt.

Seit 2018 wird die undotierte Auszeichnung vergeben, somit ist Lasserre die dritte Preisträgerin, ihre Vorgänger waren Hans-Christoph Rademann und Sir Roger Norrington.

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Schütz überlebte Pest-Pandemie

Eröffnet wurde das Heinrich Schütz Musikfest am Freitag in der Kreuzkirche Dresden mit einem Festkonzert. Dresden ist für den Musiker Heinrich Schütz fast ein halbes Jahrhundert die Wirkungsstätte als Hofkapellmeister.

Geboren im thüringischen Bad Köstritz, begibt er sich im Alter von 24 zu Studienzwecken nach Venedig. Den glücklichen Jahren in Italien und am Dresdner Hof folgen Schreckenszeiten: der 30-jährige Krieg wütet im Land, auch von Pestepidemien bleibt seine Familie nicht verschont, seine Frau und einige seiner Kinder sterben.

Trost in der Musik

Mit seiner Musik hat Heinrich Schütz den Menschen im 17. Jahrhundert Trost und Kraft gespendet – nicht umsonst nannte man ihn "Lumen Germaniae", ("Licht Deutschlands"). Seine zutiefst menschlichen Klänge bringen Licht in eine Zeit der Bedrohung, Unsicherheit und Ausgrenzung und sind somit aktueller denn je.

Geschäftsführerin Christina Siegfried vom Verein Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen
Christina Siegfried leitet das Heinrich Schütz Musikfest Bildrechte: dpa

Aufgrund der Corona-Pandemie befinden auch wir uns gerade in einer fragilen Zeit. Und wieder kann Schütz' Musik Trost spenden. Für die Intendantin des Schütz-Musikfestes, Christina Siegfried, waren die Vorbereitungen äußerst kompliziert. Zumal die Residenzkünstler um die Dirigentin Françoise Lasserre aus Frankreich kommen. Und so ist ihr die Freude über das Gelingen anzumerken, sie berichtet: "Ich bin froh, dass nun endlich die Musik das Sagen hat. Die vergangenen Wochen und Monate waren geprägt von Neukonzeptionen, tagesaktuellen Herausforderungen und unzähligen Details zur Einhaltung aller Veranstaltungsauflagen in drei Bundesländern. Nach wie vor sind wir konfrontiert mit den aktuellen Entwicklungen der Pandemie, die es insbesondere unseren internationalen Künstler:innen erschwert, zu uns zu kommen. Doch nun wollen wir mit unseren Gästen und Künstler:innen gemeinsam ein Fest der Musik feiern. Die Kraft und der Trost, die von der Musik des 17. Jahrhunderts ausgehen und direkt die Herzen berühren, können wir alle mehr denn je gebrauchen."

Das Festival Heinrich Schütz Musikfest
Motto: "dero weitberümbte Music"

2. bis 11. Oktober 2020
Konzerte in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen
Artist in Residence: Françoise Lasserre

Für Klassik-Liebhaber

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 02. Oktober 2020 | 08:10 Uhr