Unterstützung Filmbranche und Kinos in der Krise: Diese Hilfen gibt es

Filmschaffende, Verleihe und Kinos haben mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu kämpfen. 40 Millionen Euro beinhaltet ein weiteres Hilfsprogramm für Betroffene, das die Filmförderer in Bund und Ländern aufgelegt haben. Mit dabei sind die Filmförderungsanstalt (FFA), das Staatsministerium für Kultur und Medien sowie in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Mitteldeutsche Medienförderung (MDM).
Hier eine Übersicht über aktuelle Hilfsangebote, die laufend aktualisiert wird.

Ein leerer Kinosaal
Die Filmbranche hat mit der Corona-Krise zu kämpfen. Bildrechte: IMAGO

Für wen sind die Hilfen?

Aktuell ist das sogenannte Zukunftsprogramm Kino II in Kraft, das mit 40 Millionen Euro für den Kinosektor weitere Förderungen erlaubt. Unterstützt werden ortsfeste Kinos, die in Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie oder ihre Modernisierung investieren. So soll der Weiterbetrieb nach der Wiedereröffnung gestärkt und die Digitalisierung vorangebracht werden.

Vom ersten Hilfsprogramm im Umfang von 15 Millionen Euro waren laut dem Geschäftsführer der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM), Claas Danielsen, zehn Millionen für Filmproduktionen reserviert. Drei Millionen Euro seien für den Verleih gewesen – damit blieben zwei Millionen für die Kinos. Der Freistaat Sachsen unterstützte seine Kinos zudem mit insgesamt 1,5 Millionen Euro. Eine entsprechende Förderrichtlinie trat am 8. Juli in Kraft. Kinos mit bis zu fünf Beschäftigten pro Betriebsstätte konnten demnach bis zu 9.000 Euro erhalten, größere Kinos bis zu 15.000 Euro.

Wie kann ich Hilfen beantragen?

Für das Zukunftsprogramm Kino II können Anträge bei der Filmförderungsanstalt (FFA) gestellt werden. Die Förderungsbedingungen und Antragsunterlagen sind auf der Internetseite der FFA zufinden.

Filmproduzentinnen und Filmproduzenten können sich in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen etwa an die Mitteldeutschen Medienförderung wenden. Weitere Informationen gibt es auf der MDM-Webseite – das erste Hilfsprogramm war bis zum 30. Juni 2020 befristet.

Werden weitere Hilfen folgen?

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hatte Mitte Mai weitere Hilfen für Kinos in Deutschland angekündigt. Grütters sagte, die Förderkriterien des im März gestarteten "Zukunftsprogramms Kino" würden erleichtert. Der Bund stellte im Rahmen des Programms allein 2020 für Investitionen rund 17 Millionen Euro zu Verfügung. Die Höhe des Bundesanteils der Hilfen werde erhöht, so Grütters. Weitere Hilfen für die Branche würden im Bund diskutiert, sagte die Minsterin. 30 Millionen Euro sind aktuell für ein weiteres Hilfsprogramm vorgesehen, das sogenannte Zukunftsprogramm Kino III. Es befindet sich noch in Konzeption und soll die Kinos mit Zuschüssen bei der Wiederaufnahme des regelmäßigen Spielbetriebs unterstützen.

Welche Initiativen gibt es noch zur Rettung von Kinos?

Der Filmverleih Grandfilm hat eine Solidaritätsaktion gestartet, um mit einem besonderen Streaming-Angebot Indie-Kinos zu unterstützen. Der Verleih bietet ausgewählte Arthouse-Filme gegen kinoübliche Bezahlung im Netz an. Die Einnahmen werden 50/50 mit Programmkinos geteilt.

Der jährlich vergebene Kinoprogrammpreis Mitteldeutschland hatte im Jahr 2020 einmalig einen Gesamtwert von 300.000 Euro. Kinobetreibende in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen konnten sich für die Auszeichnungen der Mitteldeutschen Medienförderung bewerben.

Gutscheine statt Erstattungen

Tickets und Dauerkarten für Kinos bleiben in der Coronakrise ungenutzt. Deshalb hatten Verbraucher bislang Anspruch auf Erstattung der Kosten. Doch dadurch könnten massenweise Veranstalter und Kinobetreiber in die Pleite rutschen. Deshalb hat die Bundesregierung beschlossen, dass Kunden bei Absagen vorübergehend in der Regel nicht ihr Geld zurück bekommen, sondern Gutscheine. Diese müssen bis Ende 2021 eingelöst werden - wenn nicht, bekommen die Kunden dann doch das Geld zurück. Die Regelung soll für alle Tickets gelten, die vor dem 8. März gekauft wurden.

Ausfallfonds für Produktionen

Bund und Länder unterstützen die Filmbranche mit 50 Millionen Euro, um Corona-bedingte Produktionsunterbrechungen oder -abbrüche abzufedern. Dabei ist der Ausfallfonds I für Schadensfälle bei Dreharbeiten von Kinofilmen- sowie HighEnd-Serienproduktionen bestimmt, die von der jeweiligen Filmförderungsanstalt gefördert werden. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist das die Mitteldeutsche Medienförderung (MDM). Im Ausfallfonds II sollen TV- und Streaming-Projekte abgesichert werden. Die Anträge können über die Filmförderungsanstalt (FFA) gestellt werden.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 30. März 2020 | 16:10 Uhr

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