Auszeichnung DDR-Sportlerin und Aktivistin Ines Geipel erhält Lessing-Preis

Die Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfe-Verein, Ines Geipel, spricht während einer Pressekonferenz.
Ines Geipel wurde in Dresden geboren. Bildrechte: dpa

Die Schriftstellerin und Publizistin Ines Geipel soll 2020 den Lessing-Preis für Kritik erhalten. Das teilte die Jury am Dienstag in Wolfenbüttel mit. Geipel war DDR-Spitzensportlerin, scheiterte mit einem Fluchtversuch und setzt sich als Schriftstellerin und Publizistin vor allem mit der Aufarbeitung des Themas Doping im DDR-Leistungssport auseinander.

Bücher über die DDR-Diktatur

Geipel wurde 1960 in Dresden geboren. Ausgezeichnet wird sie für ihr literarisches Schaffen, das etwa ihre eigenen Erfahrungen in der DDR-Diktatur sowie die Verstrickungen ihrer Familie mit der SS und der Stasi als Ausgangspunkt nahm. Zudem habe sich Geipel für die Rehabilitierung von Autorinnen und Autoren in der DDR eingesetzt, hieß es in der Jury-Begründung.

Von Sportlerin zur Professorin

Geipel betrieb sechs Jahre lang als Leichtathletin Hochleistungssport in DDR. Nach einem Germanistik-Studium in Jena floh sie 1989 nach Westdeutschland und studierte Philosophie und Soziologie in Darmstadt. 2000 war sie Nebenklägerin im Prozess gegen die Drahtzieher des DDR-Zwangsdopings. Heute ist sie Professorin für Verssprache an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und Mitarbeiterin des Hannah-Arendt-Instituts.

Der Lessing-Preis für Kritik Der Lessing-Preis für Kritik wird seit dem Jahr 2000 an Menschen verliehen, die Kritik auch in einem gesellschaftlich wirksamen Sinn ausüben. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 20 000 Euro dotiert. Die Preisverleihung ist für den 10. Mai 2020 in Wolfenbüttel geplant.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 27. November 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. November 2019, 18:24 Uhr