Jean-Paul Belmondo
Schauspiellegende Jean-Paul Belmondo. Bildrechte: dpa

Französischer Filmstar Jean-Paul Belmondo: Nouvelle Vague und Actionheld

Der französische Superstar Jean-Paul Belmondo feiert am 9. April 2018 seinen 85. Geburtstag. Sein letzter Kinofilm liegt zehn Jahre zurück, doch in der Öffentlichkeit ist er noch immer präsent. In seiner Autobiografie "Meine tausend Leben" blickt er auf sein rasantes Leben zurück.

Jean-Paul Belmondo
Schauspiellegende Jean-Paul Belmondo. Bildrechte: dpa

Ende der 50er Jahre wurde Jean-Paul Belmondo als Darsteller der Nouvelle Vague bekannt. In den folgenden Jahrzehnten etablierte er sich als Komödiant und actionliebender Held zu einem der erfolgreichsten Filmstars des europäischen Kinos. Er kann auf eine Karriere mit fast 100 Kinofilmen und mehr als 40 Theaterrollen zurückblicken. In seiner Autobiografie, die 2018 auch in Deutschland erschienen ist, lässt er seine "tausend Leben" noch einmal Revue passieren.

Wenn auch mein Körper bei Stunts nicht mehr mitmacht, ich nicht mehr in einem Ferrari davonpresche, von einem Dreh zum anderen, von einer Vorführung zur nächsten eilen kann, hindert mich doch nichts daran, alles noch einmal zu durchleben, als wäre es gestern gewesen oder als würde es heute passieren.

Jean-Paul Belmondo, Vorwort von "Meine tausend Leben"

Belmondo als Gesicht der Nouvelle Vague

Jean-Paul Belmondo und Jeanne Moreau
Jean-Paul Belmondo und die Schauspielkollegin Jeanne Moreau. Bildrechte: dpa

Mit Jean-Luc Godards "Außer Atem" wurde Belmondo 1960 mit einem Schlag zum Leinwandstar. Der damals 26-Jährige verkörperte den modernen Antihelden Michel und Regisseure wie François Truffaut, Louis Malle und Claude Sautet rissen sich von da an um den lässigen, unerschrockenen Typen mit dem gaunerhaften Lächeln. "Außer Atem" ging als Klassiker des französischen Kinos und der Nouvelle Vague in die Filmgeschichte ein.

Belmondo ist der außergewöhnlichste Schauspieler seiner Generation. Er kann einfach alles.

Alain Delon, Filmschauspieler

Dies hatte André Brunot vom Theater Comédie-Francaise in Paris einige Jahre zuvor anders gesehen und ihm "vollkommene Talentlosigkeit" attestiert. Doch Belmondo ließ sich nicht beirren und nahm es sportlich: "Schauspielen muss man lernen. Es ist nicht allzu schwer, aber man muss es lernen.

Belmondo als Actionheld

Der Bankräuber Grimm (Jean-Paul Belmondo, re.) und sein Komplize Georges (Guy Marchand) bereiten sich auf einen Überfall vor
Belmondo in dem Film "Der Boss" von 1985. Bildrechte: MDR/Degeto

Waghalsig war er schon immer, wie er in Interviews gerne erzählt: Er sei mit 15 Jahren schon auf Dächer geklettert und vom fünften Stock der Wohnung seiner Eltern vom Balkon heruntergehangen. Und schon als Kind hatte ihn Boxen fasziniert und er habe sogar über eine Profi-Karriere nachgedacht. Später führte er in Actionszenen gefährliche Stunts selbst durch. In "Angst über der Stadt" von 1975 katapultiert er sich direkt von einem Hubschrauber durch ein geschlossenes Fenster in eine Wohnung. Und auch außerhalb des Films liebt er ungewöhnliche Auftritte: 1982 ließ er sich bei "Wetten Dass?", angekündigt als "Luftikus", aus einem Hubschrauber abseilen. Als er 2017 mit dem wichtigsten französischen Filmpreis, dem "César", ausgezeichnet wurde, kommentierte er locker:

Mir hat es nie an Mut gefehlt und deshalb stehe ich hier oben.

Jean-Paul Belmondo

Belmondo als Altstar

Durch seine lebendige und sensible Spielweise und seine Komik gepaart mit Action wurde "Bébel", wie ihn die Franzosen liebevoll nennen, zur Kultfigur des französischen Kinos. Seit den späten 80er Jahren dreht er weniger Filme. In der Öffentlichkeit ist er dennoch präsent: eher als Star, dessen Privatleben interessiert, denn als Filmschauspieler.
In seinem letzten Kinofilm "Ein Mann und sein Hund" spielte er 2008 einen alten einsamen Mann. Ein Ende der Arbeit ist bei Belmondo jedoch nicht in Sicht. Er ist weiterhin nicht außer Atem und lebenshungrig: 2018 wird er für "Le coup de chapeau" erneut vor der Kamera stehen.

Über dieses Thema berichtet MDR KULTUR auch im Radio : MDR KULTUR Kompakt | 09.04.2018 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. April 2018, 00:00 Uhr

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