Jens Sparschuh
Jens Sparschuh hat in Leningrad von 1973 bis 1978 Philosophie und Logik studiert. Bildrechte: MDR/Olaf Parusel

Im Gespräch Jens Sparschuh: "Im Alter kriegt das Leben nochmal mächtig Speed"

Jens Sparschuh beschäftigt sich in seinem aktuellen Roman "Das Leben kostet viel Zeit" mit verschiedenen Aspekten der Zeit. Im sehr kurzweiligen Gespräch mit MDR KULTUR erläutert er seine Sicht auf die Zeit und warum sie uns zum Ende des Lebens zu entrinnen scheint.

Jens Sparschuh
Jens Sparschuh hat in Leningrad von 1973 bis 1978 Philosophie und Logik studiert. Bildrechte: MDR/Olaf Parusel

In seinem aktuellen Roman "Das Leben kostet viel Zeit" befasst sich der Schriftsteller Jens Sparschuh nicht nur mit der letzten Lebensphase des Menschen. Es ist, wie der Titel schon nahelegt, auch eine Beschäftigung mit der Zeit. Im Roman versucht ein Biograf unter anderem, die Leben von alten Menschen in geschriebenen Worten festzuhalten. Dabei merkt man, so Sparschuh, dass es zum Ende des Lebens hin mit der Zeit plötzlich doch sehr knapp wird, auch wenn ein Blick in das gemächliche Tun, beispielsweise eines Seniorenheims, etwas anderes suggerieren mag. Denn viele Dinge fliehen plötzlich weg. Erinnerungen beispielsweise, oder Gewohnheiten, die man nicht mehr so vollziehen kann.

Fünf vor Zwölf merkt man plötzlich, da sollte noch einiges erledigt werden.

Jens Sparschuh im Gespräch mit Carsten Tesch

Sparschuh hat bei seinem literarischen Blick auf das Altern auch eigene Ängste gespürt. Diese konnte er im Schreiben bewältigen. Und dieser Schreibprozess ermöglicht ihm noch viel mehr. Er verschafft ihm die Möglichkeit, sich dem Diktat der Zeit zu entziehen. Er kann im Verfassen die Zeit seiner Geschichte dehnen oder auch raffen, das sind für ihn einige der Mittel und Tricks, die ein Autor zur Verfügung hat, um ein Buch lesbar zu machen.

Sparschuh will die eigene Zeit seines Romans erkunden, die Zeit, die der Text, an dem man sitzt, selbst vorschreibt. Und die hat mit der Zeit, die man an der Uhr ablesen kann, nicht viel zu tun. Im Schreiben löst sich Sparschuh von dieser "stupide vorwärtsschreitenden Zeit".

Wenn man an einem guten Text sitzt, dann gibt's wirklich keine Zeit. Dann diktiert der Text alles, was wichtig ist und dann bleibt's einfach draußen vor.

Jens Sparschuh im Gespräch mit Carsten Tesch
Jens Sparschuh
Bildrechte: MDR/Olaf Parusel

MDR KULTUR - Das Radio Do 12.04.2018 15:45Uhr 04:50 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR Café | 15. April 2018 | 12:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2018, 16:47 Uhr

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