The Doors - Jim Morrison
Jim Morrison Bildrechte: Warner Music

Am 8. Dezember 1943 geboren Jim Morrison öffnete The Doors die Tür zur Unsterblichkeit

Das Debütalbum "The Doors" mit den Hits "The End" oder "Light my Fire" wurde vom Rolling Stone Magazine in die Liste "Rolling Stone 200: The Essential Rock Collection" aufgenommen. Mit Jim Morrison als Frontmann nahm die Band sechs Alben auf. Morrison, der der Band ihren Namen gab, war DER Rockstar der späten 60er Jahre und mit seiner geheimnisvollen Aura Sexsymbol für Frau und Mann. Doch eigentlich sah er sich immer als Dichter. Die Umstände seines frühen Todes sind bis heute nicht aufgeklärt. Am 8. Dezember wäre er 75 Jahre alt geworden.

von Tom Hartmann, MDR KULTUR

The Doors - Jim Morrison
Jim Morrison Bildrechte: Warner Music

"Er ist ein Gott, Alles! Er ist unsere Religion und er ist unser Gott", das sagen die Fans von Jim Morrison. Nur: Ein Gott, das hat er nie sein wollen. Sondern ein Dichter. Und das war er auch. Aber die Bühne, auf der er stand, sie erwies sich letztlich als viel zu groß.

Darum sprechen Gedichte mich so sehr an: Weil sie für die Ewigkeit sind. Solange es Menschen gibt, können sie sich an Worte und Zusammenstellungen von Worten erinnern. Niemand kann sich an einen ganzen Roman erinnern.

Jim Morrison, The Doors
Jim Morrison
Jim Morrison Bildrechte: imago/ZUMA/Keystone

Der aus Melbourne in Florida stammende Morrison studiert ab 1964 im aufregenden Los Angeles: Film- und Theaterwissenschaft. Doch da ist noch vieles andere, was ihn begeistert: Arthur Rimbaud, Friedrich Nietzsche, Marihuana, LSD und Musik. Schließlich steigt er in die Band seines Mitkommilitonen Ray Manzarek ein, einem Keyboarder. Die heißt "Rick And The Ravens", doch Morrison favorisiert bald einen neuen Namen: "The Doors". Manzarek erzählt:
"Ich fragte, die was? Das ist lächerlich. Die 'Türen'. Oh, warte mal. Du meinst wie die 'Pforten der Wahrnehmung', die Türen in deinem Geist. Und mir ging ein Licht auf, und ich sagte, das ist es, 'Die Pforten der Wahrnehmung', und er sagte, nein, nein, nur 'Die Türen – The Doors'."

Morrison wird zum Sexsymbol für Frau und Mann

Die Band trifft den Nerv der Zeit. Die ungewöhnlichen Songs mit den rätselhaften Texten sorgen für euphorische Kritiken bei anspruchsvollen Musikzeitschriften, schon das Debütalbum namens "The Doors" erntet allein in den USA vierfach Platin. Und die Livekonzerte reißen die Fans mit. Das liegt vor allem an Morrison: Sein Aussehen, sein Charisma und die geheimnisvolle Aura, die er um sich verbreitet, machen ihm zum Sexsymbol für Frau und Mann.

Menschen brauchen Bindeglieder, Dichter, Helden, Stars, Führer, um dem Leben Form zu geben. Ein Verlangen nach Familie & dem Sicherheitszauber der Kindheit.

Jim Morrison, The Doors

Morrison aber hat ein Alkoholproblem. Er trinkt, weil er es dem Künstler in sich schuldig zu sein glaubt. Weil er als Rockstar, nicht aber als Dichter, ernst genommen wird. Weil er es spannend findet, nicht zu wissen, wo er morgens aufwacht. Morrison erscheint betrunken zu Interviews und zu Konzerten, er beschimpft Polizisten oder provoziert sein Publikum.

Warum trinke ich? Damit ich Gedichte schreiben kann. Je mehr der Körper zerstört wird, desto stärker wird der Geist.

Jim Morrison, The Doors

Selbstzerstörung bis zum bitteren Ende - Morrisons Tod wurde nie aufgeklärt

Das blumengeschmückte Grab des legendären "Doors"-Sängers Jim Morrison auf dem Pariser Friedhof Pere Lachaise. (1990)
Das blumengeschmückte Grab des legendären "Doors"-Sängers Jim Morrison auf dem Pariser Friedhof Père-Lachaise Bildrechte: dpa

Im Januar 1971 beenden die "Doors" die Aufnahmen zur letzten zu Morrisons Lebzeiten erscheinenden LP der Band: "L.A. Woman". Da hat sich der Sänger bereits innerlich von den "Doors" gelöst. Popstar will er nicht mehr sein. Nur noch schreiben. Nach Paris will er. Manzarek hält das für eine großartige Idee: "Hemingway, Fitzgerald - amerikanische Schriftsteller in Paris. Ein Amerikaner in Paris. Was könnte besser sein? Unglücklicherweise sah ich Jim Morrison nie wieder."

Denn auch in Paris lässt Morrison nicht von Alkohol und anderen Drogen, fährt mit seiner Selbstzerstörung unbeirrt fort. Am 3. Juli 1971 stirbt er – unter Umständen, die nie restlos aufgeklärt werden.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kalenderblatt | 08. Dezember 2018 | 06:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Dezember 2018, 04:00 Uhr

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