Jimmy Page, britischer Gitarrist und Gründer von Led Zeppelin, präsentiert sein Buch ''Jimmy Page - Zoso''.
Jimmy Page bei einer Buchpräsentation im September 2018 in der National Portrait Gallery in London. Bildrechte: imago/PA Images

75. Geburtstag Led Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page: Rocklegende und Gefangener

Jimmy Page ist eine Rock-Institution, wenn nicht eine lebende Legende: Als Gitarrist und Produzent der Band Led Zeppelin hat er weltweit zwischen 200-300 Millionen Alben verkauft, den Hardrock erfunden und ganze Generationen von Musikern wie Fans geprägt. Am 9. Januar feiert der Mann aus London seinen 75. Geburtstag – und blickt zurück auf eine spannende, bewegte Vita. Marcel Anders hat ihn getroffen.

Jimmy Page, britischer Gitarrist und Gründer von Led Zeppelin, präsentiert sein Buch ''Jimmy Page - Zoso''.
Jimmy Page bei einer Buchpräsentation im September 2018 in der National Portrait Gallery in London. Bildrechte: imago/PA Images

Led Zeppelin ist seit 38 Jahren Geschichte. Doch James Patrick Page, wie er bürgerlich heißt, hat die Band nie wirklich hinter sich gelassen. Kein Wunder: Der Mann mit dem schneeweißen Haar ist ihr Sprachrohr, ihr Erbverwalter und überwacht bis heute sämtliche Überarbeitungen und Zusammenstellungen des Gesamtwerks. Das besteht aus acht Alben, die als Klassiker gelten und Led Zeppelin in den 70er-Jahren zu einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten gemacht haben – mit Hymnen für die Ewigkeit und Auftritten in gigantischen Stadien.

Wir erreichten den Punkt, an dem wir den Rekord der Beatles knackten. Und zwar mit dem zweiten Konzert der '73er Amerika-Tournee. Beim ersten waren über 50.000 Zuschauer in Atlanta. In Florida waren es sogar noch mehr. Wobei uns aber gar nicht so wichtig war, ins Guiness-Buch der Rekorde zu kommen. Uns ging es eher darum, ob man uns auch noch auf den hinteren Plätzen der Stadien hören kann. Das war viel wichtiger.

Jimmy Page

Abhängig von Alkohol und Heroin

Die Band trennte sich Ende 1980 – nach dem Tod ihres Schlagzeugers John Bonham, für den es in den Augen der übrigen Mitglieder keinen Ersatz gab. Und weil sie spürten, dass sie ihren Zenit überschritten und einen hohen Preis für ihren Erfolg gezahlt hatten. Das galt besonders für Jimmy Page, der nur noch ein Schatten seiner selbst war – aufgedunsen, verlebt und abhängig von Alkohol und Heroin. Eine Folge des permanenten Leistungsdrucks:

Wenn man sich vor Augen führt, dass das Album 'Presence' in gerade mal drei Wochen entstanden ist – und 'In Through The Out Door', das letzte Studioalbum, ebenfalls – war das ein ziemlicher Kraftakt. Einer, der geballte Konzentration verlangte. Aber das Wort, das mit H anfängt, verwende ich nicht. Einfach, weil ich Drogenkonsum nicht glorifizieren möchte. Es sind zu viele Leute daran gestorben.

Jimmy Page

Page als Gefangener seines Lebenswerks?

Das Drogenproblem hat er in den Griff bekommen. Seine Karriere nach Led Zeppelin nicht. So gelang es ihm nie wirklich, aus dem übermächtigen Schatten der Band hervorzutreten und eine Laufbahn als Solist zu starten. Ein einziges Album unter seinem Namen und diverse gescheiterte Bandprojekte lassen ihn immer wieder zu Sänger Robert Plant zurückkehren. Doch der hat kein Interesse an einer Reunion von Led Zeppelin – trotz astronomischer Angebote. Und ob Jimmy Page mit 75 Jahren noch mit relevanten neuen Songs aufwarten kann, bleibt abzuwarten. Da ist er dann doch tragische Figur: Ein Gefangener seines Lebenswerks und der modernen Musikwelt.

Heute ist alles so kompliziert – und die Musik ist auch nicht mehr, was sie mal war. Egal, wen du triffst: Jeder hat einen Manager, einen Agenten und einen Anwalt. Es ist alles wahnsinnig kompliziert, was den kreativen Fluss merklich eindämmt.

Jimmy Page

Jimmy Page, britischer Gitarrist und Gründer von Led Zeppelin, präsentiert sein Buch ''Jimmy Page - Zoso''.
Jimmy Page präsentiert sein Buch. Bildrechte: dpa

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Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2019, 14:23 Uhr

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