Rundfunk-Jugendchor Wernigerode
Der Rundfunk-Jugendchor Wernigerode ist natürlich auch dabei Bildrechte: Landesgymnasium für Musik Wernigerode

Internationales Johannes-Brahms-Chorfestival Wernigerode wird zur singenden Stadt

45 Chöre aus 17 Ländern treffen sich derzeit in Wernigerode, um gemeinsam zu singen. Der künstlerische Leiter Peter Habermann erklärt, warum auch Paul McCartney dabei seinen Spaß hätte und warum Chöre die Welt verbessern.

Rundfunk-Jugendchor Wernigerode
Der Rundfunk-Jugendchor Wernigerode ist natürlich auch dabei Bildrechte: Landesgymnasium für Musik Wernigerode

MDR KULTUR: "Lieben Sie Brahms?" Muss man diese Frage positiv beantworten, um am Johannes-Brahms-Chorfestival teilzunehmen?

Peter Habermann: Das kommt auf die Kategorie an, für die man sich entscheidet. Es gibt, welche mit der Vorgabe, ein Lied von Brahms zu singen, das ist aber nicht in allen so.

Es kommen 45 Chöre aus 17 Ländern. Wie erfährt man in der ganzen Welt vom Wettbewerb in Wernigerode?

Interkultur ist eine große Organisation, die weltweit Wettbewerbe veranstaltet. Dort werden auch die Veranstaltungen in Deutschland beworben – auch die in Zwickau. So spricht sich das herum.

Wie kann man sich das vorstellen – wird an jeder Ecke geträllert und gesungen?

Ja, es gibt neben den Wettbewerbskonzerten auch viele Begegnungs- und Freundschaftskonzerte. Und man kann sagen, Wernigerode wird in den Tagen bis einschließlich Sonntag zur singenden Stadt werden. Das Eröffnungskonzert ist ausverkauft, aber die Chöre kann man auch in den Wettbewerbs- und Freundschaftskonzerten erleben, die allesamt kostenfrei sind.

Es kommen auch Chöre aus Bolivien und Malaysia. Seit wann wird da Brahms gesungen?

Die Chöre können sich auch Kategorien aussuchen. Ich gehe davon aus, dass ein chinesischer Chor kaum Brahms singen wird. Das hatten wir aber auch schon.  

Sind sie am meisten auf die Preisvergabe gespannt oder auf die verschiedenen Musikfarben, sie Sie hören werden?

Vor allem letzteres. Die Chöre sind natürlich sehr erfreut, wenn sie einen der begehrten Preise bekommen. Aber das ist nicht das Prinzip von Interkultur. Ich habe selbst mehrfach erleben können – auch letztes Jahr in Südamerika: Singing together brings nations together (Zusammen singen bringt Nationen zusammen). Das habe ich so oft hautnah erlebt. Das mag jetzt plakativ klingen, aber mein Eindruck sowohl bei der Chorparade als auch bei der Abschlussveranstaltung ist: Zum Schluss sind alle Gewinner. Wenn man sich die verschiedenen Programme, die verschiedenen Kulturen, die verschiedenen Herangehensweisen anschaut, ist das so interessant und bereichernd, dass man sich etwas Schöneres gar nicht vorstellen kann. Es gibt ein schönes Zitat von Paul McCartney, der sagt, dass er Chöre liebt. Die Art, wie sie gemeinsam eine Sache bewältigen, lässt ihn hoffen, dass sich die Menschen im Frieden bewähren können. Das war für mich ganz wichtiger Satz. Es geht nicht nur um Punkte, sondern vor allem um das gemeinsame Singen.

Das Interview führte Beatrice Schwartner für MDR KULTUR.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 03. Juli 2019 | 13:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Juli 2019, 20:32 Uhr