Jürgen Schieferdecker
Jürgen Schieferdecker (1937-2018) Bildrechte: TU Dresden

Architekt und Grafiker Dresdner Künstler Jürgen Schieferdecker gestorben

Jürgen Schieferdecker
Jürgen Schieferdecker (1937-2018) Bildrechte: TU Dresden

Der Dresdner Künstler Jürgen Schieferdecker ist tot. Er starb am Montag im Alter von 81 Jahren nach einer Erkrankung, wie der Künstlerbund am Dienstag mitteilte. Der Architekt und Grafiker, der auch als Maler und Objektkünstler tätig war, gehörte zu den Mitbegründern des Vereins.

Von der Stasi überwacht

Sein Werk ist auch international beachtet und in Museen vertreten. In der DDR von Repressionen behindert und von der Stasi überwacht, lehrte der studierte Architekt nach 1990 an der TU Dresden als Professor und gehörte dem Kultursenat des Freistaates an.

Architekturstundent und Professor

Schieferdecker wurde 1937 in Meerane geboren und schuf seit 1959 Gemälde, Druckgrafik, Objekte, Installationen und Metallplastiken. Er studierte Architektur unter anderem beim ebenfalls kürzlich verstorbenen Karl-Heinz Adler und Georg Nerlich an der Technischen Hochschule Dresden; ab 1993 lehrte er als außerplanmäßiger Professor für Bildnerische Lehre an der Fakultät Architektur der TU. Sein Engagement und seine Leidenschaft galten ab 1975 auch seiner Tätigkeit im Künstlerischen Beirat an der Dresdener Universität.

eine Frau vor einem Bild in einer Galerie
Siebdruck "Damoklesschwert" von Jürgen Schieferdecker aus dem Jahr 1985 Bildrechte: dpa

Die Hochschule würdigte ihn als eine "Ausnahmefigur der Dresdner Kunst- und Wissenschaftslandschaft". Schieferdecker habe sich Zeit seines Lebens vor allem als Künstler verstanden, hieß es weiter. Seine Zeichnungen, Gemälde und dreidimensionalen Objekte sind demnach im Kunstbesitz der Hochschule, aber auch im Kunstfonds, der Galerie Neue Meister oder der Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sowie in weiteren namhaften Museen zu finden.

Prägte die Dresdener Kunst wie kein anderer

Im März würdigte die Stadt Dresden sein Wirken und Schaffen mit ihrem Kunstpreis. Schieferdecker habe sich zeitlebens gesellschaftlich eingemischt und Missstände thematisiert, sein Name, in der Linie von Dix, Griebel und Grundig stehend, präge die Dresdner Kunst wie kaum ein anderer, hatte die Jury damals ihre Wahl begründet.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 04. Dezember 2018 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2018, 16:21 Uhr