Juli Zeh, 2013
Juli Zeh ist mehrfach preisgekrönte Schriftstellerin. Bildrechte: imago/CommonLens

Schriftstellerin Juli Zeh zur Verfassungsrichterin in Brandenburg gewählt

Juli Zeh, 2013
Juli Zeh ist mehrfach preisgekrönte Schriftstellerin. Bildrechte: imago/CommonLens

Die Schriftstellerin Juli Zeh zur Richterin am Brandenburger Verfassungsgericht gewählt worden. Der dortige Landtag wählte die Schriftstellerin mit 71 von 86 abgegebenen Stimmen in ihr neues Amt. Die promovierte Juristin wird als Landesverfassungsrichterin maximal zehn Jahre tätig sein. Insgesamt wählte der Landtag in Potsdam sechs neue Mitglieder für das Verfassungsgericht.

Juristin in prominenter Gesellschaft

Juli Zeh lebt seit mehr als zehn Jahren in Brandenburg und wurde dort von der SPD-Fraktion des Landtages für den Posten nominiert. Sie selbst ist promovierte Juristin, habe sich aber nach eigenen Angaben bewusst für ein Leben als Schriftstellerin entschieden. Ihre Aufgabe als Verfassungsrichterin wird nun sein, Gesetze und behördliche Entscheidungen nach ihrer Verfassungskonformität zu überprüfen. Das Gericht kommt etwa einmal im Monat zusammen.

Juli Zeh (Schriftstellerin, Juristin) in der ARD-Talkshow GÜNTHER JAUCH.
Neue Verfassungsrichterin in Brandenburg: Juli Zeh. Bildrechte: imago/Müller-Stauffenberg

Nach der Verfassung des Landes Brandenburg besteht das Verfassungsgericht aus Berufsrichtern, Mitgliedern mit der Befähigung zum Richteramt oder Diplomjuristen und Mitgliedern, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen müssen. Ein neuer Kollege von Juli Zeh wird zum Beispiel der Regisseur Andreas Dresen sein. Der Nicht-Jurist ist seit 2012 Richter am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg.

Preisgekrönte Schriftstellerin

Geboren wurde die 44-Jährige in Bonn, wo sie auch ihr Abitur ablegte. Später studierte sie Rechtswissenschaften in Passau und Leipzig. Darüber hinaus begann sie in Leipzig auch parallel ein Studium am dortigen Deutschen Literaturinstitut. Im Jahr 2010 promovierte sie zum Thema "Übergangsrecht – zur Rechtssetzungstätigkeit von Übergangsverwaltungen".

Gleich ihr Debütroman "Adler und Engel" aus dem Jahr 2001 wurde ein großer Erfolg. 2016 erschienen das Werk "Unterleuten", was sowohl von der Kritik als auch dem Publikum gefeiert wurde. Ihre Bücher sind mittlerweile in 35 Sprachen übersetzt worden.

Juli Zeh ist im Laufe ihrer Karriere für ihre Arbeiten mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden. Unter anderem bekam sie 2002 den Deutschen Bücherpreis für "Adler und Engel" und auch das Bundestverdienstkreuz verliehen. Zuletzt erschienen von ihr die Romane "Neujahr" und "Leere Herzen".

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 12. Dezember 2018 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2018, 14:22 Uhr

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