15. bis 19. April Kammermusikfest Oberlausitz – neues Festival für Sachsen

Ein neues Festival in Sachsen erprobt ein spannendes Konzept: der Eintritt ist frei, jedoch wird um Spenden gebeten. Diese kommen lokalen Projekten und Kulturorten zu Gute. Das Festival soll den Transformationsprozess in der Kohleabbauregion positiv besetzen und durch Kultur eine Neudeutung erbringen. Vorbild ist beispielsweise die mittlerweile renommierte Ruhrtriennale.

Schloss Milkel in der Lausitz
Eine der Spielstätten ist Schloss Milkel in der Lausitz, zwischen Bautzen und Hoyerswerda Bildrechte: imago/Hanke

Das Kammermusikfest Oberlausitz wird Sachsens Musiklandschaft um ein weiteres Festival bereichern. Vom 15. bis 19. April 2020 lädt es Musikinteressierte in die Gegend um Bautzen ein. Die Besonderheit: für die Veranstaltungen muss kein Eintritt gezahlt werden, die Veranstalter setzen auf die Spendenbereitschaft der Besucher. Die eingesammelten Gelder sollen Projekte vor Ort unterstützen.

Schloss Gröditz
Der Konzertsaal in Schloss Gröditz Bildrechte: Kammermusikfest Oberlausitz

Interpreten aus zehn Nationen treten beim Kammermusikfest Oberlausitz in sieben Konzerten an sechs Orten im Landkreis Bautzen auf. Es werden u.a. Werke von Bach, Saint-Saens, Schubert, Fauré, Rachmaninow, Mendelssohn und Beethoven aufgeführt. Die Spielstätten sind vorrangig Schlösser wie Schloss Milkel, Schloss Gröditz, Schloss Kuppritz oder das Barockschloss Oberlichtenau aber auch in der Kreismusikschule Bautzen oder der Ev.-luth. Kirche Baruth wird musiziert. Die Bewohner des Landkreises Bautzen sind zudem aufgerufen, sich als Hauskonzert-Veranstaltungsort zu bewerben.

Wurzeln in der Region

Kirche Baruth
Die Kirche in Baruth inspirierte zu dem neuen Festival Bildrechte: Kammermusikfest Oberlausitz

Die Idee für das Festival entstand bei einem privat organisierten Benefizkonzert von Profi- und Laienmusikern zugunsten der Baruther Kirchenglocken im Jahr 2019. Die positive Resonanz ließ bei den Veranstaltern den Wunsch entstehen, der Musik im Rahmen eines Festivals regelmäßig einen Platz in der Region zu geben. Festivalintendant ist Hagen W. Lippe-Weißenfeld, selbst Bratschist und familiär mit der Region verbunden. Er ist der Ur-Enkel von Clemens Prinz zur Lippe-Weißenfeld (1860-1920), dem ehemaligen Landesältesten des Markgraftums Oberlausitz und Eigentümer des Rittergutes Baruth bei Bautzen.

Als Intendant des neuen Kammermusikfestes hofft Lippe-Weißenfeld nun auf neue Impulse für die wirtschaftlich gebeutelte, einstige Kohleregion:

Die Kultur hat in der Tat hier die Möglichkeit, den Transformationsprozess in dieser Region positiv zu besetzen und zu befördern. Das haben wir im Ruhrgebiet auch schon erlebt, dass die Ruhrtriennale beispielsweise aus so einem Kontext entstanden ist. Und wenn sich das Festival auf diese Weise etablieren kann in Zukunft, wäre das natürlich sehr erfreulich.

Hagen W. Lippe-Weißenfeld, Intendant des Kammermusikfest Oberlausitz

Besondere Familienbande

Barockschloss Oberlichtenau
Barocke Pracht in Oberlichtenau Bildrechte: Kammermusikfest Oberlausitz

Die künstlerische Leitung des Festivals liegt in den Händen von Ramón Jaffé und seiner Tochter Serafina Jaffé. Der Cellist Ramón Jaffé ist international angesehen, er musizierte unter anderem mit dem Radiosymphonieorchester Wien, den St. Petersburger Philharmonikern oder dem Deutschen Symphonieorchester Berlin. Seit vielen Jahren ist er als Dozent an der Musikhochschule "Carl Maria v. Weber" Dresden tätig. Auch leitet er das von ihm gegründete Kammermusikfest Hopfgarten in Tirol (Österreich). Seine Tochter Serafina (21) ist ebenfalls Musikerin, sie spielt Harfe.

Barockschloss Oberlichtenau mit Schlossteich und Neptun und Nymphe, 2012
Auch das Barockschloss Oberlichtenau lädt zum Festival ein Bildrechte: imago images / Hanke

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 21. Februar 2020 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2020, 08:19 Uhr

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