Karl-Heinz Adler
Karl-Heinz Adler galt als einer der bedeutendsten Vertreter der Konkreten Kunst. Bildrechte: imago/Christian Thiel

Vertreter der "Konkreten Kunst" Dresdner Maler und Grafiker Karl-Heinz Adler gestorben

Karl-Heinz Adler
Karl-Heinz Adler galt als einer der bedeutendsten Vertreter der Konkreten Kunst. Bildrechte: imago/Christian Thiel

Der Dresdner Künstler Karl-Heinz Adler ist tot. Wie der MDR von der Familie erfahren hat, starb Adler am Sonntag im Alter von 91 Jahren. Adler arbeitete als Maler, Grafiker und Konzeptkünstler und gehörte zu den herausragendsten Vertretern der Konkreten Kunst in Deutschland.

Konstruktiver Künstler

Karl-Heinz Adler wurde 1927 in Remtengrün geboren. Nach einer Ausbildung zum Musterzeichner studierte er an der Staatlichen Meisterschule für Textilindustrie zu Plauen als Schüler von Walther Löbering. Von 1947 bis 1953 studierte er an der Hochschule für die bildenden Künste in Berlin bei Arthur Degner und an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Wilhelm Rudolph und Hans Grundig. Zu seinen ersten Arbeiten gehörten konstruktiv-gestalthafte Collagegruppen, die er nach dem Prinzip der Schichtung serieller geometrischer Elemente, wie Quadrate, Dreiecke, Halb- und Viertelkreise erstellte.

Das Stadtbild der DDR geprägt

Kunst am Bau des Künstlers Karl-Heinz Adler in Freital
Mit seinem Stil prägte er das Stadtbild der DDR. Bildrechte: imago/Christian Thiel

In der DDR wurden Karl-Heinz Adlers Arbeiten jahrzehntelang gar nicht beachtet. Erst 1982 hatte er seine erste Einzelausstellung in der Galerie Mitte in Dresden. Seit 1960 war er Mitglied der Genossenschaft bildender Künstler "Kunst am Bau" in Dresden. Gemeinsam mit Friedrich Kracht entwickelte er das Betonformsteinsystem – durch das vielfältige serielle Systeme für Fassaden, Brunnen und Spielplätze entstanden, die das Stadtbild der DDR prägten.

Angebot von Picasso

Im Verlauf seines Schaffens entwickelte er ein Patent für den Silikatstein und wurde 1957 an das renommierte Keramikzentrum von Vallauris in Südfrankreich eingeladen. Dort machte er die Bekanntschaft von Pablo Picasso, der sich von Adlers Silikatstein begeistert zeigte. Picasso bot ihm an, in Frankreich zu bleiben, was Adler jedoch abschlagen musste, da seine Frau und Kinder in Dresden geblieben waren.

Die Direktorin des Albertinum Dresden, Hilke Wagner
Hilke Wagner von der SKD. Bildrechte: IMAGO

Die Direktorin des Albertinums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Hilke Wagner, würdigte die Arbeit Adlers im Gespräch bei MDR KULTUR. Er sei ein Künstler gewesen, der trotz aller erlebten Repressalien nie verbittert war und immer nach vorne geschaut habe. Dabei betonte Wagner auch die philosophische Weltbetrachtung, die Adler mit bildnerischen Mitteln durchgeführt habe.

Er hat theoretisch-philosophische und erkenntnistheoretische Aspekte mit seinen formalen Untersuchungen verbunden. Deshalb wird er auch für zukünftige, kommende Künstlergenerationen von Bedeutung sein und bleiben.

Hilke Wagner, Direktorin des Albertinums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Erst im vergangenen Jahr ehrte die Galerie Neue Meister im Albertinum Dresden Karl-Heinz Adler mit einer Werkschau. Die Galerie sagte damals zur Bedeutung Adlers: "Der Konzeptkünstler stelle elementare Fragen nach Raum, Zeit und Wahrnehmung und verknüpfe sie mit grundlegenden Reflexionen über den Modus des Bildes."

Karl-Heinz Adler
Karl-Heinz Adler 2006 in Dresden. Bildrechte: imago/Christian Thiel

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur kompakt | 05. November 2018 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. November 2018, 11:11 Uhr

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