Oscars 2020 "Systemsprenger" nicht mehr im Oscar-Rennen

Filmstill, ein blondes Mädchen steht auf einem Feld.
"Systemsprenger" erzählt die Geschichte eines schwer erziehbaren Mädchens. Bildrechte: kineo Film, Wydemann Bros., Yunus Roy Imer

Der deutsche Film "Systemsprenger" von Regisseurin Nora Fingscheidt ist nicht mehr im Rennen um den Auslands-Oscar. Das Drama schaffte es nicht auf die Shortlist der zehn Filme, die in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" gegeneinander antreten. Wie die Film-Akademie in Los Angeles in der Nacht zum Dienstag mitteilte, sind u.a. der südkoreanische Film "Parasite", der französische Film "Les Miserables", "Leid und Herrlichkeit" aus Spanien und "Land des Honigs" aus Nordmazedonien eine Runde weiter. Letztgenannter ist für den Filmexperten Knut Elstermann der Favorit für eine Auszeichnung. Das "Systemsprenger" als ein Debütfilm ins Oscar-Rennen geschickt wurde, wertet er bereits als große Leistung.

Sie hat diesen Film auf 60 Festivals gezeigt, 30 Preise bekommen. Der lief auf der Berlinale und ist da ausgezeichnet worden. Das ist schon ein ganz großer Erfolg und auch dieses Einreichen aus Deutschland war ein Erfolg für sie. Ich glaube, sie kann damit auch ganz gut leben, im ersten Film schon so viel erreicht zu haben.

Knut Elstermann, Filmexperte
Filmstill, ein Mann wartet auf einem Waldweg auf eine Person in einer roten Jacke, die auf ihn zugeht. 7 min
Bildrechte: kineo Film, Wydemann Bros., Yunus Roy Imer

Bereits im Vorfeld der Verleihung klar: "Systemsprenger" ist raus aus dem Rennen um die Oscars. Aber war nicht absehbar, dass ein Problemfilm wenig Chancen hat? Ein Gespräch mit dem Filmkritiker Knut Elstermann.

MDR KULTUR - Das Radio Di 17.12.2019 13:40Uhr 06:45 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Filmstill, ein Mann wartet auf einem Waldweg auf eine Person in einer roten Jacke, die auf ihn zugeht. 7 min
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Bereits im Vorfeld der Verleihung klar: "Systemsprenger" ist raus aus dem Rennen um die Oscars. Aber war nicht absehbar, dass ein Problemfilm wenig Chancen hat? Ein Gespräch mit dem Filmkritiker Knut Elstermann.

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Auf der Berlinale gefeiert

Die Regisseurin Nora Fingscheidt lacht bei der Premiere von "Systemsprenger".
Regisseurin Nora Fingscheidt Bildrechte: imago images / APress

Fingscheidts Filmdebüt "Systemsprenger" erzählt von einem schwer erziehbaren Mädchen, mit dem Familie und Sozialsystem überfordert sind. Darin spielt Helena Zengel die neunjährige Benni, die mit ihrer Wut die Erwachsenen resignieren lässt. Der Beitrag war von German Films, der Auslandsvertretung des deutschen Films, als Oscar-Kandidat vorausgewählt worden. Bei der Berlinale 2019 wurde das Drama gefeiert und von den Kritikern sehr gelobt. Die Oscars werden am 9. Februar 2020 vergeben.

2018 ging Florian Henckel von Donnersmarck mit "Werk ohne Autor" für Deutschland ins Oscar-Rennen. Der Film schaffte es auf eine Shortlist von neun Kandidaten und in die Endrunde von fünf Filmen, ging bei der Oscar-Preisverleihung dann aber leer aus.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 17. Dezember 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Dezember 2019, 08:44 Uhr