Kendrick Lamar
Kendrick Lamar Bildrechte: dpa

Ehrung auch für "New York Times" und "Washington Post" Rapper Kendrick Lamar erhält Pulitzer-Preis

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Der US-Rapper Kendrick Lamar erhält in diesem Jahr einen der renommierten Pulitzer-Preise. Ausgezeichnet wird sein 2017 veröffentlichtes Album "Damn", sagte Dana Canedy, Vorsitzende der Verwaltung der Pulitzer-Preise, am Montag in New York.

Das Album sei eine "virtuose Liedersammlung, vereint von seiner umgangssprachlichen Authentizität und rhythmischen Dynamik", begründete Canedy die Wahl.

Das Album bietet eindringliche Momentaufnahmen, die die Komplexität des modernen afro-amerikanischen Lebens einfangen.

Dana Canedy, Vorsitzende der Verwaltung der Pulitzer-Preise

Lamar ist der erste Musiker, der den Preis erhält und nicht aus der Klassik oder dem Jazz kommt. 1987 geboren, gilt er derzeit als einer der bedeutendsten Rapper. Er gewann mehrere Grammys, "Damn" ist sein viertes Studioalbum.

Ein Preis geht an die Berichterstattung über den Fall Weinstein

Ebenfalls geehrt werden die Zeitung "New York Times" und das Magazin "New Yorker". Sie werden in der Kategorie "Dienst an der Öffentlichkeit" für ihre Berichterstattung über die Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Hollywoodmogul Harvey Weinstein ausgezeichnet. Das von Jodi Kantor und Megan Twohey geleitete Rechercheteam sowie der Autor Ronan Farrow hätten mit ihren Artikeln den Absturz des Filmproduzenten bewirkt und die #metoo-Kampagne ausgelöst.

Die Kategorien "Investigative Berichterstattung" und "Nationale Berichterstattung"

Die Zeitung "Washington Post" bekommt einen Pulitzer-Preis für ihre Berichte über den gescheiterten republikanischen US-Senatskandidaten Roy Moore aus Alabama. Ihm wird vorgeworfen, Mädchen im Teenager-Alter nachgestellt zu haben.
Die "Washington Post" und die "New York Times" teilen sich außerdem den Preis für die beste "Nationale Berichterstattung". Geehrt wurden sie für ihre Recherchen zu den mutmaßlichen russischen Einmischungen in den US-Wahlkampf 2016.

Die Pulitzer-Preise in der Sparte Literatur

Andrew Sean Greer wird für seinen Roman "Less" geehrt. Als bestes Theaterstück bekommt Martyna Majoks "Cost of Living" einen Preis. Das Geschichtsbuch "The Gulf" von Jack E. Davis steht ebenso auf der Preisträgerliste wie die Biografie "Prairie Fires" von Caroline Fraser, der Gedichtband "Half-Light" von Frank Bidart sowie das Sachbuch "Locking Up Our Own" von James Forman.

Der Pulitzer-Preis

Die Pulitzer-Preise werden in diesem Jahr zum 102. Mal vergeben. 14 der 21 Preiskategorien sind journalistischen Arbeiten vorbehalten, mit den restlichen sieben werden Persönlichkeiten aus Literatur, Musik und Theater geehrt. Die Preisträger bestimmt eine Jury, die an der New Yorker Columbia-Universität angesiedelt ist. Seinen Namen erhielt der Preis nach dem 1911 verstorbenen New Yorker Verleger Joseph Pulitzer. Die Preise werden in einigen Wochen bei einem gemeinsamen festlichen Mittagessen der Preisträger vergeben.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR Kompakt | 17. April 2018 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. April 2018, 07:56 Uhr