Ein Junge mit einem Buch und einem Laptop
Kinder schaffen mehrere Aktivitäten mühelos parallel Bildrechte: Colourbox.de

Kinder-Medien-Studie 2018 Trotz Smartphone mögen Kinder die analoge Welt

Ein Junge mit einem Buch und einem Laptop
Kinder schaffen mehrere Aktivitäten mühelos parallel Bildrechte: Colourbox.de

Trotz zunehmender Digitalisierung ziehen sich Kinder nicht in die digitale Welt zurück, sondern verbringen auch viel Freizeit in der analogen Welt. Sie entscheiden sich nicht zwischen digitalen und analogen Aktivitäten, sondern wollen beides. Das ist das Ergebnis der Kinder-Medien-Studie 2018, einer repräsentativen Studie, die die Mediennutzung von Kindern in Deutschland untersucht hat. Dafür wurden 3.300 Interviews mit vier- bis 13-jährigen Kindern durchgeführt.

Richtig digital wird es erst ab 13 Jahren

Eines der wichtigsten Ergebnisse der Kinder-Medien-Studie: Nach wie vor lesen Kinder am liebsten von Papier. Drei Viertel der vier- bis 13-Jährigen greifen mindestens einmal pro Woche zum Buch oder zur Zeitschrift. Digital wird das Kinderzimmer erst mit zunehmendem Alter: So besitzen 92 Prozent der 13-jährigen Mädchen und Jungen ein Smartphone. Einen Computer hat in diesem Alter nur jeder Zweite.

Auch die Nutzung kostenpflichtiger Streaming- oder Videodienste wird der Kinder-Medien-Studie zufolge mit zunehmendem Alter wichtiger: 35 Prozent der 13-Jährigen nutzt diese Dienste mehrmals wöchentlich,um Filme oder Serien zu sehen. 87 Prozent der befragten Kinder bleiben jedoch auch den klassischen Medien treu. So hören besonders junge Kinder - 60 Prozent der Vierjährigen - mehrmals pro Woche Musik, Hörspiele oder Hörbücher auf CD.

Vom Internet haben die Kinder ein differenziertes Bild. Sie sehen es einerseits als "das coolste Medium, das es gibt". Andererseits sagen sie, es sei "schlecht für den Menschen". Trotzdem sei ein Handy oder Smartphone das Wunschobjekt Nummer Eins bei den vier-bis 13-Jährigen.

Am liebsten alles auf einmal

Die Ergebnisse der Studie zeigen auch: Kinder können viele Aktivitäten gleichzeitig hinbekommen. "Sie spielen gern und machen Sport. Man merkt, sie händeln alles parallel.", sagte Gerd Brüne, Verlagsleiter der GEO-Zeitschriften, bei MDR KULTUR. Das sei möglicherweise auch ein Phänomen dieser Generation, so Brüne weiter.

Es gibt das schöne Bild, das Kinder in ihrem Zimmer rumliegen, den Laptop aufklappen, im Hintergrund läuft der Fernseher, und sie haben noch eine Zeitschrift. Und wenn ein Erziehungsberechtigter fragt, was sie tun, lautet die Antwort: nichts.

Gerd Brüne, Verlagsleiter der GEO-Zeitschriften

Die Studie fragte die Kinder in diesem Jahr auch nach Superkräften. Hätten sie eine Superkraft zur Auswahl, dann würden sie sich die Fähigkeit wünschen, Frieden, Schutz und Gerechtigkeit für alle Menschen zu erreichen. Die Kinder-Medien-Studie zeigt damit, wie weitsichtig Kinder sind; sie nehmen das aktuelle Geschehen in ihrer Umwelt mit allen Sinnen wahr.

Über die Studie

Die Kinder-Medien-Studie (KMS) wurde bereits zum zweiten Mal durchgeführt. In Auftrag gegeben wurde sie von sechs Medienhäusern, unter anderem von Gruner + Jahr, dem SPIEGEL-Verlag und dem ZEIT Verlag. Sie bietet detaillierte Einblicke in die Medienwelt und Lebensrealität der 7,29 Millionen vier- bis 13-jährigen Kinder in Deutschland.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 07. August 2018 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. August 2018, 12:05 Uhr