Kinder gestalten Aquarium
"Sketch Aquarium" bei der Kinderbiennale: Die Installation wird von Kindern mitgestaltet. Bildrechte: teamLab

Staatliche Kunstsammlungen Dresden Kunst für Kinder: In Dresden eröffnet Kinderbiennale

Am 22. September beginnt im Japanischen Palais in Dresden eine Biennale für Kinder. Die Staatlichen Kunstsammlungen haben sie ins Leben gerufen, um die Jüngsten so früh wie möglich für Kunst und ihre Museen zu gewinnen. Die Kinderbiennale "Träume und Geschichten" bietet eine Ausstellung zum Sehen, Hören, Fühlen und vor allem zum Mitmachen.

von Grit Krause, MDR KULTUR

Kinder gestalten Aquarium
"Sketch Aquarium" bei der Kinderbiennale: Die Installation wird von Kindern mitgestaltet. Bildrechte: teamLab

Der Besucher wird in eine phantastische Unterwasserwelt entführt, wenn er das riesige digitale Aquarium der japanischen Künstlergruppe "teamLab" betritt: Hier werden in einem abgedunkelten Saal im Japanischen Palais kunterbunte Fische an die Wand projiziert. Berührt man mit der Hand die imaginäre Scheibe, schwärmen sie aus - füttert man sie, kommen sie sogleich angeschwommen. Phantasievoll gestaltet wurden und werden sie vom Publikum, danach eingescannt und virtuell in das Aquarium eingesetzt.

Ähnlich interaktiv geht es auch im nachgebauten Atelier der Dresdner Malerin Stephanie Lüning zu. Sie lädt dazu ein, ihre eigenen Techniken auszuprobieren, zum Beispiel Wasser zu färben und einzufrieren, um dann farbige Eiswürfel auf Stoffe zu legen.

Von Kindern ausgewählte Werke

Stephanie Lüning: colored gallery
"colored gallery" von Stephanie Lüning - die Dresdner Künstlerin lässt zur Eröffnung riesige, bunte Schauminseln entstehen Bildrechte: VG Bild-Kunst, Alena Drahokoupilová

Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten sind keineswegs für Kinder konzipiert, sondern das Team um Kuratorin Florence Thurmes hat dafür Künstler und ihre Werke recherchiert, die sich aufgrund ihres partizipativen Ansatzes auch für ein junges Publikum eignen könnten.

Aus 50 Werken wurden am Ende zehn ausgewählt, aber nicht etwa von der Kuratorin, sondern vom so genannten Kinderbeirat, Mädchen und Jungen zwischen sechs und 13 Jahren aus Dresden. Sie haben die Arbeiten der internationalen Künstler auf ihre Kindertauglichkeit geprüft - also dass man sie anfassen, selbst kreativ werden kann, dass man vielleicht darauf herumlaufen kann oder sich etwas mitnehmen, wie bei Felix Gonzales-Torres’ Landschaft aus 544 Kilogramm in Goldpapier eingewickelter Bonbons.

Wir wollen ein bisschen radikaler werden. Es ist natürlich wichtig bei der Gemäldegalerie Alte Meister zum Beispiel [...], dass man die nicht anfasst, aber deswegen soll man wirklich mit zeitgenössischen Künstlern einen Zugang bieten, dadurch, dass man die Sachen anfassen kann, zum Koautor werden kann und noch mal eine ganz andere Perspektive der Kunst erleben kann.

Florence Thurmes, Kuratorin

Kooperation mit der Nationalgalerie Singapur

Die Idee für eine Kinderbiennale stammt von Eugene Tan, dem Direktor der Nationalgalerie Singapur. Er hatte das Projekt letztes Jahr auf einem Symposium der Staatlichen Kunstsammlungen vorgestellt und damit einen Nerv bei seiner Dresdner Kollegin Marion Ackermann getroffen.

Lynn Lu: Duplet
"Duplet" von Lynn Lu aus Singapur stellt Fragen an die Kinder: Zum Beispiel "Was ist deine kostbarste Erinnerung?" Bildrechte: National Gallery Singapore

Die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen vereinbarte eine Kooperation zwischen beiden Häusern, so dass die Ausstellung mit dem Thema "Träume und Geschichten" jetzt, nachdem sie 2017 erfolgreich in Nationalgalerie in Singapur lief, in Dresden ihre Premiere feiert. Marion Ackermann sagt, geplant sei auch in Zukunft mit Singapur zusammenzuarbeiten - mit gemeinsamen Themen, "bestenfalls von Kindern entworfen". So habe der Kinderbeirat schon die Themen Natur, Klimawandel, aber auch Roboter und Transhumanismus vorgeschlagen.

Möglicherweise greifen dadurch jetzt auch andere Museen die Idee von einer Kunstausstellung zum Sehen, Hören, Fühlen und Mitmachen auf.

Infos zur Biennale "Kinderbiennale - Träume und Geschichten"
Ausstellungsort: Japanisches Palais (Palaisplatz 11, 01097 Dresden)
Laufzeit: 22. September 2018 bis 24. Februar 2019

Der Eintritt ist frei. Informationen zum Begleitprogramm finden Sie auf der Website der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 22. September 2018 | 08:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2018, 04:00 Uhr

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