DOK aktuell Das war das DOK Leipzig 2021

170 Filme aus 44 Ländern: Eine Woche lang drehte sich in Leipzig alles um Dokumentar- und Animationsfilme, denn das DOK Leipzig 2021 konnte endlich wieder im Kino stattfinden. Hier noch einmal alle Ereignisse des 64. Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm auf einen Blick. Und wem das nicht reicht: Einige der Filme sind weiterhin im Netz zu sehen!

Ein Banner mit der Aufschrift «DOK Leipzig»
Die 64. Ausgabe des Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm endet am 31. Oktober. Bildrechte: dpa

Sonntag, 9.30 Uhr | "Father" und "A Sound of My Own" ausgezeichnet

Im Internationalen Wettbewerb wurde der chinschese Dokumentarfilm "Father" mit einer goldenen Taube gewürdigt. Filmemacher Wei Deng erzählt in seiner Doku von den verschiedenen Generationen in der Volksrepublik, von den Traditionen und wie sie die Gesellschaft ändert. Die Silberne Taube ging an Karol Pałka für seinen ersten Langfilm "Bucolic". Im Deutschen Wettbewerb gewann "A Sound of My Own" den begehrten Preis. Rebecca Zehr begleitete die Musikerin Marja Burchard, die als Bandleaderin der Tradition ihres Vaters folgen und ihren eigenen Stil finden will. Der Publikumspreis ging an "Dida" von Nikola Ilić und Corina Schwingruber Ilić über eine Familie im Umbruch, über Unterstützung und Unabhängigkeit. Alle Wettbewerbsfilme können noch bis zum 14. November online gestreamt werden.

Samstag, 13:30 Uhr | Heute Abend werden die Goldenen Tauben vergeben

Wie in jedem Jahr stiftet der MDR auch 2021 zwei Preise: zum einen die mit 10.000 Euro dotierte "Goldene Taube" in der Kategorie "Internationaler Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm", den Hauptpreis des Festivals. Zum anderen den mit 3.000 Euro dotierten MDR-Preis "Bester Osteuropäischer Film". Den Vorsitz in der Fachjury für den MDR-Filmpreis hat Regisseur Alexander Nanau aus Bukarest inne, der im Frühjahr mit "Collective" gleich zweifach für den Oscar nominiert war. Beide Preise werden heute Abend in einem Leipziger Kino verliehen und die Gewinner zeitgleich auf Social-Media bekannt gegeben.

Freitag, 21:45 Uhr | Die Lieblingsfilme des Publikums

DOK-Besucher sollten sich den Sonntag vormerken, denn dann werden die Höhepunkte der Besucherinnen und Besucher des Festivals noch einmal gezeigt.

Freitag, 14:20 Uhr | Diskussionen zur Zukunft der Dokumentationen

Gemeinsam loten Produzentinnen und ARD-Macherinnen beim DOK Leipzig auch die Zukunft ihres Genres aus, ob in großen Panels, kleineren Werkstätten oder beim Netzwerken zwischendurch. Viel diskutiert wird dabei, wieviel Dramaturgie das dokumentarische Erzählen bieten muss, wann diese zu Lasten der Wahrhaftigkeit geht und wie die ARD sich dabei in der Erzählweise von Streamingdiensten abhebt. Ein wichtiges Gesprächsthema ist auch die ARD-Programmreform für 2022, die mehr exklusive Netzproduktionen vorsieht zum Erreichen von Zielgruppen, die man mit dem linearen Fernsehen nicht mehr erreicht.

Donnerstag, 20:18 Uhr | Der Film "Kopf Faust Fahne" zum Thälmann-Denkmal

Als 50 Tonnen schwerer Koloss thront ein Monument von Ernst Thälmann in Berlin, seit 2014 steht das Riesenwerk unter Denkmalschutz. Der Film "Kopf Faust Fahne" von Betina Kuntzsch setzt sich aus vielen verschiedenen Blickwinkeln damit auseinander, verwebt es mit der eigenen Biografie, dem Aufblühen und Niedergehen eines Stadtteils.

Kollage aus Fotografien des Thälmanndenkmals in Berlin 37 min
Bildrechte: Betina Kuntzsch

Donnerstag, 12:36 Uhr | Festival schaut auf das Potential des Animationsfilms

Beim DOK Leipzig stehen neben Dokumentarfilmen auch Animationsfilme im Fokus. Die Reihe "Animation Perspectives" schaut vor allem in die Randbereiche der Animation, um das Potential dieses Genres auszuloten. Zwei Filmschaffende treten dabei sowohl mit ihren Arbeiten auf der Leinwand, als auch persönlich miteinander und mit dem Publikum in Dialog. In diesem Jahr wurden für das Format zwei international ausgezeichnete Künstlerinnen eingeladen: die Österreicherin Claudia Larcher und Randa Maroufi aus Marokko.

Donnerstag, 07:56 Uhr | Tondowski Films gewinnt ARD-Dokumentarfilm-Wettbewerb

Im Rahmen des DOK-Festival hat auch in diesem Jahr das Finale des ARD-Dokumentarfilm-Wettbewerbs stattgefunden. Die fünf Kandidaten der Shortlist haben gestern Abend ihre Konzepte samt Trailer für eine 90-minütige Doku vorgestellt. Durchgesetzt hat sich am Abend "Reporter/Refugee" von Tondowski Films aus Mühlenberge. Das Konzept überzeugte die ARD-Jury seinem aktuellen und vor allem gesellschaftlich relevanten Thema – der Aufarbeitung der Verbrechen am syrischen Volk.

Mittwoch, 14:43 Uhr | Retrospektive "Die Juden der Anderen"

Die Retrospektive ist ein fester Bestandteil des DOK Leipzig. In sechs Programmen mit Filmen aus Ost- und Westdeutschland geht es in diesem Jahr um die Frage, wie in den beiden deutschen Staaten auf das Thema Holocaust, Schuld und Verantwortung geblickt wurde und welche Folgen das bis heute hat. Lars Meyer über die Retrospektive "Die Juden der Anderen":

Mittwoch, 08:57 Uhr | DOK around the clock

Zum DOK Leipzig widmet auch der MDR dem Thema Dokumentarfilm einen Schwerpunkt und eröffnet die Welt des Kinos auch für zuhause. Ab Mittwochabend werden 24 Stunden lang Dokus gezeigt, darunter auch eine Weltpremiere. Zu sehen sind die 15 Dokus im Kino, im TV und in der ARD-Mediathek.

Thomas Beyer 6 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dienstag, 18:25 Uhr | Mit DOK Neuland in Virtual Reality eintauchen

Im Rahmen des Formats DOK Neuland wurde heute im Museum der bildenden Künste Leipzig die XR-Ausstellung "Chaos is a Condition" eröffnet. Angesichts von Klimakrise, Pandemie und Digitalisierung haben sich internationale Künstler und Künstlerinnen in Virtual-Reality-Arbeiten und 360-Grad-Filme produktiv mit Zukunftsängsten beschäftigt. Wer sich fragt, wie dokumentarische Stoffe im digitalen, interaktiven Raum erzählt werden können, kann sich mit VR-Brille im Museum selber ein Bild machen – oder die DOK Neuland erstmals online mit eigenem Headset von zu Hause aus erleben.

Dienstag, 15:53 Uhr | Internationales DOK-Programm

Das DOK-Festival verteilt sich traditionell über diverse Spielorte in der gesamten Stadt. So sind die Filme in verschiedenen Kinos zu sehen – aber auch an anderen Orten, etwa im Polnischen Institut am Markt, das Filme aus und über Polen zeigt.

Dienstag, 11:01 Uhr | Geschichten von Flucht und Migration beim DOK

Warum müssen Menschen ihre Heimat verlassen? Wie kann der Weg gelingen in eine neue Heimat und ein Leben in Sicherheit, Freiheit und Wohlstand? In dem Film "Hoffnung. Liebe. Heimat. – Geschichten von Flucht und Migration" stellt MDR KULTUR fünf Dokumentar- und Animationsfilme aus dem DOK-Programm vor, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Dienstag, 08:07 Uhr | DOK Neuland – Ausstellung mit Extended-Reality-Kunst

Seit sechs Jahren gibt es im Rahmen des DOK Leipzig Ausstellungen zu den künstlerischen Möglichkeiten von Extended Reality, Virtual Reality und Augmendted Reality – also Medienkunst mit modernen digitalen Techniken. Heute Mittag um 12 Uhr öffnet die diesjährige Ausstellung im Museum der bildenden Künste. Dieses Mal geht es ums Thema Chaos und Kontrollverlust und die Frage: Ist Chaos nicht die Bedingung, um eine neue, bessere Ordnung zu schaffen? Erstmals sind die gezeigten Werke auch online zu erleben.

Montag, 20:30 Uhr | Auszeichnung für Sarvnaz Alambeigi

Die iranische Filmemacherin Sarvnaz Alambeigi ist bei der Eröffnung des DOK Leipzig mit dem Sächsischen Preis für das beste Dokumentarfilmprojekt einer Regisseurin gefördert worden. Sie erhält die Auszeichnung für ihr Projekt "Broken Flower", in dem sie eine junge Frau aus Afghanistan porträtieren möchte, die ihren Traum, Muay-Thai-Sportlerin zu werden, auch gegen ihren patriarchal geprägten Vater verwirklichen will. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert und wird gestiftet vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus.

Montag, 17:28 Uhr | Eröffnungsfilm "Der Rhein fließt ins Mittelmeer"

Eröffnet wird das DOK Leipzig heute Abend, 20:30 Uhr, mit dem Film "Der Rhein fließt ins Mittelmeer" von Offer Avnon. Er wird parallel in der Eröffnungsveranstaltung mit geladenen Gästen und im Hauptbahnhof gezeigt, wo es im Anschluss auch ein Gespräch mit dem Filmemacher gibt.

Montag, 14:03 Uhr | DOK-Chef Terhechte im Interview

Christoph Terhechte hat das DOK Leipzig im Corona-Jahr 2020 übernommen und musste sich gleich ganz besonderen Herausforderungen stellen. Diesmal ist nun mehr Publikum möglich, digitale Angebote gibt es trotzdem wieder. Was das DOK in diesem Jahr bereithält, erzählt der Festivalleiter im Interview:

Montag, 11:20 Uhr | Programmtipps für Unentschlossene

Die Programmvielfalt beim DOK ist riesig, viele der Filme waren noch nirgends zu sehen. Was soll man sich also anschauen? Eine kleine Entscheidungshilfe:

Montag, 8:00 Uhr | Herzlich Willkommen, bald geht es los!

Heute beginnt das 65. Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm, kurz: DOK Leipzig. Hier finden Sie in den kommenden Tagen alle aktuellen Nachrichten und Entwicklungen zum Geschehen rund um das Filmfestival.

Los geht es heute Abend um 19 Uhr im CineStar mit dem Film "Der Rhein fließt ins Mittelmeer". Um 20:30 Uhr ist diese Doku auch in der Osthalle des Hauptbahnhofes zu sehen – und zwar kostenlos. Insgesamt werden an den Leipziger Spielstätten bis zum 31. Oktober über 160 Filme aus 51 Ländern gezeigt. Vom 1. bis 14. November sind dann rund 70 der Filme auch online zu sehen.

Mehr zum DOK Leipzig 2021

Mehr Doku-Empfehlungen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 25. Oktober 2021 | 06:30 Uhr

Abonnieren