Auszeichnung Dok Leipzig: Chinesische Doku "Father" mit Goldener Taube ausgezeichnet

Der Film "Father" von Wei Deng ist mit der Goldenen Taube im Internationalen Wettbewerb des Filmfestivals Dok Leipzig ausgezeichnet worden. Das teilte die Festivalleitung am Samstagabend mit. Der Preis wird seit 2013 vom Mitteldeutschen Rundfunk gestiftet und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die prämierte Dokumentation kann sich damit für die Academy Awards, die Auslands-Oscars qualifizieren. Mit seinem Vater und seinem Großvater blickt Deng in dem Film auf die Traditionen und den gesellschaftlichen Wandel in China in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zurück.

Father
Wei Dang erzählt von seinem Vater und seinem Großvater. Bildrechte: Wei Deng

Bester Osteuropäischer Film: "The Balcony Movie" von Paweł Łoziński

Traditionell vergibt der MDR auch einen mit 3.000 Euro dotierten Preis für den "Besten Osteuropäischen Film". Ausgezeichnet wurde diesmal der renommierte polnische Regisseur Paweł Łoziński für  "The Balcony Movie", ein Film über den Zauber des Augenblicks und die Kraft des miteinander Sprechens. Von seinem Balkon aus beobachtete Łoziński über zwei Jahre die Passanten vor seinem Haus auf einem tristen Warschauer Gehsteig, mit einigen kommt er ins Gespräch und rätselt buchstäblich im Vorbeigehen über den Sinn des Lebens. Humorvoll und tiefgründig mache er so ganze Welten auf, urteilte die Jury: "Der Film verbindet uns alle, weil wir alle nur Passanten sind. Doch ein kurzes, zufälliges Gespräch kann offenbar die Magie des Gemeinschaftsgefühls erzeugen, den Tag versüßen und sogar das Leben verändern."

Silberne Taube für "Bucolic", Dok-Filme über die Familie im Fokus

Bucolic
"Bucolic" ist ein Film über Unabhängigkeit und Umbruch. Bildrechte: Karol Pałka

Auch in den anderen Gewinnerfilmen geht es um Familie und Erbe: Die Silberne Taube im Internationalen Wettbewerb wurde an "Bucolic" von Karol Pałka verliehen. In der polnischen Produktion erzählt die Regisseurin von einer Mutter und deren Tochter auf dem Land. Das Publikum entschied sich für den Film "Dida" von Nikola Ilić und Corina Schwingruber Ilić, in dem der Regisseur von seiner eigenen Mutter erzählt. Diese lebt mit einer Lernschwäche in Serbien bei ihrer Mutter – eine Geschichte über Hilfe, Unabhängigkeit und Umbruch.

Im Deutschen Wettbewerb gewann der Film "A Sound of My Own" von Rebecca Zehr. Die Filmemacherin begleitete die Musikerin Marja Burchard, Frontfrau der Krautrock-Band "Embryo", die in die Fußstapfen ihres Vaters tritt, aber dabei gleichzeitig versucht, ihren eigenen Sound zu finden.

Animation und Kurzdokus ausgezeichnet

Außerdem wurden mehrere Kurzfilme ausgezeichnet: In "Abyssal" beobachtete Alejandro Alonso einen Schiffsschrottplatz in Kuba. Der Animationsfilm "Impossible Figures and Other Stories I" von Marta Pajek betrachtet Vergänglichkeit, Leben und Tod. Beide Filme erhielten eine Goldene Taube. Die kurze Doku "Pink Mao" von Tang Han ist eine genaue Analyse des 100-Yuan-Scheines und wurde mit einer Silbernen Taube prämiert. Der Publikumspreis ging an "Love, Dad" von Diana Cam Van Nguyen, in dem eine Frau auf einen Brief ihres Vaters im Gefängnis stößt.

Impossible
Goldene Taube für die Animation: "Impossible Figures and Other Stories I" ist eine Auseinandersetzung mit Leben und Sterben. Bildrechte: Marta Pajek

Es wurden außerdem noch weitere Partnerpreise vergeben. Zum Beispiel vergab die Stiftung Friedliche Revolution den Filmpreis Leipziger Ring an "Our Memory Belongs to Us". Rami Farah und Signe Byrge Sorensen erzählen von drei Aktivisten, die sich an den Protesten gegen das Assad-Regime in Syrien beteiligten.

Alle Wettbewerbsfilme bis 14. November online verfügbar

Das Festival Dok Leipzig fand vom 25. bis 31. Oktober in der Messestadt statt. Bis zum 14. November sind alle Wettbewerbsfilme und weitere Programmpunkte online verfügbar.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 01. November 2021 | 06:30 Uhr

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