26. Oktober bis 1. November DOK Leipzig startet als Hybrid-Festival

Am Montag beginnt das Internationale Festival für Dokumentar- und Animationsfilm DOK Leipzig – wegen der Corona-Pandemie aber nicht wie gewohnt mit einer großen Eröffnung vor 800 Menschen. Vorangegangen ist wie bei allen Kulturveranstaltungen in diesem Jahr viel Krisenmanagement und Abwägung. DOK Leipzig hat sich auf ein hybrides Festival vorbereitet unter dem Motto: "Schau DOK wo du willst!"

Ein Dokumentarfilm auf Zelluloid liegt auf einem Plakat mit dem Festival-Logo.
Die 63. Auflage des DOK-Festivals findet unter besonderen Bedingungen statt. Bildrechte: dpa

Das DOK Leipzig steht in den Startlöchern: Wenn am Montag die 63. Ausgabe des Internationalen Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm beginnt, ist wie so oft im Jahr 2020 einiges anders als üblicherweise. Viele Menschen mussten aufgrund der Corona-Pandemie dieses Jahr ihre Pläne anpassen –  so erging es auch dem neuen Festivalleiter Christoph Terhechte.

Christoph Terhechte, Leiter der Sektion Forum.
Es ist das erste DOK-Festival, das unter der Leitung von Christoph Terhechte stattfindet. Bildrechte: dpa

Bereits im April musste er darüber entscheiden, wie das Festival im Herbst aussehen soll: Sollte DOK Leipzig komplett online stattfinden? Andere Festivals haben das inzwischen durchaus erfolgreich gemacht. Die Leitung entschied sich für ein hybrides Festival: Ein Teil findet für die Leipziger im Kino statt, ein großer Teil wird aber auch ins Internet verlagert. Für ausgesuchte Premieren soll der Kinosaal mit dem online-Publikum und den Filmschaffenden live verlinkt werden.

Kaum Filmemacher vor Ort

Am meisten bedauert Terhechte, dass dieses Mal die Filmemacher nicht eingeladen werden konnten. Aber auch auf die Retrospektive und weitere Pläne muss verzichtet werden, wie der Festivalleiter MDR KULTUR sagte: "Es war nicht so wirklich das Jahr, in dem man hätte brainstormen und sich über eine glorreiche Zukunft Gedanken machen können. Ich bin mir aber sicher, […] dass das Festival sich auch weiterhin verändern wird, das hat es in seiner langen Geschichte immer wieder getan."

In der Tat hat sich das mit 63 Ausgaben älteste Dokumentarfilmfestival der Welt immer wieder neu erfunden. Vor allem 1991, als es kurz vor dem Aus stand. Heute ist DOK Leipzig das wichtigste internationale Branchentreffen in Deutschland – auch wenn sich in diesem Jahr Produzenten, Förderer und Kreative fast nur online in die Augen schauen können.

Filme: Politische und gesellschaftliche Entwicklungen im Fokus

Beim Programm bleibt sich das Festival aber treu. Krisenbedingt wurde aber die Anzahl der Filme auf 141 Filme reduziert. Hinzugekommen ist dafür der neue Publikumswettbewerb "Goldener Schnitt". Viele Filme im Festival-Programm setzen sich in diesem Jahr mit gesellschaftlichen Brüchen in den USA auseinander. Und der Herbst ist auch weit genug von der ersten Corona-Welle entfernt, um erste künstlerische Blicke auf den Lockdown in London und Sankt Petersburg zu präsentieren.

Auch einige deutsche Filme sind nah an politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen: Die ganze Dimension der gerade erst begonnenen Suche nach einem Atommüll-Endlager fängt Carsten Raus neuer Film "Atomkraft Forever" ein. Andreas Voigt, bekannt für seine Leipzig-Filme, macht in "Grenzland" eine Reise entlang der Oder und blickt 30 Jahre nach der Wiedervereinigung auf eine Landschaft und ihre Bewohner – diesseits und jenseits der Grenze.

DOK Leipzig im MDR

Parallel zum DOK-Festival ist im MDR Fernsehen die MDR-DOKwoche zu sehen. Vom 25. bis 29. Oktober werden unter dem Leitgedanken "Miteinander leben" sechs Dokumentarfilme gezeigt, die den Bogen vom bundesweiten Pilotprojekt "Bürgerrat Demokratie" über ganz persönliche Geschichten bis hin zum Bauhausjubiläum spannen. Die Filme stehen bereits seit 23. Oktober in der ARD Mediathek.

Darüber hinaus können sich die Zuschauerinnen und Zuschauer am 31. Oktober ab 23.20 Uhr auf eine Animationsfilmnacht im MDR-Fernsehen freuen. Gezeigt werden zwölf Animationsfilme – vor allem von mitteldeutschen Filmemachen. Ein Großteil ist anschließend ebenso in der Mediathek abrufbar.

MDR beim DOK Leipzig

Der MDR unterstützt zudem den Dokumentarfilm als besondere Filmgattung und stiftet zwei Preise, die beim DOK Leipzige vergeben werden: die mit 10.000 Euro dotierte "Goldene Taube" in der Kategorie "Internationaler Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm" und den MDR-Preis "Bester Osteuropäischer Film", der mit 3.000 Euro dotiert ist.

Außerdem veranstaltet der Mitteldeutsche Rundfunk am 28. Oktober einen MDR-Tag. Auf dem Programm stehen die digitale "ARD-Programmwerkstatt zur Zukunft dokumentarischer Produktionen", der ARD-Dokumentarfilm-Wettbewerb im Netz sowie ein "Special Screening", das in diesem Jahr nicht im Kino, sondern in der größten Spielstätte des Festivals, der Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofs, stattfindet. Somit können mehr Besucherinnen und Besucher teilnehmen, als es im Kino aufgrund der Corona-Bestimmungen möglich wäre. Zu sehen sein wird der Dokumentarfilm "Collective" von Alexander Nanau. Der Eintritt ist kostenlos.

Ein Dokumentarfilm auf Zelluloid liegt auf einem Plakat mit dem Festival-Logo. 4 min
Bildrechte: dpa
Ein Dokumentarfilm auf Zelluloid liegt auf einem Plakat mit dem Festival-Logo. 4 min
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Filmempfehlungen beim DOK Leipzig 2020

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 25. Oktober 2020 | 14:45 Uhr

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