"Kinder in Zeiten des Krieges" Berührende Doku: Wie Kinder unter dem Ukraine-Krieg leiden

Seit dem Krieg in der Ukraine mussten viele Kinder aus ihrer Heimat fliehen. Manche von ihnen haben in Sachsen ein neues Zuhause gefunden. Die neue MDR-Doku "Kinder in Zeiten des Krieges" zeigt, wie die jüngsten Opfer unter dem Angriffskrieg Russlands leiden, auch wenn sie ihm entronnen sind – und wie sie trotz ihrer Kriegstraumata wieder Selbstvertrauen und Mut zum Weiterleben finden. Zu sehen ist der Film in der ARD Mediathek.

Ein Kind mit roter Mütze und in eine Decke gewickelt, sitzt vor den Trümmern eines Wohnhauses.
Die Doku "Kinder in Zeiten des Krieges" über den Ukraine-Krieg ist in der ARD Mediathek zu sehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Für Kinder in der Ukraine hat sich die Welt seit dem Krieg in einen Alptraum verwandelt. Sie erleben Schreckliches wie den Tod von Angehörigen, die Zerstörung ihrer Häuser und den Verlust der Heimat. Die neue MDR-Produktion "Kinder in Zeiten des Krieges" zeigt die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf das Leben der Kinder und gibt einen Einblick in ihren Alltag, ob im Kindergarten im belagerten Odessa, im Waisenhaus in Lwiw oder in ihrem neuen Zuhause in Deutschland. Zu sehen ist die Doku in der ARD Mediathek.

Sachsen als neues Zuhause ukrainischer Kinder

Seit Kriegsbeginn mussten zwei Drittel aller Kinder des Landes fliehen. Viele von ihnen leben inzwischen in Deutschland, Zehntausende in Sachsen. Der Film begleitet u.a. die achtjährige Alissa, die mit ihrer Mutter in Radebeul bei Dresden untergekommen ist. In Kiew musste sich das Mädchen zusammen mit ihren Eltern sieben Tage und Nächte in einem Keller verstecken. Als die Familie ins Auto steigt, wird der Vater erschossen. Auch Alissa und ihre Mutter hätte der Krieg beinahe das Leben gekostet.

"Wenn wir mit dem Auto etwas schneller fahren, erinnere ich mich an die letzte Fahrt mit meinem Papa. Denn da sind wir auch ganz schnell gefahren, damit die Panzer uns nicht treffen. Aber die Panzer haben uns getroffen", erzählt die Achtjährige in der Dokumentation. Auch viele andere Kinder und ihre Angehörigen berichten, was sie erlebt haben, wen sie vermissen und wie es ihnen jetzt geht. Der Krieg in ihrer Heimat, der Ukraine, ist weit weg und trotzdem da: In ihren Gedanken, Erinnerungen und Gefühlen. Überall, jederzeit.

Ich vermisse die Ukraine so sehr. Ich vermisse sie sehr. Und auch mein Lieblingsspielzeug.

Ilija, 5 Jahre

Eine zerstörte Häuserfront mit zwei leeren, grünen Schaukeln davor.
Der Krieg in der Ukraine hat das Zuhause von Kindern und ihre Spielplätze zerstört. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wie Dresden kriegstraumatisierten Kindern hilft

Viele der geflüchteten Kinder leiden an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Für die psychotherapeutische Behandlung der Kinder gibt es in Deutschland jedoch kaum Kapazitäten. "In Sachsen werden wir etwa 2.000 Kinder mit ausgeprägten Traumafolge-Symptomen haben", schätzt Yulia Golub, die im Film von ihrer Arbeit als leitende Oberärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie Dresden berichtet. Neben der Therapie sei für viele Kinder das Wichtigste, einen normalen Alltag herzustellen. Auch deswegen ist das interkulturelle Kinder- und Elternzentrum "Kolibri" in Dresden ein wichtiger Anlaufpunkt in der Stadt.

Wenn ein Luftballon platzt oder wenn etwas herunterfällt, dann sieht man den Schrecken der Kinder in den Augen.

Kristina Daniels, Dresdner Verein "Kolibri"

Der Film zeigt, dass Kinder nicht nur unter psychischen Folgen leiden. Im Zuge der russischen Invasion haben diese auch körperliche Verletzungen erlitten und sind Opfer von Besatzung, Raketenangriffen und Artilleriebeschuss geworden. Außerdem gelten hunderte von ihnen in der Ukraine als vermisst. Die Doku "Kinder in Zeiten des Krieges" zeigt, wie sehr Kinder unter dem Krieg leiden, auch wenn sie ihm entronnen sind – aber auch, wie sie lernen, wieder Selbstvertrauen und Mut zum Weiterleben zu finden.

Angaben zum Film "Kinder in Zeiten des Krieges. Der Krieg in der Ukraine und seine jüngsten Opfer"
Autor: Rayk Wieland
Dauer: 45 Minuten

In der ARD-Mediathek bis zum 24.11.2023

"Artour Spezial – Die Kinder und der Krieg" im MDR Fernsehen am 24. November um 22.10 Uhr.

Redaktion: Rayk Wieland, Stephany Mundt, Valentina Prljic

Ukraine-Krieg und Kultur in Sachsen und Thüringen

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 24. November 2022 | 22:10 Uhr

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