Im Kino, open air und digital Filmfest Dresden 2021: Rekordpreissumme, Weltpremieren, neue Preise

Nie gab es so viel zu gewinnen, und das obwohl die 33. Ausgabe des Filmfestes Dresden im April coronabedingt verschoben werden musste: Mit rund 370 Kurzfilmen aus 64 Ländern startet das Dresdner Filmfest am 13. Juli. Ausgelobt wird ein Rekordpreisgeld von 70.500 Euro, was das Festival zu einem der höchstdotierten in Europa macht. Gewürdigt werden diesmal Film-Aktivisten und DEFA-Regisseurinnen. Weltpremiere feiern acht Dok-Filme, die sich mit den Folgen der Pandemie beschäftigen und deren Produktion im Rahmen der Filminitiative MDR DOK Creative unterstützt wurde.

Klappstühle mit der Aufschrift Filmfest Dresden
Bildrechte: dpa

Rund 370 Kurzfilme aus 64 Ländern werden beim Filmfest Dresden 2021 zu sehen sein. Wie die Veranstalter am Dienstag mitteilten, wird das Programm vom 13. bis 18. Juli in Kinos und Open Air aufgeführt, teilweise auch digital übertragen. Im internationalen und nationalen Wettbewerb konkurrieren demnach Produktionen aus 30 Ländern um die Trophäen, darunter sind 23 Premieren. Ausgelobt wird die neue Rekordpreissumme von 70.500 Euro. Insgesamt werden neun "Goldene Reiter", benannt nach dem berühmten Reiterstandbild Augusts, und sieben Sonderpreise vergeben. Neu ist der mit 3.000 Euro dotierte Preis "voll politisch" der Landeszentrale für politische Bildung.

"Move to Change!": Film-Aktivisten im Fokus

Ein Schwerpunkt der 33. Ausgabe ist das Thema Aktivismus: Filme und Reihen beschäftigen sich unter dem Motto "Move to Change!" mit dem Verhältnis zwischen Politik und Film, wie die Festivalmacher mitteilten. So gibt es Einblicke in die Arbeit des Berliner Installations-, Video- und Performancekünstlers Mischa Leinkauf. Außerdem wird eine Auswahl von Filmen des New Yorker Künstlers Anton Ginzburg präsentiert.

DEFA-Regisseurinnen und Hommage an Sieglinde Hamacher

Fortgesetzt wird die Retrospektive "Poetisch.Politisch.Renitent." aus dem Jahr 2020, die sich nun mit Regisseurinnen der DEFA, darunter Helke Misselwitz, und dem unabhängigen Film in der DDR beschäftigt. Erinnert wird außerdem an die 2020 verstorbene Animationsfilmkünstlerin und enge Weggefährtin des Filmfests, Sieglinde Hamacher. In der Hommage sind sieben ihrer oft schwarzhumorigen Filme zu sehen, die für das DEFA-Trickfilmstudio entstanden, darunter "Der Schafswolf".

Weltpremiere für MDR DOK Creative-Filme

Unter dem Motto "Neustart! Neustart?" hatte der Mitteldeutsche Rundfunk die Initiative "DOK Creative" ausgerufen. Dabei wurde die Produktion von acht dokumentarischen Kurzfilmen mit 100.000 Euro unterstützt, die im Frühjahr entstanden und sich auf ganz verschiedene Weise mit den Auswirkungen der Pandemie beschäftigten. Jetzt feiern diese acht Filme am 15. Juli Premiere auf der großen Leinwand, als Teil des offiziellen Programms. Am gleichen Tag werden sie im MDR-Fernsehen, Online sowie in der ARD-Mediathek zu sehen sein.

Ticketvorverauf startet am 1. Juli

Die 33. Ausgabe des Dresdner Filmfests war corona-bedingt von April auf Juli verschoben worden. Zu den Dresdner Spielstätten gehören das Filmtheater Schauburg, das Thalia Kino und Programmkino Ost sowie die Open-Air-Spielstätten auf dem Neumarkt und am Elbufer. Der Ticketvorverkauf startet am 1. Juli. Wegen der Pandemie war das Festival 2020 erst im September über die Bühne gegangen. Das Preisgeld lag damals bei 68.000 Euro. Neben dem neuen Preis der Landeszentrale für politische Bildung kommt 2021 der undotierte Dresdner Kurzfilmpreis des Verbandes der deutschen Filmkritik hinzu.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 22. Juni 2021 | 12:30 Uhr

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