Auszeichnung Erzgebirgs-Doku "Stollen" gewinnt Max Ophüls Preis 2021

Advent unter Tage im Erzgebirge
Bildrechte: Filmfestival Max Ophüls Preis/Janine Pätzold

Die Dokumentation "Stollen" über ein Dorf im Erzgebirge der Regisseurin Laura Reichwald ist beim Max Ophüls Preis als "Bester Dokumentarfilm 2021" ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert, wie die Veranstalter von der Mitteldeutsche Medienförderung am Sonntag mitteilen. "Was die Dokumentarfilme dieses Ophüls-Jahrgangs unterscheidet, sind - klar - die Themen. Aber vor allem: Die Erzählweise, die Handschrift, der Blick", heißt es in der Jury-Begründung. Das Gremium hebt hervor, dass ein guter Dokumentarfilm einen Blick auf unbekannte Menschen und Lebensumstände wirft.

"Stollen" - ein filmisches Porträt des Dorfes Pöhla

Filmszene aus dem Dokumentarfilm "Stollen": eine Frau schaut in die Kamera, im Hintergrund: Stollen
"Stollen" ist ein sehenswerter Film über das Erzgebirge als Psychogramm einer Region, die um ihre Identität ringt Bildrechte: Filmfestival Max Ophüls Preis / Janine Pätzold

In ihrem 85-minütigen Dokumentarfilm "Stollen", einer Koproduktion des MDR, gelingt Laura Reichwald ein eindrucksvolles Porträt des Dorfes Pöhla bei Schwarzenberg – einer Region, für deren Bewohnerinnen und Bewohner die Bräuche und Traditionen des Bergbaus eine wichtige Rolle spielen. In ihrem Dokumentarfilm erzählt Reichwald von der Weihnachtszeit in diesem besonderen Dorf, über und unter Tage. In der Jury-Begründung heißt es: "Der Film blickt buchstäblich tief ins Dunkle hinein und findet hier Licht. Die Filmemacherin blickt zart, vorsichtig und poetisch auf ein Stück Heimat, die bewahrt werden will, die mit ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft hadert und sich dabei klammert an das, was immer da war. Sie erzählt von der tiefen Dunkelheit des Stollens und der erlösenden Helligkeit der Weihnachtslichter."

Max Ophüls Preis

Der nach dem Saarbrückener Regisseur Max Ophüls benannte Preis wird jährlich zusammen mit der Landeshauptstadt Saarbrücken verliehen. Bei der 42. Ausgabe des Filmfestivals wurden in diesem Jahr insgesamt 16 Preise mit einem Gesamtwert von 118.500 Euro vergeben. In der Kategorie "Bester Spielfilm" wurde "Borga" von York-Fabian Raabe mit einem Preisgeld von 36.000 Euro auszeichnet. Das Filmfestival gilt als Karrieresprungbrett für den deutschen Filmnachwuchs. Coronabedingt fanden sowohl die Festivalausgabe als auch die Preisverleihung in diesem Jahr online statt.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 25. Januar 2021 | 06:30 Uhr

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