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Die Krimiserie "Lauchhammer -Tod in der Lausitz" ist im Ersten und in der ARD Mediathek zu sehen. Bildrechte: ARD/Steffen Junghans/Montage

SerientippMord in der Lausitz: Was die Krimiserie "Lauchhammer" so spannend macht

von Valentina Prljic, MDR KULTUR

Stand: 27. September 2022, 04:00 Uhr

Ein Mord schockiert die Lausitz: Mitten im Braunkohlerevier wird die Leiche einer Schülerin gefunden. Um diesen mysteriösen Fall dreht sich die neue ARD-Krimiserie "Lauchhammer – Tod in der Lausitz": In sechs Folgen lädt sie zu einer spannenden Suche nach einem Mörder ein – und erzählt nebenbei von einer einzigartigen Landschaft, einer Region im Wandel und den Menschen, die dort verwurzelt sind. Fünf Gründe, warum die High-End-Crime-Serie nicht nur für Krimifans sehenswert ist.

1. Packender Krimi zum Mitfiebern

Schock in der Kleinstadt Lauchhammer: An einem Seeufer im Braunkohlerevier wird die Leiche der 17-jährigen Schülerin Ramona Schinschke gefunden. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig: Das Handy der Toten ist nicht auffindbar, die Reifenspuren am Tatort führen ins Nichts und es gibt keine Zeugen. Der Verdacht fällt zuerst auf Ramonas Ex-Freund, einen stadtbekannten Drogendealer. Doch mit jeder Folge der sechsteiligen Krimiserie kommen weitere Täter in Frage. Bis zum Schluss bleibt die Suche nach dem Mörder spannend – dabei taucht der Schuldige schon in der ersten Folge auf.

2. Spannender Wettlauf gegen die Zeit

Für die Aufklärung des Mordfalls kehrt der LKA-Beamte Maik Briegand in seine Heimatstadt zurück – und trifft auf viele alte Bekannte aus seiner Vergangenheit. Seine neue Kollegin Annalena Gottknecht hält ihn deswegen für befangen. Ihre regelkonforme Herangehensweise prallt auf Maiks weniger gesetzestreue Art, was die Tätersuche mit jedem neuen Hinweis komplizierter macht. Die Ermittlungen werden zu einem Wettlauf gegen die Zeit: Während die ungleichen Polizist*innen lernen müssen, an einem Strang zu ziehen, droht der Mörder von Ramona erneut zuzuschlagen.

In "Lauchhammer" ermittelt ein ungleiches Duo: Annalena Gottknecht (Odine John) und Maik Briegand (Mišel Matičević). Bildrechte: MDR/Moovie/Anke Neugebauer

3. Crime-Serie zwischen DDR und Heute

Der aktuelle Mordfall erinnert den Ermittler Maik an einen ähnlichen Fall vor der Wende: Seine Jugendliebe starb vor 30 Jahren in Lauchhammer, ebenso unter mysteriösen Umständen. Damals ermittelte sein Vater Karl als DDR-Polizist in dem Fall "Katti". Die Stasi entzog ihm jedoch den Fall und erklärte den Tod von Maiks Freundin für einen Unfall – denn Serienmörder durfte es nur beim Klassenfeind geben. Die Zeitsprünge in die Vergangenheit wirken in der Wahrnehmung wie ein Traum und erzeugen in "Lauchhammer" ein spannendes Wechselspiel zwischen Realität und Erinnerung, Gegenwart und DDR, das für zusätzlichen Nervenkitzel sorgt.

Karl Briegand erinnert sich in "Lauchhammer" an einen Mordfall aus seiner Zeit als DDR-Polizist. Bildrechte: MDR/Moovie

4. Einzigartige Atmosphäre der Lausitz

Die unheimliche Stimmung in "Lauchhammer" wird durch die Kulisse der fast apokalyptisch wirkenden Braunkohlelandschaft verstärkt. Auch die Kameraeinstellungen sind eindringlich: Mal gleitet der Blick wie ein Wolf bedrohlich durchs Gras, mal nähert er sich den Protagonist*innen von hinten. Das Licht und die gleißende Sonne spielen ebenso eine zentrale ästhetische Rolle: Schweiß liegt auf den Gesichtern, Staub flimmert durch die Luft und die Hitze ist förmlich spürbar – fast wie in einem Western. Der Krimi entwickelt durch seine besondere Atmosphäre einen stetigen Sog und eignet sich nicht nur deswegen perfekt für einen Serienmarathon.

Die Krimiserie "Lauchhammer" fängt die Lausitz in beeindruckenden Landschaftsaufnahmen ein. Bildrechte: MDR/Moovie

5. Braunkohleregion mehr als nur Kulisse

Lauchhammer ist eine Kleinstadt im Herzen der Lausitz, die vom Braunkohletagebau geprägt ist ist. Der Strukturwandel durch den Kohleausstieg ist deutlich spürbar und spiegelt sich auch in den Serienfiguren wider: Während Maiks Schwiegereltern jahrzehntelang als Bergleute in der Kohle gearbeitet haben, engagiert sich seine 17-jährige Tochter Jackie aktiv gegen den Braunkohleabbau und schließt sich dem Protest von jungen Klimaaktivist*innen an. Somit erzählt "Lauchhammer" nicht nur von einer Mördersuche, sondern nebenbei von einer ganzen Region im Wandel, die in Film und Fernsehen sonst wenig Aufmerksamkeit bekommt.

Jackie, die Tochter (Mitte) des Kommissars Maik Briegand, setzt sich in der Lausitz für Klimagerechtigkeit ein. Bildrechte: MDR/Moovie/Anke Neugebauer,

Angaben zur Serie

"Lauchhammer – Tod in der Lausitz"
6 Folgen, je 45 Minuten

Drehbuch: Frauke Hunfeld, Silke Zertz
Regie: Till Franzen
Mit: Mit Mišel Matičević, Odine Johne, Ella Lee, Jacob Matschenz, Kai Ivo Baulitz, Uwe Preuss, Thelma Buabeng, Ramona Kunze-Liebnow, Lukas Gregorowicz u.a.

28.9./05.10./12.10.2022, jeweils 20:15 Uhr im Ersten
Alle Folgen sind bis 23.12.2022 in der ARD Mediathek

Dokuserie "Hinter dem Abgrund – Leben in der Lausitz"
Am 29.09. und am 02.10. um 20.15 Uhr im MDR Fernsehen
Bis 29.09.2023 in der MDR-Mediathek

Doku "Phantom – Auf der Spur der Serientäter des Ostens"
Am 27.09., 22.05 Uhr im MDR-Fernsehen
Bis 26.12.2022 in der MDR-Mediathek

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | Lauchhammer – Tod in der Lausitz | 28. September 2022 | 20:15 Uhr