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Katrin Sass (links) wird bei den DEFA-Filmtagen 2023 in Merseburg zu Gast sein, zu sehen ist ihr Debütfilm "Bis daß der Tod euch scheidet" von 1979 (Szenenbild). Bildrechte: DEFA-Stiftung, Waltraut Pathenheimer

FestivalDEFA-Filmtage in Merseburg: Katrin Sass und Gojko Mitić zu Gast

14. April 2023, 04:00 Uhr

Vom 14. bis 16. April 2023 finden die DEFA-Filmtage in Merseburg statt. Auf dem Programm stehen Klassiker wie die Filme "Bankett mit Achilles" mit Jutta Wachowiak, "Bürgschaft für ein Jahr", "Bis daß der Tod euch scheidet" mit Katrin Sass und "Osceola" mit Gojko Mitić. Die DDR-Schauspielgrößen werden auch persönlich auf dem Festival in Merseburg zu Gast sein.

Am Freitag beginnen die DEFA-Filmtage in Merseburg. Bei dem Filmfestival sind vom 14. bis zum 16. April unter dem Motto "Endlich 18!" zahlreiche Klassiker des DDR-Films und Schauspielgrößen wie Jutta Wachowiak, Katrin Sass, Gojko Mitić und Peter Bause im Domstadtkino zu erleben.

Merseburger Filmfestival mit prominenten Gästen

Zur Eröffnung am Freitag läuft der DEFA-Film "Bankett mit Achilles" von 1975 mit Jutta Wachowiak und Hermann Beyer, die auch selbst zu Gast sind. Im Film geht es um den Chemie-Arbeiter Achilles im Chemie Kombinat Bitterfeld und seinen letzten Arbeitstag. Der Film thematisiert den Übergang vom Arbeitsleben in das Rentnerdasein und die Umweltzerstörung in Bitterfeld.

Für ihre Rolle als alleinerziehende Mutter in "Bürgschaft für ein Jahr" (Szenenbild) wurde Katrin Sass als beste Darstellerin mit dem Silbernen Bären der Berlinale ausgezeichnet. Bildrechte: DEFA-Stiftung, Waltraut Pathenheimer

Am Festivalsamstag ist Schauspielerin Katrin Sass zu Gast in Merseburg, an diesem Tag werden u.a. zwei Filme ihrer Karriere im Programm gezeigt: "Bürgschaft für ein Jahr" (1981) über eine überforderte alleinerziehende Mutter und "Bis daß der Tod euch scheidet" (1979) über eine unglückliche junge Ehe und den Umgang mit Konflikten. Außerdem läuft der Film "Osceola" mit Gojko Mitić in der Hauptrolle, der ebenfalls persönlich auf dem Festival sein wird.

Eine Szene aus "Osceola" mit Gojko Mitić. Der Film wird bei den DEFA-Filmtagen in Merseburg zu sehen sein. Bildrechte: DEFA-Stiftung, Manfred Damm, Detlef Hertel

Peter Bause liest am Festivalsonntag aus seinem Buch "Man stirbt nicht im dritten Akt. Erinnerungen". Außerdem wird mit ihm der DDR-Fernsehfilm "Pause für Wanzka" zu sehen sein.

Aktuelle Kultur mit dem Buch "Kinder von Hoy" und der Doku "König hört auf"

Nicht nur Filme aus der DDR stehen auf dem Festivalprogramm. Tilmann König hat 2022 die eindrückliche Doku "König hört auf" über seinen Vater und ehemaligen Jugendpfarrer Lothar König gedreht. In der DDR wurde Lothar König von der Stasi überwacht. Seit der Wende engagiert er sich gegen Rechtsextremismus und stand deswegen immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit und der Justiz. Nach der Filmvorführung wird es auch ein Gespräch mit Lothar König über die Wendezeit geben.

Am Sonntag liest Grit Lemke aus ihrem Buch "Kinder von Hoy – Freiheit, Glück und Terror". In ihrem dokumentarischen Roman kehrt die Regisseurin und Autorin an den Ort ihrer Kindheit zurück. Lemke kam in den 60er- und 70er-Jahren mit ihren Eltern nach Hoyerswerda. Nach der Wende erlebte sie den Niedergang der einstigen DDR-Musterstadt.

Zwischen dem 17. und 23. September 1991 gab es in dem Ort massive rassistische Ausschreitungen. Lemke untersucht in ihrem Buch, woher der Rassismus kommt und warum Rechte ungehindert gegen die jahrelang in der Stadt lebenden Ausländer agieren konnten.

Die Autorin und Regisseurin Grit Lemke ("Gundermann-Revier") Bildrechte: MDR/Joachim Blobel

Kunsthaus Merseburg zeigt begleitende Fotoausstellung

Im Rahmen des Festivals läuft auch die Ausstellung "Fotografien geben Einblick" mit Arbeiten von Jürgen Vogel und Wolfgang Kubak im Kunsthaus Merseburg. Gezeigt werden mehr als 50 Aufnahmen mit Schauspielerinnen und Schauspielern sowie Regisseurinnen und Regisseuren. Die Fotoausstellung sehen die Veranstalter als "Blick hinter die Kulissen der Traditionsveranstaltung".

Über die DEFA-Filmtage in Merseburg

Die 18. Ausgabe des Festivals wird unter dem Motto "Endlich 18!" vom Förderverein Kino Völkerfreundschaft Merseburg veranstaltet. Seit 2006 gibt es das Filmfestival im Merseburger Domstadtkino rund um die Deutsche Film AG (DEFA), das Filmunternehmen der DDR.

Redaktion: Hanna Romanowsky, Quelle: Filmtage Merseburg

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Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 14. April 2023 | 06:30 Uhr