Filmpreis "Downstream to Kinshasa" – Kongolesischer Film beim Dok Leipzig ausgezeichnet

Menschen mit Krücken und Megafon auf einer Straße
Szene aus "Downstream to Kinshasa" Bildrechte: Dok Leipzig

Beim DOK Leipzig ist "Downstream to Kinshasa" gleich mehrfach ausgezeichnet worden. Wie die Veranstalter am Sonntag mitteilten, erhielt die Dokumentation von Dieudo Hamadi die Goldene Taube in der Kategorie Langer Dokumentar- und Animationsfilm international. Der Hauptpreis wird vom Mitteldeutschen Rundfunk gestiftet und ist mit 10.000 Euro dotiert. Außerdem wird der Siegerfilm, vorausgesetzt die formalen Kriterien sind erfüllt, für den Oscar in der Kategorie Dokumentarfilm nominiert.

Auch die Interreligiöse Jury zeichnete den Film aus. Die Koproduktion aus der Republik Kongo, Belgien und Frankreich begleitet Menschen, die im Sechstagekrieg in Kasangani verletzt wurden. Seit Jahren kämpfen sie nun um eine Entschädigung und machen mit einem Marsch durch die Stadt auf ihre Leiden aufmerksam.

Weitere Auszeichnungen

Die silberne Taube für Nachwuchs-Filmemacher und -macherinnen in dieser Kategorie ging an die Schriftstellerin und Journalistin Mercedes Halfon und die Produzentin Laura Citarella für ihren Film "The Poets Visit Juana Bignozzi". Sie erzählen von einer Dichterin, die das künstlerische Erbe der bekannten Poetin Bignozzi am Leben erhalten will. Der Preis ist mit 6.000 Euro dotiert.

Die Goldene Taube im deutschen Wettbewerb erhielt "Lift like a Girl" von Mayye Zayed. Der Film wurde zwischen Deutschland, Ägypten und Dänemark produziert. Die Regisseurin begleitete über vier Jahre hinweg die Sportlerin Asmaa, die zu Beginn der Filmarbeiten 14 Jahre alt war und sich von den Straßen Alexandrias bis in die höchste Klasse des Gewichthebens kämpfen will. Zusammen mit dem Preis erhält die Produktion 3.000 Euro.

Eine junge Frau hebt Gewichte
Asmaa beim Gewichteheben Bildrechte: Dok Leipzig

Neuer Publikumspreis

Als bester kurzer Dokumentarfilm wurde eine weiterer Film aus Afrika ausgezeichnet: die französisch-nigerianischer Koproduktion "Trouble Sleep" von Alain Kassanda. Der polnische Film "I’m Here" von Julia Orlik wurde als in der Kategorie kurzer Animationsfilm prämiert. Die Regisseurin erzählt von einer Frau, die im Kreis ihrer Familie stirbt.

Person im Krankenhausbett
Szene aus "I'm Here" Bildrechte: Dok Leipzig

In der Kategorie "Der Goldener Schnitt", dem neu geschaffenen Publikumspreis beim DOK Leipzig, wurde der Film "A New Shift" gewählt. Regisseur Jindřich Andrš erzählt von einem Mann, der jahrelang in einer Mine gearbeitet hat und wegen der Energiewende eine Umschulung gemacht hat.

Christoph Terhechte, Leiter der Sektion Forum.
Festivalleiter Christoph Terhechte Bildrechte: dpa

Das diesjährige DOK Leipzig feierte gleich zwei Premieren: Zum ersten war es der erste Jahrgang unter der neuen Leitung von Christoph Terhechte, der die Nachfolge von Leena Pasanen antrat. Terhechte hat das Programm ausgedünnt und einen neuen Publikumspreis ins Leben gerufen, während er gleichzeitig an vorherigen Ideen festhielt wie dem DOK Neuland und den Filmvorführungen im Leipziger Hauptbahnhof. Zum zweiten wurde das 63. DOK Leipzig wegen der Corona-Pandemie zum ersten Mal als hybrides Festival veranstaltet: Wie üblich gab es Vorführungen in den lokalen Kinos, bei denen nur reduziert Plätze verkauft wurden, und zusätzlich können die Filme online teilweise bis zum 15. November abgerufen werden.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 02. November 2020 | 06:30 Uhr