Leif Greinus
Der Dresdner Verleger Leif Greinus von Voland und Quist übt Kritik am Verhalten des Großbuchhändlers KNV auf der Leipziger Buchmesse. Bildrechte: Martin Mascheski

Buchhandel Voland & Quist-Verleger Leif Greinus kritisiert KNV-Leitung

Leif Greinus
Der Dresdner Verleger Leif Greinus von Voland und Quist übt Kritik am Verhalten des Großbuchhändlers KNV auf der Leipziger Buchmesse. Bildrechte: Martin Mascheski

Der Dresdner Verleger Leif Greinus bezeichnet den Auftritt des insolventen Buch-Großhändlers Koch, Neff & Volckmar GmbH (KNV) auf der Leipziger Buchmesse als "völlig absurd" und "frech". Dort hatte KNV Händlern und Verlegern, denen das Unternehmen noch Geld schuldet, Gespräche angeboten. Leif Greinus vom Verlag Voland & Quist sagte bei MDR KULTUR dazu, er wisse nicht, worüber er da noch mit KNV reden solle.

Was will uns KNV noch erzählen? Wir wissen von dem Insolvenzverwalter, dass wir in zwei bis fünf Jahren mit zwei bis fünf Prozent Rückzahlung rechnen können. Im besten Falle sind das 3.000 Euro von den 65.000 Euro.

Leif Greinus, Verleger
Logistik-Zentrum von KNV in Erfurt 8 min
Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Kritik an der KNV-Leitung

Der Verleger wirft der Leitung Mängel in der Führung vor. Er sei sich sicher, dass die Pleite nicht erst am 14. Februar klar geworden sei. "Gleichwohl sind die Mitarbeiter dort hervorragend", erläutert Greinus weiter.

Wir haben jetzt 15 Jahre mit denen perfekt zusammengearbeitet und hegen keinen Groll gegen das Unternehmen an sich oder seine Mitarbeiter. Aber die Führung darf man durchaus kritisieren – und muss man auch.

Leif Greinus, Verleger

Sebastian Wolter vom Dresdner Verlag Voland & Quist thematisierte die KNV-Krise auf der Leipziger Buchmesse. Viele Unternehmen, vor allem die kleineren, säßen auf einem Berg offener Rechnungen, so Wolter. Sie suchen nun nach Wegen aus der Krise. Um auch über die Buchmesse hinaus Aufmerksamkeit zu erreichen, wurde die Social Media-Aktion #Wirmüssenjetztstrampeln ins Leben gerufen, die den Buchverkauf ankurbeln soll.

Die Hintergründe

KNV ist einer von zwei großen Zwischenbuchhändlern in Deutschland und sorgt dafür, dass Kunden bestellte Bücher schon am Folgetag in der Buchhandlung abholen können. Im Februar 2019 hatte die KNV-Gruppe Insolvenz angemeldet. Das hat weitreichende Auswirkungen auf Verlage in Mitteldeutschland. Sie warten noch auf Geld von KNV.

Die Insolvenz befeuert zudem die Angst, dass sich der Buchmarkt noch weiter auf große Ketten konzentriert. Neben Händlern und Verlagen sind auch die 1.000 Beschäftigten im Logistikzentrum Erfurt von der Insolvenz betroffen.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 25. März 2019 | 12:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2019, 15:46 Uhr

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