Der Komponist Georg Katzer
Georg Katzer Bildrechte: dpa

Elektronik-Pionier Komponist Georg Katzer gestorben

Der Komponist Georg Katzer
Georg Katzer Bildrechte: dpa

Der Komponist Georg Katzer ist tot. Laut Angaben auf seiner Homepage starb er am 7. Mai im Alter von 84 Jahren. Katzer war unter anderem ein Pionier der elektronischen Musik in der DDR. So gründete er 1986 das Studio für Elektroakustische Musik an der Berliner Akademie der Künste, das er bis zum Jahr 2005 künstlerisch leitete.

Ein integerer Mensch

Der Musikjournalist Frank Kämpfer kennt das Werk von Georg Katzer sehr gut durch verschiedene Aufführungen und Albenproduktionen, an denen er beteiligt war. Er erinnert sich im Gespräch mit MDR KULTUR bei Katzer auch an einen "sehr integeren Menschen, der Gesprächspartner in allen Lebenslagen und für viele Bereiche war". Zu Katzers Verortung als in der DDR lebender Tonschöpfer bemerkt Kämpfer, dass Katzer ein zeitgenössischer und kein politischer Komponist gewesen sei. Kulturpolitische Regelungen galten auch für ihn und er "war sicher kein wilder Rebell, kein Revoluzzer, sondern sehr maskiert und versteckt, wie das damals so üblich war". Dennoch fand Katzer Mittel und Wege, "seine Sachen zu machen ohne verboten zu werden oder an Verbotsgrenzen zu stoßen."

Er gehörte auf jeden Fall zu der nicht so ganz kleinen Gruppe von Komponierenden, die über die DDR weit hinaus gewirkt haben, die einen weitaus größeren Horizont hatten.

Frank Kämpfer, Musikredakteur im Deutschlandfunk

Schüler von Hanns Eisler

Georg Katzer wurde als Sohn eines Konditors am 10. Januar 1935 im schlesischen Habelschwerdt (heute Bystrzyca Kłodzka) geboren. Während seiner Musikausbildung war er unter anderem Schüler bei Hanns Eisler, Karel Janáček und Ruth Zechlin. Er komponierte Instrumental- und Vokalmusiken, Ballette und auch Filmmusiken wie "Josef und alle seine Brüder" (1962). Ab Mitte der 70er-Jahre begann Katzers Auseinandersetzung mit der elektronischen Musik, die sich auch in seinen Kompositionen widerspiegelte.

Katzer war ab 1978 Mitglied der Akademie der Künste in Ost-Berlin und bis 1989 Vizepräsident des Verbandes der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR. Auch war er von 1990 bis 2001 Präsidiumsmitglied des Deutschen Musikrats. Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, unter anderem den 1. Preis beim Wettbewerb für Elektroakustische Musik in Bourges (1976), den Nationalpreis der DDR (1982) und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (2003).

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 08. Mai 2019 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Mai 2019, 17:14 Uhr

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