"Kosmos Chemnitz - Wir bleiben mehr" Chemnitz plant Neuauflage von #wirsindmehr-Konzert

Chemnitz veranstaltet am 4. Juli eine Fortsetzung des Anti-Rechts-Konzerts #wirsindmehr aus dem vorigen Jahr. Unter dem Titel "Kosmos Chemnitz - wir bleiben mehr" sind dieses Mal nicht nur Auftritte von Musikern, sondern von mittags bs abends auch Lesungen, Podiumsdiskussionen und Vorführungen geplant.

Ziel: Den Stadtraum erobern

"Wir werden an einem Tag alles zeigen, was diese Stadt kann und was diese Stadt ausmacht", sagte Sören Uhle, Geschäftsführer der Stadtmarketing-Gesellschaft, am Dienstag bei der Konzeptvorstellung. Man wolle nicht nur Bühnen in die Stadt bauen, sondern den Stadtraum erobern. Dabei wolle man nicht den Anschein erwecken, dass sich der 3. September wiederholen ließe: "Wir können den Pokal nicht noch einmal aus dem Schrank holen", sagte Uhle. Er sehe es als Erfolg an, wenn 20 000 Besucher kämen.

Die Veranstaltung ist den Organisatoren zufolge eine Weiterentwicklung des #wirsindmehr-Konzerts, bei dem am 3. September 2018 rund 65 000 Besucher zu Auftritten von Künstlern wie den Toten Hosen, K.I.Z. oder Kraftklub kamen. Das Konzert fand als Reaktion auf ausländerfeindliche Übergriffe und rechte Demonstrationen in der Folge des tödlichen Messerangriffs auf einen Deutschen statt.

Kraftklub gaben den Impuls

Kraftklub
Kraftklub Bildrechte: Universal

Die Chemnitzer Band Kraftklub hatte das Konzert im Herbst wesentlich mitorganisiert. Ob die fünf Musiker bei der geplanten Fortsetzung in Chemnitz auftreten, ließ Uhle offen. Auch welche anderen Künstler teilnehmen werden, blieb vorerst geheim. "Kraftklub ist nicht nur wie am 3. September als Band zu sehen, sondern auch ein ganz wichtiger Impulsgeber", sagte der Stadtmarketing-Chef. "Kosmos Chemnitz" wird am Vorabend des Kosmonaut"-Festivals staffinden, das von der Band Kraftklub initiiert wurde und seit 2013 jährlich am Stausee Oberrabenstein ausgetragen wird.

#wirsindmehr im Bericht des Verfassungsschutz

Das #wirsindmehr-Konzert hatte zuletzt noch einmal für Aufsehen gesorgt, weil der sächische Verfassungsschutz es in seinem Jahresbericht unter der Überschrift "linksextrem" erwähnt und schreibt: "Im Verlauf der Veranstaltung wurden u. a. die Parolen 'Nazis raus!' und 'Alerta, alerta, Antifaschista' skandiert." Für den Bericht des Verfassungsschutz gab es viel Kritik. Er betonte darauf, dass der überwiegende Teil der 65.000 Zuschauer nicht extremistisch war.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 29. Mai 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Mai 2019, 19:09 Uhr

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