Darsteller auf einer Bühne
Aufführung am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau Bildrechte: Marlies Kross

28 Millionen zusätzlich vom Kunstministerium So reagiert Sachsens Kultur auf die Finanzspritze

Sachsens Kunstministerium will für die kommenden vier Jahre 40 Millionen Euro zur Stärkung der regionalen Kultur zur Verfügung stellen. 28 Millionen sollen davon die kommunalen Theater und Orchestern erhalten, pro Jahr also sieben Millionen. Was sagen die Kulturschaffenden dazu?

Darsteller auf einer Bühne
Aufführung am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau Bildrechte: Marlies Kross

Christoph Dittrich ist Vorsitzender des sächsischen Landesverbandes des Deutschen Bühnenvereins. Er sieht in der Entscheidung "Ein sehr gutes Zeichen für die Theater und Orchester im Kulturland Sachsen".

Der Generalintendant der Theater Chemnitz, Christoph Dittrich lächelt am 12.09.2013 vor der Oper Chemnitz in die Kamera.
Christoph Dittrich, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Bühnenvereins Bildrechte: dpa

Dittrich verweist im Gespräch mit MDR KULTUR darauf, dass viele Einrichtungen seit Jahren Haustarifverträge bezahlen. Durch die kommunalen Zuschüsse könne sich das nun ändern. Auch hebt er hervor, dass die Menschen so gut und ordentlich für ihre Arbeit bezahlt werden könnten: "Die Summe ist so, dass man wirklich davon ausgehen kann, dass es substanzielle Verbesserungen in den Tarifen geben wird. Vermutlich sogar, dass es bis zu einem Herauskommen aus den Haustarifverträgen kommen kann. Sicher ist das örtlich etwas unterschiedlich, aber die Zahl ist so substanziell, dass es zu einer ganz großen Annäherung an den Flächentarifvertrag kommen kann." Mit der vierjährigen Förderungsdauer sieht Dittrich zudem eine gute Laufzeit erreicht, die auch nachhaltig ist.

Kommunen müssen es umsetzen

Ein klares Bekenntnis des Freistaates Sachsen zu seinen Theatern und Orchestern sieht Generalintendant Klaus Arauner vom Theater Görlitz/Zittau.

Klaus Arauner
Klaus Arauner, Generalintendant des Gerhart Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau Bildrechte: dpa

Auch an seinem Haus gibt es seit 14 Jahren einen Haustarifvertrag, dazu 15 Prozent Verzicht. Arauner sieht nun eine mögliche Änderung dieses Zustandes: "Das konnte keine Dauerlösung sein. Jetzt ist diese Lösung da und alle freuen sich darauf." Er verweist aber auch darauf, dass erst im konkreten Fall geprüft werden müsse, wie schnell und wann das für die Kommunen möglich sein wird. Doch er gibt sich zuversichtlich: "Ich bin sicher, dass die Kommunen, die sich ja zu unseren Einrichtungen bekannt haben, dieses Angebot nicht ausschlagen werden."

Mitbestimmungsrecht

Dass die Kommunen aufgrund der besonderen Lage durch das sächsische Kulturraumgesetz auch noch mitzureden haben, bemerkt MDR KULTUR-Landeskorrespondentin Birgit Fritz. Das Kulturraumgesetz ist ein Herzstück der sächsischen Kulturpolitik und sichert den kleineren Bühnen Autonomie zu. Nur die großen Flagschiffe des Landes, wie die Sächsische Staatsoper, Sächsische Staatskapelle oder das Staatstheater, werden als Landeseinrichtungen ausschließlich und ganz direkt vom Freistaat finanziert. Die anderen Häuser, fünf Theater und vier Orchester, sind in kommunaler Trägerschaft.

Damit das zusätzlich bereitgestellte Geld dennoch z. B. bei den Angestellten in den einzelnen Häusern landet, soll ein sogenannter Kulturpakt abgeschlossen werden. Das müssen die Kommunen absichern:

Sieben Millionen Euro pro Jahr, für die nächsten vier Jahre, kommen zusätzlich, wenn die Kommunen einen Strukturentwicklungsplan aufstellen, wo sie versichern, dass sie die Tarife für die Beschäftigten in den Theatern und Orchestern erhöhen.

Birgit Fritz, MDR KULTUR-Landeskorrespondentin Sachsen

Da die Gesamtförderung für den Vier-Jahres-Zeitraum 40 Millionen beträgt, bleiben - abzüglich der 28 Millionen für die kommunalen Bühnen - 12 Millionen Euro Extraförderung. Diese sollen mit drei Millionen pro Jahr an andere Sparten, z. B. Museen, Schlösser aber auch die Soziokultur gehen, so Fritz.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 12. Juni 2018 | 06:18 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2018, 14:34 Uhr

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