Entscheidung der Kultusministerkonferenz Kulturhauptstadt Chemnitz: Offizielle Ernennung steht bevor

Bevor Chemnitz zur Kulturhauptstadt Europas 2025 ernannt wird, erhält das Auswahlgremium Gelegenheit, sich zur Kritik am Vergabeverfahren zu äußern. Im Gespräch mit den Kulturministern soll es vor allem um das Beratermanagement gehen.

Das Chemnitzer Opernhaus ist nach der Ernennung der Stadt als Kulturhauptstadt 2025 mit Transparenten geschmückt.
Chemnitz als Europäische Kulturhauptstadt 2025: Nach der Verkündung des Siegers wurde das Opernhaus geschmückt Bildrechte: dpa

Die Kulturminister der Länder ernennen am Montag voraussichtlich Chemnitz offiziell zur designierten Kulturhauptstadt Europas 2025. Die ursprünglich vor dem Jahreswechsel geplante Bestätigung des Titels wurde verschoben, weil es Kritik am Auswahlverfahren gab. Laut Presseerklärung der Kultusministerkonferenz wird die Jury-Vorsitzende Sylvia Amman zunächst die Gelegenheit erhalten, sich zu den Vorwürfen der Medien zu äußern. Im Anschluss soll die formelle Ernennung der Kulturhauptstadt Europas erfolgen.

Bewerbungsverfahren im Fokus

Seit 2005 stellen die europäischen Länder die Kulturhauptstädte im Rotationsprinzip. 2025 sind Deutschland und Slowenien an der Reihe. Bis Ende September 2019 mussten die deutschen Kandidaten ihre schriftliche Bewerbung bei der Kulturstiftung der Länder einreichen. Von dort wurden die Unterlagen an eine unabhängige, europäische Experten-Jury weitergeleitet, die eine Vorauswahl traf. Die Städte, die danach noch im Rennen waren, mussten bis zum Sommer 2020 detailliertere Bewerbungen abgeben. Daraus wählte das Gremium seinen Vorschlag für eine deutsche Gewinnerstadt aus und gab am 28. Oktober 2020 die Entscheidung für Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas 2025 bekannt.

Bevor die Kulturminister der Länder dieses Votum bestätigen, soll mit der Jury über mögliche personelle Verstrickungen im Vergabeverfahren gesprochen werden. In Medienberichten gab es Vorwürfe gegen Berater, die zum Teil parallel für mehrere Bewerberstädte gearbeitet und zugleich Einfluss auf die Jury gehabt haben sollen. Bislang konnten keine Unregelmäßigkeiten gefunden werden, doch die Berichte stießen eine Debatte über Intransparenz und mangelnde Regeln bei der Vergabe des Titels an.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 11. Januar 2021 | 08:40 Uhr

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