Zwei junge Frauen vor dem Kunstwerk „Pinc contra Orange“ von Rupprecht Geiger
Die Ausstellung "Pinc kommt!" von Rupprecht Geiger, einem der bedeutendsten Künstler der Abstraktion in Deutschland, ist im Museum Gunzenhauser noch bis zum 3. März 2019 zu sehen. Bildrechte: Rupprecht Geiger

Jahresprogramm 2019 Bauhaus, Neue Sachlichkeit, '89-Fotos - Chemnitzer Kunstsammlungen stellen Programm vor

Die Kunstsammlungen Chemnitz gehören zu den bedeutendsten Kulturinstitutionen der Region. In diesem Jahr liegen die Schwerpunkte u.a. auf dem Bauhausjubiläum, Kunst der Weimarer Republik, der Wende, sowie aktueller Kunst.

Zwei junge Frauen vor dem Kunstwerk „Pinc contra Orange“ von Rupprecht Geiger
Die Ausstellung "Pinc kommt!" von Rupprecht Geiger, einem der bedeutendsten Künstler der Abstraktion in Deutschland, ist im Museum Gunzenhauser noch bis zum 3. März 2019 zu sehen. Bildrechte: Rupprecht Geiger

Die Kunstsammlungen Chemnitz haben erstmals in ihrer Geschichte ein Jahresprogramm vorgestellt. Der neue Generaldirektor Frédéric Bußmann stellte es am Dienstag in Chemnitz vor. Es ist Teil des neuen Auftretens der Kunstsammlungen Chemnitz, zu denen das Museum am Theaterplatz, das Museum Gunzenhauser, das Schloßbergmuseum sowie das Henry van de Velde Museum in der Villa Esche gehören.

Programmhöhepunkte sind neben Ausstellungen zeitgenössischer Künstler auch die großen Jubiläen 2019: 100 Jahre Bauhaus, 100 Jahre Weimarer Verfassung und 30 Jahre Friedliche Revolution. Bußmann betonte, dass das Museum auch mit historischen Themen aktuelle Debatten anregen wolle und alle Ausstellungen durch umfassende Vermittlungsprogramme begleitet werden sollen. "Wir werden aller Voraussicht nach einen eigenen Raum in der Stadt, hinter dem Karl-Marx-Monument mieten, um mit dem Museum auf die Stadt zuzugehen", so Bußmann.

Ausstellungs-Höhepunkte 2019

  • Im Februar zeigen die Kunstsammlungen Grafiken und Glasmalereien des Leipziger Künstlers David Schnell. Zahlreiche Arbeiten sind exklusiv für die Schau "Splitter" entstanden. Drei von ihm bemalte Fenster werden dauerhaft im Museum bleiben.

gewebte bunte Decke von Bauhaus-Gestalterin Gertrud Arndt
Ausstellung "Bauhaus. Textil und Grafik" am Theaterplatz Chemnitz Bildrechte: Gertrud Arndt

  • Anlässlich des Bauhausjahres stellen die Kunstsammlungen am Theaterplatz aus dem eigenen Bestand eine Textilschau zusammen. Zu sehen sein werden vom 5. Mai bis zum 4. August 2019 gewebte Kunstwerke, die vorrangig von Bauhauskünstlerinnen kreiert wurden. Aber auch Grafiken und Fotografien etwa von Lyonel Feininger, Joost Schmidt, Max Pechstein und Kurt Schwitters sollen gezeigt werden.

Gemälde von einer Frau und einem Mann an einem Café-Tisch
Ausstellung "Neue Sachlichkeit. Kunst in der Weimarer Republik" im Museum Gunzenhauser 2019 Bildrechte: Karl Hubbuch

  • Im Museum Gunzenhauser dreht sich ab Ende Mai eine Ausstellung um die Kunst der Weimarer Republik. Die Kunstrichtung der Neuen Sachlichkeit habe es zwar nur kurz gegeben, ihre Wirkmächtigkeit aber sei immens gewesen, heißt es im Programm. Vor 100 Jahren wurde die Verfassung der Weimarer Republik ausgerufen, was Anlass für diese Ausstellung ist.

Schwarz-weiß Fotografie von einer Ansammlung junger Menschen mit Kerzen
Ausstellung "Wende" im Schloßbergmuseum 2019 Bildrechte: Wolfgang Schmidt

  • Zum 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution zeigt das Schloßbergmuseum im Herbst 2019 die Schau "Wendezeit" mit Fotografien und Dokumenten aus dem Herbst 1989, einer Zeit der Unruhe, Unsicherheit und des Aufbegehrens. Anlässlich dieses Jubiläums sollen aber auch die aktuellen Diskussionen um die Ideen von 1989 reflektiert werden, so Generaldirektor Bußmann.

  • Im Herbst widmet das Museum dem französischen Surrealisten André Masson eine eigene Schau und die Ausstellung "Jetzt!", die vom 22. September 2019 bis zum 19. Januar 2020 im Museum Gunzenhauser zu sehen sein wird, soll einen Überblick über zeitgenössische junge Malerei aus Deutschland geben. Sie wird der Frage nachgehen, was junge Malerinnen und Maler aktuell bewegt. Über einen Zeitraum von zwei Jahren haben die Kunstsammlungen Chemnitz dafür mit dem Kunstmuseum Bonn und dem Museum Wiesbaden zusammen gearbeitet und Ateliers im ganzen Land besucht.

Erstes Programm des neuen Direktors

Das Programm für das neue Jahr präsentierte Frédéric Bußmann, der seit Mai 2018 Generaldirektor der Chemnitzer Kunstsammlungen ist. Er folgte der hochgelobten Ingrid Mössinger, die sich im vergangenen Jahr in den Ruhestand verabschiedet hatte. Sie leitete die Kunstsammlungen Chemnitz mehr als zwanzig Jahre lang und hat die Stadt künstlerisch stark geprägt. Mössinger hatte Werke von Munch, Picasso und Bob Dylan in die Stadt geholt und den Kunstsammlungen zu internationalem Ansehen verholfen. Die Kunstsammlungen Chemnitz gehören heute zu den bedeutendsten Kulturinstitutionen in Ostdeutschland.

 Kunstwerk „Splitter“ von David Schnell: Drei blaue Rechtecke nebeneinander
Der Leipziger Maler David Schnell zeigt im Frühjahr 2019 in der Ausstellung "Splitter" eine Auswahl seiner Gemälde, Grafiken und Glasmalerei. Ein von ihm exklusiv für die Kunstsammlungen bemaltes Fenster wird dauerhaft im Museum bleiben. Bildrechte: David Schnell

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 29. Januar 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Februar 2019, 09:11 Uhr

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