Album: "Out of Dust" Wie Laila Biali ihren Optimismus auch in dunklen Zeiten behält

Laila Biali hat in ihrer aktuellen Lebensphase heftige Schicksalsschläge wegzustecken. Doch selbst als ihre Gesundheit und Stimme in Gefahr sind, behält sie ihren Optimismus. Die kanadische Musikerin füllt in ihrem Heimatland große Hallen. Und auch prominente Kollegen wie Sting oder Diana Krall schätzen ihre Stimme und verpflichteten sie gern als Backgroundsängerin. Auf ihrem neuen Album "Out of Dust" mischt sie Jazz mit Pop und Soulelementen und erzählt Geschichten aus dem Großstadtleben.

Bevor die kanadische Sängerin und Pianistin Laila Biali ihr neues Album "Out of Dust" aufnehmen konnte, hatte sie einige Hindernisse zu überwinden. Kurz vor ihrem Umzug von New York nach Toronto nahm sich eine enge Verwandte das Leben. Eine ihrer besten Freundinnen starb zudem an Krebs. Für sie schrieb sie das Stück "Wendy’s Song", das sich auf ihrem neuen Album findet.

In Sorge um die eigene Stimme

Doch auch Biali selbst hatte mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, die indirekt auf ihr Musikschaffen zurückzuführen waren. Dass ihre wunderbare, klare Stimme beeinträchtigt würde, war ihre größte Sorge. Zum Glück wurde die Ursache gefunden:

Laila Biali
Laila Biali Bildrechte: Julia Hembree

Ein deutscher Baubiologe stellte fest, dass genau in dem Studio, in dem wir an den Aufnahmen für dieses Album gearbeitet hatten, wahnsinnig viel Schimmel in der Wand steckte. Und das hatte uns krank gemacht. Wir mussten also alles ausräumen und erstmal diesen Kellerraum behandeln.

Laila Biali, Musikerin

Den Silberstreif am Horizont entdecken

Doch obwohl ihr Album in einer für sie traurigen Zeit entstand, wollte sich die Künstlerin davon nicht entmutigen lassen: "Das Album entstand also in einer ziemlich traurigen Zeit. Aber ich neige ja dazu, an den Silberstreifen am Horizont zu glauben. Deshalb habe ich in diese Songs auch eine Art Hoffnungsfaden eingewebt."

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Das Cover des Albums "Out of Dust" von Laila Biali Bildrechte: ACT

Trotz des jeweils ernsten Inhalts pflegt Biali in ihren neuen Jazz-Songs eine zeit- und schwerelose Eleganz. Und natürlich versteckt sich auch im schwebend leichten “Monolith“ eine Geschichte aus Bialis Umgebung – die ihrer Kusine Gwyneth, einer Malerin, die in New York lebt. Als dieser plötzlich ein Hochhaus vor das Atelierfenster gebaut wird, ist sie anfangs schockiert. Doch dann nutzt sie die Chance und verarbeitet den Bauprozess künstlerisch, indem sie von den einzelnen Bauphasen Bilder malt: Daraus entstand eine ganze Serie. Sie machte aus dem, was wir als hässlich beschreiben würden, etwas Schönes. Das wurde dann zur Metapher für ihre eigene Heilung.

In Selbsthilfegruppe für Zuckersüchtige

Laila Biali
Laila Biali Bildrechte: Julia Hembree

Doch auch vermeintlich Leichtfüßigeres findet sich auf dem Album. So beichtet die 39-jährige in dem Song "Sugar" eine ihrer größten Schwächen, die Zuckersucht. Jedoch wird es auch hier schnell dramatisch: "Ich bin total zuckersüchtig. Schon mein Leben lang. Alle möglichen Ärzte haben versucht, mich davon runterzubringen, weil Zucker Entzündungen fördert. Deshalb bin ich einer Selbsthilfegruppe für Zuckersüchtige beigetreten, die mir helfen sollte, davon runterzukommen. Aber ich scheiterte kläglich. Eines Tages las ich ein Gedicht, in dem es nur um Zucker ging. Und das regte mich zu diesem Lied an."

Ihre geplante Tournee fiel der Corona-Pandemie zum Opfer. Aber Biali bleibt optimistisch und präsentiert sich in einem intimen Heimvideo mit Mann und Sohn beim Musizieren – alle drei im Pyjama.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 30. März 2020 | 07:40 Uhr

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