Denkräume öffnen "Leipzig denkt": ein besonderes Festival für Philosophie

"Leipzig denkt: Alarm und Utopie", so heißt das interdisziplinäre Denk-Gesprächs-Kunst-Festival, das vom 5. bis 8. Oktober 2022 stattfindet. Die erste Idee dafür entwickelte Jirko Krauß, Philosoph, Mediator und Dozent in Leipzig inmitten der Corona-Pandemie. Was das Philosophiefestival will, erzählt der Mit-Initiator im Gespräch mit MDR KULTUR.

Jirko Krauß
Jirko Krauß ist Philosophischer Praktiker, Mediator, Dozent und Initiator Bildrechte: Leon Knüpfer

Vom 5. bis 8. Oktober findet in Leipzig die erste Ausgabe des Philosophiefestivals "Leipzig denkt: Alarm und Utopie" statt. Die Veranstaltung versteht sich als interdisziplinäres Denk-Gesprächs-Kunst-Festival, das vom Miteinander-Sprechen zum Miteinander-Denken anregen will, wie Mit-Initiator Jirko Krauß MDR KULTUR sagte.

Die Idee dazu sei mitten in der Corona-Pandemie entstanden, so Philosoph und Mediator Krauß. Mit Gleichgesinnten gründete er das Transformatorenwerk Leipzig, als Trägerverein. In enger Zusammenarbeit mit dem Theater Lofft, dem Literaturhaus Leipzig, dem Zeitgeschichtlichen Forum, dem soziokulturellen Zentrum Budde-Haus sowie mit der Schaubühne Lindenfels, der Moritzbastei Leipzig und der Universität Leipzig haben sie nun die erste Ausgabe auf die Beine gestellt.

Vom Miteinander-Sprechen zum Miteinander-Denken

Die Macher*innen wollen mit dem Festival laut Krauß Räume schaffen für "klarer Gedanken". Dabei wolle sie Philosophie, Kunst, Literatur und Wissenschaft miteinander verbinden. In gewisser Weise sei das ein großes Experiment: Über das Miteinander-Sprechen soll es hingehen zum Miteinander-Denken. Ein offenes, dialogisches und künstlerisch-performativ vermitteltes Nachdenken über unsere Ich-, Wir- und Weltverhältnisse.

Denken im Zeitalter der Krisen

Gerade das Miteinander-Sprechen sei schwierig geworden in den letzten Jahren, so der Festivalorganistor: Corona-Krise, Klima-Krise, Krise der Demokratie, Folgen des Angriffskriegs auf die Ukraine – die gravierenden gesellschaftlichen Umbrüche gingen einher mit einer zunehmend komplizierter werdenden Kommunikation.

Als Mediator ist Jirko Krauß gewohnt, mit Menschen zu arbeiten, die nicht mehr miteinander im Gespräch sind. Doch diese Situation lasse sich nicht eins zu eins auf große Gruppen übertragen. Da stehe und falle es mit dem Publikum. Wenn nur die kämen, die sowieso schon miteinander im Gespräch seien, komme man nicht weiter.

Krauß wünscht sich deswegen ein breites und differenziertes Publikum. Der Eröffnugsabend stehe deswegen unter dem Titel: "Was ist uns jetzt noch möglich", eine Bestandsaufnahme der Art und Weise unseres Denkens. An der Diskussionsrunde nehmen unter anderem Philosophin Svenja Flaßpöhler und Schriftsteller Clemens Meyer teil.

Mehr Informationen zum Festival "Leipzig denkt: Alarm und Utopie": interdisziplinäres Denk-Gesprächs-Kunst-Festival
Vom 5. bis 8. Oktober 2022 in Leipzig

Mit:
Gesprächen
Performances
Stadtrundgängen
Workshops
Café der toten Philosophen
Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen
Streetphilosophy direkt vor der Moritzbastei
Philosophisches Speeddating
Lange Nacht der Utopien

Redaktionelle Bearbeitung: JB, tsa

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR trifft ... | 17. September 2022 | 11:05 Uhr