Besucher der Spinnerei Galerien gehen zum traditionellen Frühjahrsrundgang über das Gelände.
Besucher der Spinnerei Galerien beim traditionellen Frühjahrsrundgang 2018. Bildrechte: dpa

Nach Debatte um Künstler Axel Krause Leipziger Jahresausstellung soll doch stattfinden

Besucher der Spinnerei Galerien gehen zum traditionellen Frühjahrsrundgang über das Gelände.
Besucher der Spinnerei Galerien beim traditionellen Frühjahrsrundgang 2018. Bildrechte: dpa

Die Leipziger Jahresausstellung soll nun doch statt finden. Wie MDR KULTUR vom interimistischen Vorsitzenden des Vereins Leipziger Jahresausstellung e.V., Rainer Schade, erfuhr, soll die Ausstellung jedoch ohne den Künstler Axel Krause eröffnet werden. Das sei bei der Mitgliederversammlung des Vereins am Dienstagabend entschieden worden. Außerdem wurde bekannt, dass die Ausstellung wie geplant auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei stattfinden soll.

Axel Krause äußert sich

Der Maler Axel Krause vor seinem Werk "Der Traum des Metzgers"
Der Maler Axel Krause vor seinem Werk "Der Traum des Metzgers" Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Pläne, die Jahresausstellung als geschlossene Veranstaltung auf Einladungsbasis durchzuführen, wurden inzwischen verworfen. Wann die Ausstellung eröffnet wird, steht noch nicht fest. Auf der Webseite der Jahresausstellung heißt es: "Die Eröffnung der Ausstellung findet nicht am 6. Juni 2019 statt. Die Ausstellung öffnet, wenn alle vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen sind."

Der Künstler Axel Krause reagierte bereits auf seinen Ausschluss von der Ausstellung. MDR KULTUR sagte er im Interview: "Es gab ja ein demokratisches Auswahlverfahren durch eine Jury. Ich bin mit einfacher Mehrheit angenommen worden. Jetzt werde ich ausgeschlossen [...] Es gibt sicherlich nicht wenige Leute, die dafür kein Verständnis haben."

Ich stelle meine beiden Bilder nicht aus. Das ist zu verschmerzen. Aber das Politikum, das sich damit verbindet, dass ich ausgeschlossen werde, das ist befremdlich.

Axel Krause, Künstler

Darum geht es in dem Streit um Axel Krause

Die Leipziger Jahresausstellung war am Wochenende abgesagt worden. Grund war die Einladung des Malers Axel Krause. Aufgrund dessen AfD-nahen Positionen hatten mehrere andere Künstler der Ausstellung den Vereinsvorstand unter Druck gesetzt, woraufhin Krause ausgeladen worden war und der Vorstand des Vereins zurücktrat. Für die Absage war der Verein kritisiert worden.

Der interimistische Vereinsvorsitzende Rainer Schade sagte dazu MDR KULTUR: "Da sind in der Kommunikation Dinge gelaufen, die sich gegenseitig so hochgeschaukelt haben, dass eine Situation entstanden ist, die für uns nicht mehr verantwortbar war." Es sei, so Schade, schlecht und zu spät kommuniziert worden: "Und es wurde nur öffentlich kommuniziert und nicht von Angesicht zu Angesicht."

Der Künstler Axel Krause wurde 1958 in Halle geboren und gilt als Vertreter der Neuen Leipziger Schule. In jüngster Zeit soll er durch öffentliche Sympathien für "Pegida" und die rechtsextremen "Identitären" aufgefallen sein. Zudem ist Krause Mitglied des Kuratoriums der von der AfD gegründeten Desiderius-Erasmus-Stiftung und Unterzeichner der "Charta 2017" der Dresdner Buchhändlerin Susanne Dagen, in der vor einer "Gesinnungsdiktatur" in der Gesellschaft gewarnt wird.

Diese beiden Bilder von Krause sollten ausgestellt werden:

"Die Taube vom Dach" von Axel Krause
"Die Taube vom Dach", 2019, Öl-Leinwand, 70 x 120 cm Bildrechte: Gustav Franz

Das Werk "Der Traum des Metzgers" von Axel Krause
"Der Traum des Metzgers", 2019, Öl-Leinwand, 140 x 220 cm Bildrechte: Gustav Franz

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 05. Juni 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Juni 2019, 11:24 Uhr

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