Moritzbastei Leipzig Pop Fest – Livebands trotzen Corona

Zum zweiten Mal findet das Leipzig Pop Fest statt. Trotz Corona. Sechs Bands stehen bei einem Open Air auf der Bühne, außerdem gibt es Diskussionspanels zur Lage der Musiker und Veranstalter. Und man kann sich in der Moritzbastei mit seinem Namenszug verewigen, eine Crowdfunding-Aktion macht es möglich.

Moritzbastei
Die Moritzbastei, beliebter Veranstatlungsort in Leipzig Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Die zweite Ausgabe des Leipzig Pop Fest findet am 11. Juli an der Moritzbastei unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Pandemie statt. Stichwort Sicherheitsabstände. Sechs Bands lassen sich von 14:30 bis, 22 Uhr auf einer Open-Air-Bühne zu erleben. Zugesagt haben Jeremias, Karl die Grosse, Wooden Peak, Catt, Coucou und Tak Tak Tak.

Außerdem gibt es verschiedene Paneldiskussionen, laut Veranstalter Torsten Reitler wird debattiert, "wie es weitergehen wird für die Livemusik-Veranstalterinnen und die Klubs hier in der Stadt. Gibt es schon neue Konzepte? In welche Richtung wird sich das bewegen?" Die Teilnehmerzahl bei den Diskussionen ist zwar auf 25 Personen begrenzt, jedoch werden die Runden ins Internet übertragen, wo sie auch im Nachgang zugänglich sind.

Catt (Katharina Schorling), Berliner Musikerin
Die Berliner Musikerin Catt ist eine der auftretenden Künstlerinnen Bildrechte: Tran Chau

Ein Zeichen setzen

Die Moritzbastei will mit der Durchführung des Leipzig Pop Fest ein Zeichen setzen. Zudem freuen sich die Veranstalter über die vielfältige Unterstützung, beispielsweise durch Fördermittel der Stadt, die Musikbranche und Musikszene sowie vom Verein "Kreatives Sachsen".

Bei der Debütausgabe im vergangenen Jahr  besuchten laut Reitler tausend Besucherinnen und Besucher das Festival. In diesem Jahr wollte man eigentlich expandieren, was nun durch Corona verhindert wurde. Lediglich 140 Teilnehmende können diesmal dabei sein, somit ist das Festival ausverkauft, erklärt Reitler erfreut.

Natürlich wird es nur eine Erinnerung an das sein, was im letzten Jahr möglich war. Aber wir haben gesagt: Besser so als gar nichts!

Torsten Reitler, Moritzbastei BGmbH

Veranstalter in Not

Durch die Corona-Krise stecken Veranstalter wie die Moritzbastei in der Not. Laut Reitler sind die meisten der 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch immer in Kurzarbeit. Und auch für den Winter, wenn keine Open-Air-Veranstaltungen durchgeführt werden können, sieht er die MB vor Problemen. Derzeit versuche man, Konzepte für die Pandemie zu entwickeln, um vielleicht doch Veranstaltungen durchzuführen. Fest stehe aber, dass man dafür einen langen Atem benötigen wird, so Reitler.

Wir sind im Moment noch so ein bisschen in einer Art Tiefschlafphase und versuchen zumindest, die vor uns liegende Zeit möglichst unbeschadet zu überstehen.

Torsten Reitler

Kurt-Masur-Platz, Moritzbastei
Auf dem Kurt-Masur-Platz oberhalb der Moritzbastei findet das Open-Air-Event statt Bildrechte: IMAGO

Erfolgreiches Crowdfunding

Eine Idee hat die Moritzbastei jedoch entwickelt: Fans des Veranstaltungsortes können sich Steine "kaufen". Für 600 Euro wird daran ein kleines, geheimes Zeichen angebracht. Für 1000 Euro kann man sich als Förderer und Unterstützer der Moritzbastei verewigen. Bislang habe die Crowdfunding-Aktion 30.000 Euro zusammengebracht, erzählt Reitler. Neben der Motivation, die sich aus einem solchen Feedback ziehen lässt, fließt das Geld auch gleich wieder in neue Projekte der Moritzbastei.

Wir freuen uns über diese großartige Unterstützung, über die über 30.000 Euro die da bis jetzt zusammengekommen sind. Und dieses Geld wird es uns ermöglichen, im Sommer auf jeden Fall Kultur an frischer Luft auf der Moritzbastei zu machen.

Torsten Reitler

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 09. Juli 2020 | 17:10 Uhr