Museum für Druckkunst Ausstellung "Let's print in Leipzig 3": Kunst frisch aus der Druckmaschine

Die Ausstellung "Let's print in Leipzig 3" eröffnet im Museum für Druckkunst der Messestadt. Gezeigt werden Arbeiten, die im Rahmen eines besonderen Druckworkshops entstanden sind. Laut Kurator Kai Hofmann konnten dabei traditionelle Drucktechniken ausprobiert und angewendet werden. Mit dabei sind neun Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland, wie Margarete Lindau oder Benjamin Dittrich.

Kai Hofmann ist Kurator der Ausstellung "Let's Play 3" im Museum für Druckkunst in Leipzig.
Kai Hofmann ist Kurator der Ausstellung. Bildrechte: Anne Sailer/MDR KULTUR

"Let's print in Leipzig 3", so heißt eine Ausstellung, die am 11. September 2020 im Museum für Druckkunst in Leipzig eröffnet wird. Wie schon der Titel verrät, ist dies die dritte Ausgabe einer Ausstellung, die im Rahmen eines Druckworkshops entsteht. Zwei Wochen probierten sich Künstler an den alten Druckmaschinen im Museum aus und testeten selbst das immaterielle Kulturerbe, zu der die verschiedenen Drucktechniken gehören. Hoch-, Tief- und Flachdruck heißen sie.

Das Museum für Druckkunst in Leipzig.
Bei der Ausstellung werden Arbeiten gezeigt, die bei einem Workshop im Museum für Druckkunst in Leipzig entstanden sind. Bildrechte: Anne Sailer/MDR KULTUR

Kurator der Ausstellung ist Kai Hofmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Museum für Druckkunst in Leipzig. Er sagt: "Das ist ein Künstler-Workshop, wo von drei Künstlerwerkstätten und dem Museum neun Künstler aus dem In- und Ausland eingeladen werden, um zwei Wochen hier im Museum die traditionellen Drucktechniken auszuprobieren, anzuwenden, zu kombinieren und viele schöne neue Druckgrafiken entstehen zu lassen."

Es ist halt schön, dass man mit Kollegen zusammenarbeitet und sich gegenseitig helfen kann.

Margarete Lindau, Künstlerin

Künstlerinnen und Künstler können sich ausprobieren

Künstlerin Margarete Lindau steht an einer Druckmaschine.
Margarete Lindau, Künstlerin Bildrechte: Anne Sailer/MDR KULTUR

Margarete Lindau, eine Künstlerin aus Mannheim, probiert sich an einer elektrischen Radierpresse aus. Das erste Mal steht sie an so einer historischen Maschine und experimentiert im wahrsten Sinn: Sie hat nämliche nicht, wie normerweise, in die kupferne Tiefdruckplatte reingeritzt. Sondern so, dass die Linien auf dem Papier erscheinen. Bei ihr sind die Linien weiß (also unbedruckt) geblieben, der Rest des Blattes erscheint in Grautönen. Und genau das ist das Besondere an dem Workshop hier: Die Künstlerinnen und Künstler können sich ausprobieren. 

Margarete Lindau erklärt: "Es ist halt schön, dass man mit Kollegen zusammenarbeitet und sich gegenseitig helfen kann. Und es ist natürlich schön, wenn solche Techniken weiter bestehen, also praktiziert werden, das macht das Museum für Druckkunst in Leipzig möglich."

Echte Druckmaschinen statt Simulation

Künstler Benjamin Dittrich steht an einer Druckmaschine.
Benjamin Dittrich, Künstler Bildrechte: Anne Sailer/MDR KULTUR

Benjamin Dittrich arbeitet gerade an einem Linolschnitt. Er hat an der Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert. Dieser transparente Druckprozess ist für ihn auch eine besondere Erfahrung. Gerade bringt er die sechste Farbe auf seine Linolplatte. Immer mehr Schichten werden abgetragen, wenn eine neue Farbe hinzukommt. Aus reiner Gewohnheit hat der junge Leipziger Künstler alles vorher schon einmal am Computer simuliert. Doch so eine alte Druckmaschine hat keinen Button, an dem "rückgängig machen" dransteht.

Benjamin Dittrich ist über das Ergebnis seiner Arbeit mehr als nur erstaunt: "Ja, das Bild wächst mit jeder neuen Farbschicht. Man kann ganz anders an der Komposition feilen. Eigentlich komme ich aus der Malerei. Beim Druck muss man schneller Entscheidungen treffen. Die Maschine läuft, man muss darauf reagieren. Und dadurch kommt man schon immer mal zu Ergebnissen, die man sonst gar nicht so vorausgesehen hätte."

Blick über die Schulter

Mit "Let's print in Leipzig 3" ist in der dritten Auflage eine Ausstellung entstanden, bei der man sich nun die  Experimente junger Künstler mit alten Drucktechniken ansehen kann. Während der Ausstellung kann man den Künstlern dann auch noch bei der Arbeit über die Schulter schauen, zum anderen können die Besucher die Ergebnisse ihrer Arbeit bestaunen: Vom klassischen einfarbigen Holzschnitt über Mehrfarblinolschnitte bis hin zur Lithografie, Steindruck oder Radierung gibt es alles zu sehen. Darüber hinaus präsentieren die neun Künstler auch noch andere Werke.

Mehr zur Ausstellung Eröffnet wird "Let's print in Leipzig 3" am Freitag, 11. September 2020., um 17 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 1. November 2020 im Museum für Druckkunst zu sehen.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:

Benjamin Dittrich (Leipzig)
B.C. Epker (Leeuwarden, NL)
Margarete Lindau (Mannheim)
Thomas Moecker (Leipzig)
Stefanie Pojar (Leipzig)
Susann Pönisch (Berlin)
Maria Schumacher (Leipzig)
Claus Georg Stabe (Berlin)
Aafke Ytsma (Leeuwarden, NL)

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 10. September 2020 | 06:15 Uhr